„Tinnitus sichtbar machen“ – Dr. Agnieszka Szczepek wird den „Tinnitus Stiftungspreis 2014“ der Gabriele Lux Stiftung erhalten
Pressetext verfasst von DÖRNER und KARBOWY am Mi, 2014-05-07 14:33.Am 24. Mai 2014 wird der mit EUR 10.500 dotierte Stiftungspreis der Gabriele Lux Stiftung im Rahmen des „XI. International Tinnitus Seminar 2014“ (ITS 2014) an Dr. Agnieszka Szczepek übergeben.
Die Stiftung engagiert sich bereits seit 2006 und unterstützt seit dieser Zeit Forschungsprojekte, beispielsweise auch eine Studie, die die Region im Gehirn lokalisiert hat, die bei der Entstehung eines Leidens unter Tinnitus eine wichtige Rolle spielt. Die Arbeit von Dr. Agnieszka Szczepek „Stressbedingte Proteinveränderungen im auditorischen Wahrnehmungszentrum“ ist in den Augen von Stifterin Gabriele Lux-Wellenhof eine Studie, die einen großen Beitrag zur Tinnitusforschung leistet.
+++ Schritt in die richtige Richtung +++
„Es ist wieder ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Lux-Wellenhof. „Dank der Arbeit von Dr. Szczepek, kommen wir unserem Ziel ein gutes Stück näher: Tinnitus lokalisieren! Je mehr wir erkennen, wie und wo sich Tinnitus manifestiert, je mehr wir über die Ursachen und auch die physischen Aspekte dieser Krankheit lernen, desto besser können wir Therapien entwickeln und verfeinern.“
Die Preisträgerin Dr. Szczepek hat Biologie und Immunologie an der Warschauer Universität in Polen studiert und in „Medical Science“ an der University of Alberta, Edmonton in Kanada promoviert. Sie forscht im ORL Research Laboratory an der Berliner Charité und beschäftigt sich vorwiegend mit dem Thema Tinnitus.
Der mit EUR 10.500 dotierte Preis wird von Prof. Dr. med. Birgit Mazurek – Präsidentin des ITS 2014 –, Prof. Dr. Pawel J. Jastreboff, Dr. Margaret M. Jastreboff und der Stifterin Gabriele Lux-Wellenhof im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 24. Mai 2014 übergeben.
+++ Einer der wichtigsten Kongresse auf dem Gebiet der Tinnitusforschung +++
Der Kongress, der von der Deutschen Tinnitus-Stiftung Charité veranstaltet wird, zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen, die es im Bereich der Tinnitusforschung, wurde 1979 in New York das erste Mal veranstaltet und findet alle vier bzw. seit 1999 alle drei Jahre statt. In Deutschland tagten die Fachleute zuletzt 1989 in Münster.
In Berlin wird dieses Jahr auch Gabriele Lux-Wellenhof auf dem Kongress sprechen. Ihr Thema: „Noise protection for tinnitus and hyperacusis patients with stress on teachers and educators“ (Gehörschutz für Patienten mit Tinnitus und Hyperakusis – speziell für Lehrer und Erzieher).
+++ Gabriele Lux Stiftung will helfen, die Forschung voranzutreiben +++
Die Forschung in den Bereichen Tinnitus und Hyperakusis unterstützen, neue Methoden und vielversprechende Ansätzen fördern, mehr Öffentlichkeit verschaffen – das sind die Ziele der Stiftung. Denn noch mehr Forschung ist notwendig: Durch neue Diagnose- und Lokalisationsmöglichkeiten von Tinnitus im Gehirn kann die weiterführende Forschung deutlich verbessert werden, die Forschungsergebnisse können aussagekräftiger werden. Dies gilt für die Erforschung von Medikamenten, wie auch für die Entwicklung neuer akustischer Stimulatoren oder akustischer Dämpfer, die den Tinnitus schneller oder besser dämpfen können, als es die aktuellen Rauschgeräte bzw. Kombigerätstimulatoren vermögen.
„Wir wollen die jetzige Behandlungsdauer von 6 bis 36 Monaten zu verkürzen“, sagt die Stifterin. „Ich kenne die Hilflosigkeit, die man spürt, wenn man an Tinnitus und Hyperakusis – oftmals eine Begleiterscheinung des Tinnitus – erkrankt ist, nur zu gut. Je kürzer die Leidenszeit ist, desto besser. Und wenn unsere Stiftung den Menschen und der Forschung hilfreich zur Seite stehen kann, dann ist das großartig!“
+++ Persönliche Erfahrungen sind ihre Motivation +++
Lux-Wellenhofs Motivation, sich auf so vielen Ebenen wie möglich für die Erforschung von Tinnitus und Hyperakusis einzusetzen, versteht man besonders gut, wenn man weiß, dass sie vor vielen Jahren selbst an Tinnitus und Hyperakusis erkrankt war. Alleinstehend, mit zwei kleinen Kindern und einem anstrengenden Beruf versuchte sie mit diesen gesundheitlichen Beeinträchtigungen „irgendwie“ klarzukommen. Helfen konnte ihr keiner, sie wurde von einem Therapeuten zum nächsten geschickt – mit einem Tipp, der auch noch heute vielen Patienten mit auf den Weg gegeben wird: „Das müssen Sie jetzt einfach mal so akzeptieren, das geht nicht mehr weg, gewöhnen Sie sich einfach daran.“
Aber diese Situation empfand Gabriele Lux-Wellenhof als vollkommen unerträglich, sodass sie alles in Bewegung setzte, um mehr über diese Krankheiten zu erfahren – und vor allem über Therapien. Geholfen hat ihr endlich die Tinnitus Retraining Therapie (TRT), an deren Weiterentwicklung sie dann selbst mitgearbeitet hat.
„Ich habe es geschafft, meine Hyperakusis und meinen Tinnitus zu besiegen – und ich wünsche mir, dass ich möglichst viele Menschen – in welcher Form auch immer – dabei unterstützen kann.“ sagt die Stifterin.
Umfangreiche Informationen zum Kongress finden Interessierte unter http://www.international-tinnitus-seminar-2014.de/xi-international-tinni....