BRENNSTOFFSPIEGEL: Was bringt E-Mobilität Tankstellen und Energiehandels-Mittelstand?

LEIPZIG. (Ceto) In neun Jahren, so will es die Bundesregierung, sollen eine Million E-Mobile auf Deutschlands Straßen kreuzen. Doch wer wird bei diesem gigantisch scheinenden Geschäft vor allem verdienen, wer verlieren? Die gestrige Ausgabe des Newsletters Energie&Mittelstand erklärt, wie mittelständische Energiehändler und Tankstellenbetreiber davon profitieren können.
Eine der großen E-Mobilitäts-Unbekannten ist die Infrastruktur. Die muss komplett neu geschaffen werden. Ein Teil der Player, die großen Stromkonzerne, ist dabei außen vor. So konstatierte EON-Energievorstand Klaus-Dieter Maubach, dass sich öffentliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge nicht amortisieren würden. Deswegen würde sein Unternehmen nur Ladestationen bei Firmen oder privaten Mobilitätsanbietern installieren. Von RWE ist ähnliches zu vernehmen. Im Tankstellenbereich, zum Beispiel in Kooperation mit der Westfalen AG, gibt es indes erste Initiativen. Der Ruf nach Subventionen ist auf jeden Fall besonders groß, was bisher bei der Bundesregierung auf taube Ohren stieß. Dennoch muss man damit rechnen, dass wohl alle Steuerzahler – ob direkt oder mit einer weiteren Erhöhung der Ökosteuer – zur Kasse gebeten.

Strom-Chancen für mittelständische Energiehändler
Einen Vorteil hat die öffentliche Finanzierung: Große Energieanbieter müssten sich in diesem Netz dem Wettbewerb mit freien und unabhängigen Stromlieferanten teilen – durch Smart Grids entscheidet hier dann der Preis. Und dabei sind kleine, meist mittelständische Lieferanten, die sich zu großen Teilen mit billigem und überschüssigem Strom an Spotmärkten eindecken und keine eigenen Erzeugungseinheiten unterhalten, im preislichen Vorteil. Für E-Mobil-Besitzer dürfte das generell moderate Strompreise mit sich bringen, auch wenn eine Komplett-E-Betankung selbst nach heutigen Preisen nicht mehr als 3 Euro kosten dürfte.

Chancen für Tankstellen?
Offen ist auch die Frage, wer den Service für eine Million E-Mobile stemmen wird. Klassische Autohäuser mit angeschlossener Werkstatt müssten kostenintensiv neues Personal schulen und einstellen sowie Reparaturkits anschaffen. Ob sie in der gegenwärtigen Krise die finanzielle Kraft dafür haben, darf stark bezweifelt werden. „Ein Viertel aller Händler wird aufgeben müssen“, so Deutschlands Autoexperte Nr.1, Ferdinand Dudenhöffer. Hinzu kommt, dass Elektroautos einen deutlich geringeren Wartungsaufwand haben als mit Verbrennungsmotoren getriebene Fahrzeuge – sprich, der Umsatz im Reparatur- und Wartungsgeschäft sinkt tendenziell. Die Autohäuser würden zu Servicestationen degradiert – eine Rolle, die auch locker jede bessere Tankstelle mit eigener Werkstatt ausfüllen könnte.
Dabei werden sich die Tankstellen auch auf ihre Lieferanten verlassen können. „Die Arals dieser Welt werden in das Geschäft einsteigen“, so Dudenhöffer. Shell-Sprecherin Cornelia Wolber pflichtet bei: „Wir beobachten natürlich, wie sich die Antriebsformen entwickeln werden. Und je nach Richtung der Entwicklung werden wir den Autofahrern auch die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen.“
Der komplette Beitrag kann hier gelesen werden:
http://www.brennstoffspiegel.de/frame.php?module=articles&id=10326&page=...

Dieser Beitrag erschien in der gestrigen Ausgabe des Newsletters Energie&Mittelstand. Zum kostenfreien Abo geht es hier:
http://www.brennstoffspiegel.de/frame.php?module=add_newsletter


Über brennstoffspiegel