Soeben bei Lulu erschienen: Der Sprachmüll eines Sozialpädagogen

Meine Tante ist auch keine Wissenschaftlerin gewesen. Deswegen vertrat sie ungeprüft die These: „Mutter doof, Vater doof, Kinder balla balla.“

Das war aber immerhin deutlich.

Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher dagegen drücken sich eher geschraubt aus. Fragen reicht denen nicht, die wollen hinterfragen. Diskutieren ist nicht genug, alles muss ausdiskutiert werden. Nach der Analyse ist für die vor der Analyse.

So verderben sie sich selbst den Spaß. Wie jene Pädagogin, die mich beim Sex gefragt hat, ob es stimme, dass Männer beim Geschlechtsverkehr an die Lottozahlen denken, damit sie länger durchhalten. Schon war ich nicht mehr bei der vergnüglichen Sache, sondern überlegte mir Tippreihen für den nächsten Samstag. Aber lange durchgehalten habe ich...

Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher haben wenig Freizeit. Die üben eigentlich stets ihren Beruf aus, bis ihr Leben von der Angst vor dem Versagen bestimmt wird.

Jüngsten Umfragen zufolge glauben die meisten Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr daran, dass sie in ihrem Beruf das Rentenalter erreichen werden. Sie gehen davon aus, dass ihnen vorher die Puste ausgeht. Manche leiden schon mit 40 unter Atemnot.

Aus dem Vorwort von "Meine Tante und die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch", erschienen bei Lulu.

http://stores.lulu.com/hwilmers


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