NAEB-Analyse: Stromkosten steigen weiter

 Stromkosten steigen weiter Ein Ende der Zwangssubventionierung von Windstrom, Solarstrom und Biogasstrom (Ökostrom) durch den Stromkunden ist nicht in Sicht. Inzwischen wird bei Starkwind und Sonnenschein immer häufiger mehr Ökostrom erzeugt als gebraucht wird. Mit jeder neuen Anlage nimmt der Anteil zu. Den Erzeuger stört das nicht. Er bekommt auch den nicht benötigten Strom bezahlt. So steigen die Stromkosten immer schneller. Berechnungen vom Stromverbraucherschutz www.NAEB.de zeigen einen Strompreis an, der in den nächsten fünf Jahren um weitere 50 Prozent steigen wird, wenn die Ausbaupläne der Bundesregierung fortgeführt werden.

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Es fällt auf, dass bei den Erfolgsmeldungen über den wachsenden Ökostromanteil in Deutschland die Kosten ausgeblendet werden. Es gibt nur Meldungen über die erzeugten Ökostrommengen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verkündet stolz, der Ökostromanteil in Deutschland habe 2015 einen Anteil von 30 Prozent erreicht. Diese Zahl stammt vom Bundeswirtschaftsministerium. Doch die Netzbetreiber speisten nur 27 Prozent in die Netze ein. Offensichtlich ist heute schon 10 Prozent des Ökostroms nicht nutzbarer Überschussstrom. Die Kosten für den nicht nutzbaren Strom werden einfach nicht veröffentlicht.

Überteuerter Off-Shore-Strom
Die Methode der einseitigen und damit tendenziösen Unterrichtung macht immer mehr Schule. Dies gilt für den teuren Windstrom vom Meer, der nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) mit 19 Cent je Kilowattstunde bereits fast achtmal mehr kostet als Strom aus Kernkraft- und Braunkohlekraftwerken. Hinzu kommen noch 5 Cent je Kilowattstunde für den Transport an Land. Einschließlich Mehrwertsteuer hat Offshore-Strom damit bereits bei der Anlandung den derzeitigen Verkaufspreis von Strom erreicht. Trotzdem wird Offshore-Strom von fast allen Politikern als das Rückgrat der zukünftigen regenerativen Erzeugung angesehen. Sie sagen aber nicht, wer das bezahlen soll und kann. Kosten sind tabu.

Kostentreiber Netzausbau
Dies gilt auch für den Netzausbau. Die geplanten neuen Stromtrassen nach Bayern sollen nach einem neuen Gesetz weitgehend unterirdisch verlegt werden. Die Kosten für die Erdverkabelung sind nach Auskunft des Netzbetreibers Tennet siebenmal teurer als Freileitungen. Damit steigen die Kosten der Trassen von rund 2 Milliarden Euro auf weit über 10 Milliarden Euro an. Bezahlen muss dies natürlich der Stromkunde durch höhere Strompreise. Die Politiker interessiert das nicht, denn die Kosten werden in steigenden Netzgebühren versteckt. Sie können sich damit brüsten, die EEG-Kosten im Griff zu haben.

Deindustrialisierung Deutschlands
So werden Stromkunden unter dem Deckmantel des Gutmenschen, der die Welt retten will, immer mehr von den Profiteuren der Energiewende (Kosten ohne Ende) geschröpft. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die gesetzliche Umverteilung von unten nach oben mit Hilfe des EEG nimmt zu. Die Verlagerung von hochwertigen industriellen Arbeitsplätzen in Länder mit einer verlässlichen Energiepolitik und günstigen Energiekosten nimmt zu. In immer mehr Haushalten wird der Strom abgeschaltet, weil die Stromrechnung nicht mehr bezahlt werden konnte. Die Aussichten für 2016 sind alles andere als rosig.

Prof. Dr. Hans-Günter Appel
2. Vorsitzender und Pressesprecher NAEB e.V. Stromverbraucherschutz

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