ADVFN Kommentar: Der Fall WaMu (Washington Mutual)

Die Washington Mutual wurde schon Ende 2006 das Opfer der bisher schlimmsten Rezession in der Nachkriegszeit der US-Geschichte: der Finanzkrise.

Washington Mutual, besser bekannt als WaMu hatte eine aggressive Geschäftsstrategie die 2006 zu scheitern begann und dann außer Kontrolle geriet und in eine Katastrophe 2007 ausartete.

Als die Immobilienpreise auf einem Allzeithoch waren, vor dem Ausbruch der Finanzkrise, nutzte die WaMu seine gewaltige finanzielle Feuerkraft um sein Kapital zu nutzen um sehr riskante Kredite für Subprime Hypotheken als auch Subprime Kreditkarten auszugeben.

Die Banken Sparte der WaMu hatte vor Ende 2007 fast 336 freistehende Zweigstellen Büros, in denen verschiedenste Arten von Wohnungsbaudarlehen bearbeitet und genehmigt wurden.

Der letzte Nagel im Sarg wurde dann durch die Aufnahme von Adjustable Rate Mortgages (ARMs) eingeschlagen, was eine Hypotheken Art ist die zum Scheitern verurteilt ist sollten die Immobilienpreise fallen.

Mit der Verlangsamung der US Wirtschaft ging die Zahl der Kreditausfälle für Immobilien rasch nach oben. Das kombiniert mit den stark fallenden Hauspreisen in den USA bedeutete schnell das ihr Darlehensbuch Rekord Verluste machte. In der Zwischenzeit konnte auch die Kreditkartenabteilung einen Anstieg in der Zahl Zahlungsausfällen und der Zahlungen in Verzug beobachten.

Bis zum September 2008 ist der Aktienkurs der WaMu auf $ 2 von seinen bisherigen Höchstständen von rund $ 50 in nur zwei Jahren gefallen.

Der CEO Kerry Killinger wurde nachdem die Aktionäre auf die Barrikaden gegangen sind vom Unternehmensvorstand entlassen. In der Zwischenzeit ging die Firma auf die Suche nach einem Käufer für einen Teil seiner Banking Sparte.

Die WaMu war erfolglos in der Suche nach einem Käufer bevor die FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) das Unternehmen beschlagnahmte.

Übernacht wurde dann die Banking Sparte von JP Morgan Chase in einem geheimen Deal durchgeführt von der FDIC für 1,9 Milliarden Dollar verkauft. Zu der Zeit wurde angenommen das die Vermögenswerte ein vielfaches mehr Wert waren als das was sie dann in dem gezwungenen Deal von der FDIC erzielt hatten.

Besonders beunruhigend war, dass der Deal von der FDIC als Folge des Scheiterns der IndyMac Bank zu Beginn des Jahres durchgeführt wurde. Die FDIC befürchtete wenn es die Bank nicht schnell verkaufen würde dann hätten sie nicht genug Kapitalreserven in ihrem Versicherungsfond um alle betroffenen Konten zu decken, sollte es zu einem total Ausfall kommen. Dieses Handeln der FDIC führte zu massiven Verlusten der WaMu Aktionäre, die der Meinung waren das ihre Anteile weit mehr Wert waren als das was sie von der Regierung gezwungen wurden zu nehmen.

Kurz nach dem Verkauf der WaMu Banking Sparte reichte die Holdinggesellschaft einen Gläubigerschutz nach Kapitel 11 ein.

Derzeit arbeitet die WaMu unter Kapitel 11 und bemüht sich um eine Reorganisation des Unternehmens. Eine Reihe von Klagen wurden vom Unternehmen und Einzelpersonen gegen JP Morgan und die FDIC gestellt. Das Ergebnis dieser Prozesse wird großen Einfluss auf die Reorganisation und das eventuelle entstehen einer WaMu Holding Inc haben und Spekulanten handeln die Aktie mit der Hoffnung auf eine Einigung bei der die alten Aktionäre ausgezahlt werden könnten.

Hoffung flackert unaufhörlich über den Trümmern von ausgebrannten Unternehmen und es ist Hoffung und Gier die oft die Märkte antreiben. Als solches ist es keine Überraschung das der WaMu Aktienkurs immer noch heftig von Tag zu Tag gehandelt wird.

Clem Chambers, CEO ADVFN Plc

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