Pflegedienste -Demographischer Wandel und Fachkräftemangel

Der demographische Wandel macht auch den Pflegediensten zu schaffen. Der Autor und Gerontologe Adriano Pierobon, hat schon 2015 auf diese Entwicklung hingewiesen. Hinzu kommt, dass bald die so genannte Babyboom-Generation in Rente geht. Also die geburtenstarken Jahrgänge der Zeit von 1955 bis 1965.

Steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten verdichten sich auch in Deutschland zu einem Problem. Betrachtet man die Zahl und die Zusammensetzung der Arbeitnehmer, wird sich in den nächsten Jahrzehnten ein gravierender Wandel vollziehen. Durch die stetig wachsende Lebenserwartung und die seit Jahrzehnten niedrigen Geburtenzahlen kommt es zu erheblichen Verschiebungen in der Altersstruktur, auch bei der Erwerbsbevölkerung.
Aus den Daten des Statistischen Bundesamtes ist zu entnehmen, dass es im Jahr 2060 im Vergleich zu 2008 mindestens 28% weniger erwerbsfähige Personen geben wird. Das entspricht einem Rückgang von mindestens 14 Millionen potenziellen Arbeitnehmern, die der Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen (“Statistisches Bundesamt Bevölkerung Deutschlands“, 2009).

Diese Entwicklung führt zu konkreten Auswirkungen im Arbeitsumfeld der Menschen. Die Erwerbsquote von Frauen und Beschäftigen mit Migrationshintergrund wird ebenso steigen wie das Durchschnittsalter der Belegschaften. Die 30 bis 49-Jährigen und die 50 bis 64-Jährigen werden zu je 40% Bestandteil der Erwerbspersonengruppe sein. Lediglich 20% dieser Gruppe besteht dann aus jungen Arbeitskräften.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die entstandene Schieflage auf dem Arbeitsmarkt nur im Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und allen anderen Arbeitsmarktakteuren wieder begradigt werden kann. Grundsätzlich müssen das Fachkräfteangebot vergrößert, eine leistungsgerechte Bezahlung garantiert und flexible Arbeitszeitmodelle geschaffen werden. Durch Einsatz moderner IT-Systeme ist es möglich, den Zeitaufwand für Verwaltungsaufgaben und Dokumentationspflichten zu verringern. Hinzu kommt, dass sich Unternehmen, im Sinne eines Employer Brandings als attraktive Arbeitgeber neu positionieren und die Mitarbeiter in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen müssen. Vor diesem Hintergrund wird strategisches und gesundheitsförderndes Personalmanagement, auch und besonders in Pflegeunternehmen, für eine Zukunftsplanung immer wichtiger. Strukturelle Rahmenbedingungen müssen hierfür neu überdacht und optimiert werden.