Diakonie

Haben behinderte Menschen einen Anspruch auf Sexualität? Wer zahlt die Erfüllung?

Gestern Abend lief in ZDF Info die Dokumentation Knast in Deutschland. Sie ist noch wenige Tage abrufbar: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/knast-in-deutschland-strafe-liebe-hoffnung-102.html#autoplay=true Dokumentiert wurde auch das Recht der Gefangenen auf das Ausleben ihrer Sexualität. Vier Mal im Monat dürfen sie für jeweils drei Stunden mit der Partnerin/dem Partner in ein Zimmer ohne Bewachung. Die Gefangenen verfügen über Kontakte zum eigenen oder anderen Geschlecht. Für sie steht die Tür zur sexuellen Entfaltung offen. Wie sieht es in den Behindertenheimen aus? Männer und Frauen, die dazu noch in der Lage sind, begnügen sich in der Regel mit der Masturbation. Handgelähmten ist dies nicht möglich. Sie träumen von dem, was nicht ist. Hier stellt sich die Frage: Wie kann die Gesellschaft diesen Menschen das gelegentliche Ausleben der Sexualität ermöglichen? Es ist klar: Bezahlen kann sie die Prostituierten...

Heidi Dettinger: "Geschlossene Heime sind einfach nur falsch!"

Im Rahmen meiner Arbeit in der "Freien Arbeitsgruppe JHH 2006", eine 9-köpfige Opferinitiative behinderter Kleinkinder und Kinder in Volmarstein, bin ich schriftlich oder virtuell einigen interessanten Persönlichkeiten begegnet. Heidi Dettinger vom "Verein ehemaliger Heimkinder e. V." hat an der Demonstration gegen die Verleihung der Hans-Ehrenberg-Plakette in Bochum teilgenommen. Eine meiner Assistentinnen interviewte sie per Filmkamera. Jetzt ist es endlich Zeit, diese Persönlichkeit vorzustellen. Heidi Dettinger, Sie gehören zum „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ (VeH). Was trieb Sie dorthin? Ich bin selber ehemaliges Heimkind mit Jahrzehnte langer Verdrängungsgeschichte. Aber das klappt offensichtlich nicht ein ganzes Leben lang und als ich anfing, mich mit diesem Teil meiner Geschichte auseinander zu setzen, brauchte ich dringend Verbündete. Nach einiger Sucherei fand ich dann den Verein. Was ist das eigentlich für ein Verein...

Sexuelle Übergriffe und sexuelle Verbrechen an behinderten Schulkindern in den Nachkriegsjahrzehnten im „Johanna-Helenen-Heim“

Sexuelle Übergriffe und sexuelle Verbrechen an behinderten Schulkindern in den Nachkriegsjahrzehnten im „Johanna-Helenen-Heim“ in Volmarstein „Dann hat er vor mir masturbiert bis zum Erguss. Das war ekelig!“ Wer dieses Thema aufgreift und nachforscht, braucht Gegenüber, also Opfer, die sich ihm „offenbaren“. Diese Opfer melden sich grundsätzlich nur, wenn ihnen eine langjährige Vertrauensperson gegenüber sitzt. Selbst geschulte Psychologen finden nicht immer Zugang zu diesem Bereich ihrer Klienten oder sie brauchen viele Therapiesitzungen, um dieses Vertrauen zu gewinnen. Bevor sexuell Belästigte oder Missbrauchte sich öffnen, wollen sie unausgesprochen die Garantie, dass ihre Daten anonymisiert (am besten überhaupt nicht) fixiert werden. Zu sehr befürchten sie, dass das Geschilderte gegen sie verwandt werden könnte und sie erneut zu Opfern werden. Ich habe mich an dieses Thema gewagt, weil ich nun seit 10 Jahren...

Friss oder stirb! – Behinderte Heimopfer als Menschen zweiter Klasse

Friss oder stirb! – Behinderte Heimopfer als Menschen zweiter Klasse „Es war alles fertig“, so der Berliner Dokumentarfilmer Peter Henselder. Er vertrat den Verein ehemaliger Heimkinder e.V. und die Freie Arbeitsgruppe JHH 2006, beides Opfervertreter bei einer Ausschusssitzung im Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 15. Juli dieses Jahres. Henselder: “Selbst die PDF-Datei mit der Zusammenfassung des Regierungsbeschlusses zur Einrichtung einer Stiftung für behinderte Opfer lag bereits vor.“ Änderungswünsche wurden laut Henselder gar nicht berücksichtigt. Lediglich in einem neu einzurichtenden „Lenkungsausschuss“...

Stiftungsgeld für behinderte Heimopfer der Nachkriegsjahrzehnte - 15 Fragen

15 Fragen an die Stiftung “Hilfe und Anerkennung” Am 15. Juni tagt im Bundesfamilienministerium ein Gremium, welches über die Modalitäten der Vergabe von Stiftungsgeldern entscheidet. Die "Freie Arbeitsgruppe JHH 2006" (FAG JHH 2006) und der "Verein ehemaliger Heimkinder e.V." (VeH) werden von dem Filmemacher Peter Henselder, Berlin, selbst Heimopfer vor diesem Gremium vertreten. Zuvor wurden 15 Fragen erarbeitet. Dafür die Konferenz lediglich eine Stunde vorgesehen ist, hat Peter Henselder diese Fragen schon an die Gremiumsmitglieder weitergeleitet. Die FAG und der VeH werden die Antworten veröffentlichen. Peter Henselder...

„Grundsätzlich spreche ich Klartext, ich nenne ein Schwein ein Schwein.“ – Interview mit Heimopfervertreter

Im Rahmen meiner Dokumentation der Verbrechen an Kindern und Jugendlichen in den Nachkriegsjahrzehnten sind mir immer wieder Kommentarschreiber aufgefallen, die mein Interesse geweckt haben. Erich Kronschnabel fiel mir im Blog des evangelischen Dipl.-Theologen/Dipl.-Psychologen Dierk Schäfer aus Bad Boll auf. Dort las ich – so empfand ich es zunächst – ziemlich „freche“ Beiträge von Kronschnabel, die für einige Leser vielleicht an der Beleidigungsgrenze kratzen. Je mehr ich seine Beiträge beobachtete, desto mehr fiel mir auf, dass seine Wortwahl Taktik ist, die für seine Arbeit positive Wirkungen erzielt. Auch in diesem...

Wie lange muten Staat, Länder und Kirchen den Opfern weiteres Warten auf Opferhilfe zu?

Wie lange muten Staat, Länder und Kirchen den Opfern weiteres Warten auf Opferhilfe zu? Freie Arbeitsgruppe JHH am 20. März 2016 Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Freistaat Thüringen Telefax: 03613798820 Stiftung zur Vergabe von Mitteln an behinderte und zwangsweise in die Psychiartrie eingewiesene Heimopfer - Ihr Zeichen: 23-6438/71-4-82308/2015 Sehr geehrte Frau Ministerin Werner, nach Ihrem Schreiben vom Dezember 2015 ist inzwischen wieder ein viertel Jahr ins Land gegangen. Noch immer warten Opfer auf Mittel aus dem Stiftungsfonds. Weil immer mehr Opfer sterben, hat sich in unserer...

Noch immer keine Wiedergutmachung für behinderte Heimopfer

Webmaster empört: „Die Fortsetzung einer Reihe von Skandalen!“ Helmut Jacob aus Wetter an der Ruhr ist empört. Seit 10 Jahren betreut er die Homepage einer Opfergruppe: www.gewalt-im-jhh.de. Fünf behinderte ehemalige Heimkinder und vier ehemalige Mitarbeiter fanden sich 2006 zusammen, um Gerechtigkeit für die damaligen Schüler und Schülerinnen im Johanna-Helenen-Heim der Volmarsteiner Anstalten bei Hagen zu erkämpfen. In den Nachkriegsjahrzehnten wurden zahlreiche Kinder Opfer von physischer, psychischer und sexueller Gewalt. Jacob: „Die damals Hilflosesten der Gesellschaft, behinderte Klein- und Schulkinder, erhalten...

Verbrechen und Mißhandlungen behinderter Kinder in Volmarstein in den Nachkriegsjahrzehnten

10 Jahre „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ - kein Grund zur Freude Mit einer Lüge fing alles an. Der Anstaltsleiter der „Evangelischen Stiftung Volmarstein“, Pastor Ernst Springer, verstieg sich im Frühjahr 2006 in einem Leserbrief in dem Wochenblatt „Unsere Kirche“ zu folgender Formulierung: „Wir wissen aber auch wie Traumatisierungen oft den Blick trüben, zumindest fixieren können.“ Damit wollte er den Schreiber eines vorherigen Leserbriefes endgültig zum Schweigen bringen. Dieser Versuch ist ihm mißlungen. Denn der Schreiber des Leserbriefes hat in Sachen Heimgeschichte nie mit dem Anstaltsleiter gesprochen....

Was bringt 2016 den ehemaligen Heimkindern?

Es ist ersichtlich: Die ehemaligen sogenannten „Erziehungszöglinge“ wurden inzwischen abgespeist. Sie wurden mit Beträgen zwischen 5 und 10 tausend Euro zum Schweigen gebracht. Auch sonst ist es ruhig an der einst brodelnden Front. Lediglich der „Verein ehemaliger Heimkinder“, der Diplom-Theologe/Diplom-Psychologe Dierk Schäfer aus Bad Boll, Martin Mitchell aus Australien und die „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ aus der Umgebung um Volmarstein herum, sind noch aktiv. So können sich die Tätervertreter beruhigt in die bequemen Sessel legen, weil das Gröbste abgearbeitet ist. 2 offene Baustellen gibt es noch, die ehemaligen...

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