Tip-Talk.com : Finanznachrichtendienst Gomopa will künftig ein Seriositätsrating von Anbietern veröffentlichen

Der Finanznachrichtendienst Gomopa will künftig ein Seriositätsrating von Anbietern am grauen Kapitalmarkt veröffentlichen – dabei ist das Unternehmen selbst umstritten

Bei Beteiligungsmodellen haben Anleger die Qual der Wahl: Sind die tollen Prognosen von Anbieter A glaubwürdig? Oder wäre vielleicht B mit den bodenständigeren Erwartungen vertrauenswürdiger? Es gibt zwar jede Menge Ratings und Siegel, wirklich hilfreich sind viele aber nicht.

Man müsse hinter 95 Prozent der Ratings Gefälligkeitsgutachten vermuten, meint gar Klaus Maurischat, Chef des Finanzinformationsdienstes Goldman Morgenstern & Partners (Gomopa) aus New York, in einem Schreiben an Premiumnutzer seines Dienstes. Schmückende und verkaufsfördernde Ratings oder andere Bewertungen würden von den Unternehmungen bezahlt oder gesponsert, erläutert er. Das führe zu Interessenkonflikten.

Gomopa bereite daher ein Angebot vor, „nach dem der Markt förmlich lechzt“: ein Seriositätsrating, das den Markt revolutionieren und auch noch „mindestens sichere 20% jährliche Rendite an die Gründungsmitglieder“ abwerfen soll. Das System bewerte neutral und unbeeinflussbar „mathematisch, nach festen Algorithmen und Parametern die Seriosität eines Unternehmens und des dahinterstehenden Unternehmers“.

Daraus ergebe sich tabellarisch ein Ranking nach dem Ampelsystem. Das Rating münde in einer Zahl zwischen 100 und 10 000. Sie zeige die Wahrscheinlichkeit eines positiven Geschäftsausgangs mit dem zu bewertenden Anbieter an. Bei 9067 würden zum Beispiel zu 90,67 Prozent „die Aussagen des Anbieters erfüllt werden“.

Beim Rating zählten in erster Linie nachweisbare Leistungen in der Vergangenheit, erläutert Maurischat. Meldungen und Nachrichten würden berücksichtigt und die Werthaltigkeit geprüft. Bei Fondsinhalten sei das nicht nötig. „Die komplizierten Abhandlungen versteht im Endeffekt der eigentliche Verbraucher sowieso nicht“, findet der Gomopa-Chef. Das Rating sei mit anerkannten Systemen und Datenbanken wie der Schufa und Google vernetzt. Änderten sich Parameter dort, schlage sich sofort das Ergebnis und Ranking bei Gomopa nieder.

Das wirft allerdings jede Menge Fragen auf. Wie wird etwa die Werthaltigkeit von Informationen bei Google mit einem solchen Ansatz erfasst? Wie geht das System mit neuen Anbietern um oder mit bislang als seriös bekannten Anbietern, die ein offensichtlich schlechtes Produkt auflegen? Maurischat antwortete auf Anfrage, er werde nichts zu internen Geschäftsabläufen mitteilen.

Unter dem Namen Gomopa-Rating soll das Angebot allerdings nicht an den Start gehen, schreibt Maurischat den Nutzern, sondern über eine US-Tochter. Das wiederum ist sehr gut nachvollziehbar. Denn über Goldmann Morgenstern & Partners selbst gab es in der Vergangenheit auch ziemlich negative Meldungen und Nachrichten. Im Herbst wurde zum Beispiel bekannt, dass sich die Staatsanwaltschaft München für Maurischat und einen Gomopa-Kollegen interessiert, weil der Dienst im Frühjahr falsche Informationen zum TecDAX-Unternehmen Wirecard veröffentlicht hatte und der Aktienkurs abgestürzt war. Bei Gomopa selbst fiele der Seriositätsindex damit wohl nicht so vorteilhaft aus.
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Marty Kern
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