Nationalsozialismus

Drei Fragen an Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Berliner Topographie des Terrors

Berlin, 18.12.2018: 80 Jahre nach dem Staats- und Parteiterror gegen die jüdische Bevölkerung im November 1938 zeichnet die Ausstellung „Kristallnacht“ die damaligen Ereignisse nach. Im Mittelpunkt der Ausstellung der Stiftungen 'Denkmal für die ermordeten Juden Europas' und 'Topographie des Terrors' stehen einerseits historische Fotoserien aus sechs Orten, die Schlaglichter auf einzelne Verbrechen werfen: Demütigungen und Festnahmen, brennende Synagogen, zerschlagene Schaufenster und die Zerstörung religiöser Gegenstände, andererseits – erstmals – die Wege des Gedenkens an die sogenannten Pogrome seit 1945. Und heute, 80 Jahre nach der Kristallnacht, gibt es erneut in deutschen Städten, insbesondere in Berlin, Angriffe auf Juden. Weil Antisemitismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist, sollten Politik und Zivilgesellschaft alles unternehmen, um Hass, Hetze und Übergriffe im Keim zu ersticken, damit sich die Gräuel des...

Papst Pius XII. und der Holocaust

Papst Pius XII. war ein Verbrecher. Er ist mitschuldig, oder genauer: Er war der Hauptschuldige, ja der eigentliche Schuldige an der Vernichtung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten. Denn hätte Pius XII. sich gegen Hitler ausgesprochen, dann wäre der Holocaust absolut unmöglich gewesen - so oder so ähnlich meinen heute vielleicht viele. Zur Richtigstellung: Herbert Schambeck (geb. 1934, österreichischer Rechtswissenschaftler und Politiker (ÖVP) und mehrfacher Präsident des österreichischen Bundesrates) gab 1986 eine Aufsatzsammlung heraus: "Pius XII. Friede durch Gerechtigkeit", Die Beiträge zeugen durchgehend von großer Dankbarkeit gegenüber dem Papst, wenn z.B. Fürst Franz Joseph II. von und zu Liechtenstein "ohne Übertreibung sagen möchte, daß Pius XII. für mich das Idealbild eines Papstes war und dadurch das Sinnbild des Papsttums" (13). Hubert Jedin (1900-1980, Honorarprofessor für Kirchengeschichte in Bonn)...

NEUERSCHEINUNG: Das Reich war uns kein Traum mehr Wahn und Wirklichkeit. Kornwestheim 1931-1945

Kornwestheim/Altenriet: Anlässlich der aktuellen Ausstellung im Museum im Kleihues-Bau Kornwestheim erscheint das Werk "Dass Reich war uns kein Traum mehr | Wahn und Wirklichkeit. Kornwestheim 1931-1945" von Dr. Irmgard Sedler. Das Buch: Der vorliegende Katalog thematisiert den gesellschaftlichen wie auch politischen Wandel im Ort: von ländlich-bäuerlicher Geschlossenheit am Beginn des 20. Jahrhunderts zu sozial-urbaner Offenheit und politischer Zerrissenheit in den 1920er bis 1930er Jahren. Er wirft Streiflichter auf den Prozess der Stadtwerdung Kornwestheims, welche, da in den 1930er Jahren noch nicht abgeschlossen, dem angestrebten ‚Volksgemeinschaft‘-Ideal der Nazis vor Ort besondere Akzente verliehen hat. Dem Betrachter/Leser werden diejenigen Veränderungen im Stadtbild vor Auge geführt, die eine gleichgeschaltete örtliche Volksgemeinschaft im Zeichen des Hakenkreuzes heraufbeschwören sollten, oder aber – wie der neue Rathausbau...

Der Roman zum Jubiläumsjahr 1968/2018

Martin Gohlkes packender Roman „Im Bauch der Titanic“ lässt die Geschichte der westdeutschen Linken lebendig werden. Vor 50 Jahren begann ein anderes Deutschland. Viele der damaligen 68er sind heute längst Rentner oder Pensionäre, die ihren Marsch durch die Institutionen absolviert haben. Aber was ist mit den stillen Helden dieser Generation? Von einem solchen aus der Generation, die gegen das bleierne Schweigen der Nachkriegszeit, die bürgerliche Enge und den Atomstaat kämpfte, erzählt Martin Gohlkes Roman über Liebe, Rache und den Tod. Die Handlung des Romans ist gespannt von der Zeit des Nationalsozialismus über...

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Aachener Juden im Nationalsozialismus

"Wir waren doch so jung" von Michael Kuhn und Jennifer Riemek ist im Ammianus-Verlag erschienen. Der Roman basiert auf Zeugenaussagen und thematisiert das Leben zweier jüdischer Familien in Aachen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Aachen zur Zeit des Nationalsozialismus: Zwei jüdische Familien erleben das Grauen des Zweiten Weltkriegs. Der fünfzehnjährige Jakob Bergmann lebt mit seiner Familie an der Grenze zu Holland und führt ein scheinbar behütetes Leben. Nachdem 1933 die Nazis an die Macht gelangt sind, nehmen die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung stetig zu und Jakob wird brutal aus einer bis dahin unbeschwerten...

Buch-Neuerscheinung „Saturn Hitler“ – zur okkulten Seite des Nazi-Führers

Noch immer wird oft übergangen, was schon Gewissheit ist: in der Führungsspitze des Nazi-Staates 1933-45 grassierte der Okkultismus. Rudolf Heß und Heinrich Himmler glaubten an übernatürliche Kräfte, an erster Stelle an die Macht der Sterne, die man in Horoskopen beschreibt. Sollte Adolf Hitler als erster Mann im Staat hiervon unberührt gewesen sein? Bisherige Biografien kamen zu dem Schluss, dass man Hitler glauben müsse, wenn er sich öffentlich von Okkultismus und Astrologie distanzierte. Diese Version ist nun nachhaltig in Frage gestellt: Daniel Hermsdorf zeigt an den milliardenfach reproduzierten Bildern des selbsternannten...

Einladung zur Stolperstein-Matinee am 9. November 2014 in Berlin

Berlin, 07.11.2014 - Am 9. November 2014 geht es bei der Matinee der Peira – Gesellschaft für politisches Wagnis e.V. um eine Einordnung der Stolpersteine als eine neue Form der Gedenkkultur "Die Stolpersteine sind", so die Autorin Dr. Petra Fritsche, "Mahnmal, Kunstwerk und Geschichtsprojekt." Bei der Spurensuche nach dem Lebensweg eines NS-Opfers, für das man einen Stolperstein legen will, werden sowohl NS-Dokumente als auch Dokumente der Entschädigungs- und Rückgabeakten gelesen. Dabei erfährt man von der Ausgrenzung, Ausplünderung und Deportation des Opfers und auch, aufgrund welcher Gesetze und Verordnungen dies geschah....

Eine SS-Karriere zwischen Nervenklinik, KZ-System und Waffen-SS: Theodor Eicke

Vom 24. März bis zum 3. Juni 1933 befand sich unter der Nummer 1098 ein 40-jähri-ger Mann aus Ludwigshafen als Schutzhäftling »zur Beobachtung« in der Universitäts-Nervenklinik in der Würzburger Füchsleinstraße. In der »Krankengeschichte« füllte der behandelnde Stationsarzt die Spalte Beruf folgendermaßen aus: »ohne / SS. Oberführer«. Bei dem Patienten handelte es sich um den fanatischen Nationalsozialisten Theodor Eicke, bei dem Arzt um den ehrgeizigen, gerade 31-jährigen Privatdozenten für Psy-chiatrie und Neurologie, Dr. Werner Heyde. Eicke sollte in den kommenden Monaten und Jahren als Kommandant des KZ Dachau,...

9. November 1938 - Die Reichspogromnacht, der Auftakt für den Holocaust

Berlin, 07.11.2013: In den zusammengefasst als Reichspogromnacht bezeichneten Tagen zwischen dem 7. und dem 13. November 1938 überfielen Sturmtrupps von SA und SS jüdische Geschäfte und Gotteshäuser im gesamten Deutschen Reich. Mehrere hundert Menschen wurden getötet, über 20.000 verhaftet. Insgesamt wurden 267 Synagogen niedergebrannt, 7500 Läden verwüstet und geplündert. Die größte Synagoge Deutschlands in der Berliner Rykestraße überstand diese Nacht nur, weil befürchtet wurde, bei einem Feuer könnten auch die umstehenden "arischen Gebäude" beschädigt werden. Die Reichspogromnacht ist im Nachhinein als Zäsur...

Buchveröffentlichung: Frauen in Konzentrationslagern

Buchveröffentlichung: Frauen in Konzentrationslagern: Eine geschlechtsspezifische Studie zu Überlebensstrategien und Alltag [Taschenbuch] „Als die Sonne sinkt, stehen wir wieder vor dem Bad. Nicht wir, sondern eine Gruppe unmöglich angezogener Menschen. [...] Wir sind keine Frauen mehr und keine Menschen. Jede hat ihre Lagernummer erhalten, und somit ist sie in die große Schar der Rechtlosen und Namenlosen aufgenommen.” Kahl geschoren, entkleidet, entwürdigt und „entweiblicht“: Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 begann für viele Frauen ein langer und qualvoller Leidensweg...

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