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Das Ranking unter den deutschen Kreditinstituten

Das Machtgefüge unter Deutschlands Banken hat sich verschoben. Die Sparkassen haben die Deutsche Bank überrundet. Die Sparkassen-Bilanzen sind jetzt größer als die von Deutscher Bank und Commerzbank zusammen.
Dies geht aus den jüngsten Finanzberichten hervor, welche die Kreditbranche gerade veröffentlicht hat. Demnach bringt es die Sparkassen-Gruppe, zu der 415 Sparkassen und 340.000 Mitarbeiter zählen, auf eine Bilanzsumme von enormen 2,3 Billionen Euro (bei nicht einmal 150.000 Mrd. Euro Eigenkapital). Die Deutsche Bank dagegen schrumpft in ihren Büchern, wie von den Regulierern als Lehre aus der weltweiten Finanzkrise gewünscht und von der Politik angemahnt. Ihre Bilanz umfasst noch 1,7 Billionen Euro. Die Commerzbank kommt auf 600 Millionen Euro, ist also, trotz der Übernahme der Dresdner Bank, nur ein Drittel so groß.
Um 262 Mrd. Euro hat die Deutsche Bank allein seit Ende März ihre Bilanzsumme reduziert. Wie viele der 100.000 Stellen nach der Rosskur übrig bleiben, das wird der neue starke Mann, John  Cryan, im Oktober verkünden. Dass etwa ein Drittel der Filialen in Deutschland schließen, gilt als ausgemacht. Ein Grund dafür sind die unverantwortlich hohen Kosten, die Cryan bemängelt hat. Ein zweiter Grund ist das spezielle Bankensystem in Deutschland mit der starken Position der öffentlich-rechtlichen Sparkassen.
Diese starke Position der öffentlich-rechtlichen Sparkassen mit ihren vielen Privilegien verfälscht den Wettbewerb aus Sicht der privaten Banken und auch unabhängiger Branchenkenner.  Die Sparkassen, ein Relikt aus früheren Zeiten (Armenkassen) mit ihrem öffentlichen, wettbewerbsverzerrenden Status, sind den  Wettbewerbskommissaren der Europäischen Kommission  schon seit langem ein Dorn im Auge. Aber gegen die politische Lobby aus Berlin waren alle Versuche zur Wettbewerbsangleichung bisher vergeblich, erläutert Dr. Lutz Werner (www.anleger-beteiligungen.de
Wenn diskutiert wird, wie groß Finanzkonzerne sein dürften, ohne das gesamte System zu gefährden (too big too fail) tauchen die Sparkassen in der Debatte locker darunter hinweg. Groß, mächtig, unheimlich – das sind immer die anderen: Deutsche Bank, Goldman Sachs und wie sie alle heißen.
 Die Sparkassen-Funktionäre haben es verstanden, sich in diesem Blick klein zu machen. Deswegen beanspruchen sie auch laxere Regeln, etwa für die Bankenaufsicht, Eigenkapital usw. Meist kommen die Sparkassen mit ihrer politischen Lobby damit durch, was die private Konkurrenz berechtigterweise ärgert, da es ihr Leben im ungleichen Wettbewerb erschwert.

Die Gunst der Sparkassen in der deutschen Politik ist grenzenlos. Die Sparkassen haben es mit ihrer Lobbyarbeit immer leichter als die Privatbanken, gesteht ein hochrangiger Regierungsmann aus der Union (immerhin die Partei von Ludwig Erhard und der sozialen Marktwirtschaft). „Schließlich haben viele unserer Leute dort Mandate“. Im Zweifel ist der Landrat, Bürgermeister oder Stadtdirektor vor Ort in einem Sparkassen-Gremium. So wie der oberste Sparkassen-Repräsentant  nicht zufällig ein früherer Finanzminister der CSU aus Bayern ist, der Heimat der skandalträchtigen Bayrischen Landesbank.
Ihr Dr. Lutz Werner