Standortschließung IPV e.V. VAREL - Mehr als 50 Arbeitsplätze in Varel vor dem Aus

Gestern gab es eine tief greifende Überraschung für die Mitarbeiter des IPV in Varel: Die unangekündigte Vorstands- und Verwaltungsratsentscheidung zur Schließung des Standortes Varel, verbunden mit einem Umzug nach Berlin. Grotesk: Bis vor einer Woche wurde noch in den Standort Varel investiert und sogar im Sommer noch neue Stellen geschaffen. Auch auf Seiten der Vertragspartner und Mitglieder gibt es offiziell bisher kein Anzeichen für die Notwendigkeit einer Standortschließung. Zumal sich sogar aktuell ein strategisch wichtiger Bereich „Krankenversicherung“ in der Aufbauphase am Standort Varel befindet und zudem die Entscheidung für die Erweiterung der Produktpalette um die Unfallversicherung sowie Fonds beschlossen wurde. Hierzu hatten sich im letzten Jahr die Vorstände und der Verwaltungsrat entschieden.

Als Grund für den Umzug nennt die Geschäftsleitung die bessere „Nähe des Standorts Berlin zu den Verbänden“ (BDI/BDA). Eine nicht zutreffende Behauptung, da der IPV bereits seit Jahren über sein Berlin-Büro eine strategische Anbindung zur Spitze des BDI/BDA hat. Neben dem Standort in Berlin verfügt der IPV noch über einen Außenstandort in Düsseldorf. Auf Rückfragen der Mitarbeiter war der Vorstand nicht in der Lage glaubhaft zu erklären warum im Gegensatz zu Varel am Standort Düsseldorf festgehalten wird. Gegebenenfalls liegt dies auch an den persönlichen Präferenzen eines Vorstandsmitgliedes.

Doch auch aus externer Perspektive scheint der abrupte Strategiewechsel zu Lasten der Mitarbeiter in Varel nicht nachvollziehbar: Keiner der in Varel beschäftigten Mitarbeiter ist im direkten Kontakt mit BDI/BDA – dies ist schon seit jeher Vorstandsaufgabe. Darüber hinausgehend handelt es sich bei den mehr als 50 Mitarbeitern in Varel ausschließlich um administrative und zum Teil operative Einheiten, welche die Mitgliederverwaltung und -Beratung koordinieren. Eine strategische Relevanz für den Direktkontakt mit BDI/BDA ist nicht erforderlich.

Weiterhin waren die Vorstände bisher nicht in der Lage eine wirtschaftliche Notwendigkeit darzustellen. Der IPV verfügt als gemeinnütziger Verein per Bilanz 31.12.06 über ein umfangreiches Anlagevermögen und hat in den letzten Jahren durch das Engagement der Mitarbeiter die Mitgliederzahlen kontinuierlich gesteigert. Umso mehr verwundert der spontane Strategiewechsel.

Auf Seiten der Mitarbeiter wird vermutet, dass der Verwaltungsrat sogar der Standortschließung zugestimmt hat ohne, dass eine konkrete unabhängige Wirtschaftlichkeitsanalyse die Notwendigkeit eines so einschneidenden Schrittes darstellt. Es ist daher fraglich, ob diese Vorstands- und Verwaltungsratsentscheidung nachhaltig vertretbar und im Sinne des BDI und BDA ist.

Nach Auffassung des Betriebsrates wird hier ein finanziell gut gestellter und reibungslos funktionierender Betriebsstandort grundlos zerschlagen und ein verdeckter Personalabbau billigend von der Geschäftsleitung in Kauf genommen. Der Betriebsrat und die Belegschaft des IPV werden nichts unversucht lassen den Standort Varel mit seinen 50 Arbeitsplätzen zu erhalten und können dabei auch auf die Unterstützung der Lokal- und Regionalpolitik setzen: Der IPV ist für den Kreis Varel ein wichtiger Steuerzahler und eine feste Größe in dieser strukturschwachen Region.


Über betriebsratipv

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Versicherungswirtschaft