Rechtsextremist führt zu Abbruch von Veranstaltung an Sala-Kochmann Oberschule in Berlin

Am 03. 12. musste eine Bildungsveranstaltung gegen Rechtsextremismus an der Sala-Kochmann Oberschule für Sozialwesen in Berlin-Treptow abgebrochen werden, weil die Schulleitung einen Neonazikader nicht des Raumes verweisen wollte.

Am Montag in der vergangenen Woche sollte ursprünglich an der Sala-Kochmann Oberschule für Sozialwesen in Berlin-Treptow eine Veranstaltung von „Schule ohne Rassismus“ zum Thema „Der Nazis neue Kleider“ mit einem Referenten des apabiz e.V. stattfinden. Diese musste jedoch abgebrochen werden, da sich die Schulleitung weigerte einen verurteilten Nazischläger und ehemaligen Bundesvorstandsmitglied der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten (JN)“ von der Veranstaltung zu verweisen. Konkret geht es dabei um Markus Loszczynski (nähere Infos unten), der Schüler an der Sala-Kochmann Oberschule ist und dort gerade sein Abitur nachmacht.

Bereits im Vorfeld wurde vom Referenten des apabiz e.V. angekündigt, die Veranstaltung nicht vor Markus Loszczynski zu halten. Die Schulleitung signalisierte, das dieser auch nicht vorhabe zu kommen. Als er am Montag dann doch in der Veranstaltung saß, entwickelte sich eine Diskussion zwischen Schulleitung, Lehrern und Referent. Es folgten Äußerungen der Schulleitung, die klarstellten das es ihnen egal ist, das er bis vor einem Monat im Bundesvorstand der JN saß („das ist ja nicht verboten“) und es ihrer Meinung trotz der Gewalttaten von Loszczynski undemokratisch sei, ihn von der Veranstaltung zu schicken. Der Vorschlag eine Debatte mit den Schülern zu führen, ob Loszczynski bleiben solle oder nicht, wurde harsch abgelehnt. Eine Diskussion darüber sollte nicht stattfinden. Ganz im Gegenteil, unbeeeindruckt von der Eingebundenheit Loszczynskis in der rechten Szene machte sie sich für ihn stark: „für den leg ich meine Hand ins Feuer, dass der nichts macht“ O-Ton einer Lehrerin. Letztendlich musste sich die Schulleitung entscheiden ob die Veranstaltung abgebrochen wird oder ohne den Neonazi stattfinden soll und beschloss das vorzeitige Ende.

Siliva Kurz von der Treptower Antifa Gruppe dazu: „Es ist skandalös, wie sich die Schulleitung für einen gewalttätig agierenden Nazikader stark macht und das sogar auf Kosten einer Bildungsveranstaltung gegen Rechtsextremismus.“ Sie führt aus, das Neonazikader bei solchen Veranstaltungen gezielt eine Bühne für ihre menschenverachtende Propaganda suchen und rethorisch geschult sowie ideologisch gefestigt versuchen Debatten zu vereinnahmen. „Keinesfalls ist es undemokratisch rechtsextremes Gedankengut von Veranstaltungen zu verweisen. Die NPD bzw. ihre Jugendorganisation JN stehen außerhalb des demokratischen Grundkonsenses und bekämpft aktiv die Demokratie. Ein Ausschluss von Rechtsextremen hat nichts mit mangelnder Toleranz zu tun, sondern mit der Ächtung rechtsextremer Positionen. Toleranz ist inhaltlich nicht beliebig und kann keineswegs heißen, Diskriminierungen oder rassistische Parolen zu dulden.“

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Bei Markus Loszczynski handelt es sich um einen Neonazi aus dem Umfeld der „Freien Kräfte Berlins“ und der „Jungen Nationaldemokraten“. Bis zum Herbst 2007 saß er im Bundesvorstand der JN und ist im Berliner Landesverband maßgeblicher Funktionär. Zudem war Loszczynski Mitglied in der Kameradschaft „Berliner Alternative Südost (BASO)“ bis zu ihrem Verbot im Jahre 2005,wegen „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“. Markus Loszczynski ist auch mehrfach einschlägig vorbestraft, so schlug er im April 2004 einen Besitzer einen vietnamesischen Imbissbesitzer fast tot. Im August des selben Jahres attackierte er mit anderen Neonazis einen Jugendlichen am Rande einer linken Demonstration. Und im September 2005 versuchte er ebenfalls mit anderen Neonazis ein Bürgerfest am Bahnhof Schöneweide anzugreifen.


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