Hitlergruß

Heil Hitler doch selbst - oder: Der Führer bei der Gartenarbeit

Viele Jahre lang haben meine Eltern mit meiner Großmutter eine Wohnung oder ein Haus geteilt. Nach Schulschluss führte unser erster Kinder-Weg in die Küche meiner Oma. Die konnte kochen! Zauberte sogar noch aus Resten kulinarische Köstlichkeiten. Mein Vater dagegen hatte als Kind eine andere Meinung über die Kochkünste seiner Mutter. Er nörgelte sogar in jede Milchsuppe, weil die nie so schmeckte wie "im Schullandheim". Bis meiner Oma die Suppe anbrannte. Mein Vater löffelte begeistert, endlich schmeckte die Suppe wie "im Schullandheim"... Als Adolf Hitler die Macht an sich riss, war mein Vater acht Jahre alt - und nach Auskunft seiner Mutter fortan dermaßen krank, dass er für die Hitlerjugend gänzlich ungeeignet war. Meine Oma hielt nichts von den Nazis. Das verschwieg sie auch ihrem Abteilungsleiter in der Wilhelmshavener Werft nicht. Als der nach der Machtergreifung sagte "Marie, ab heute heißt es nicht mehr Guten Morgen, sondern...

Immer strafbare Gartenzwerge

Kannten Sie Ottmar Hörl? 1950 geboren, seit 1999 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Oder gar seine Gartenzwerge, die den „Hitlergruß“ zeigen? Ich meine, vor dem Skandal. Also genauer gesagt: Bevor die Polizei dem Skandal ein Ende machte. Vermutlich nicht. Hörls Gartenzwerg-Nazis sorgen bundesweit für Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg sieht darin ein „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“. Und das ist strafbar nach § 86 a des Strafgesetzbuchs. Es sei denn, die Handlung dient „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft“ oder ähnlichen Zwecken. Wenn es Professor Hörl also gelingt, die sachkundigen Staatsanwälte davon zu überzeugen, dass seine Gartenzwerge Kunst sind, ist er aus dem Schneider. Der Künstler kann den Wirbel nicht verstehen. Der Uneinsichtige ist offenbar vergiftet von liberalem Gedankengut...

Delmenhorster Gymnasium: Schüler singen Nazi-Lied/Lehrer entlassen

6. Februar 2008, ein Gymnasium in Delmenhorst bei Bremen: Ein Lehrer, der demnächst Beamter werden möchte, verteilt im Musikunterricht Noten und Text eines Liedes, das die zehnte Klasse im Stehen singen soll. Einige Schüler stehen auf und strecken auf Anweisung des Lehrers auch noch den rechten Arm zum so genannten „Hitlergruß“ aus. Durch das Klassenzimmer klingen faschistische Strophen: „Vorwärts, vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren.“ Ein Teil der Schüler hört entsetzt zu. Das Lied stammt von Baldur von Schirach, der 1925 als 17-Jähriger Hitler begegnet, in die NSDAP eintritt, Führer des Nationalsozialisten Deutschen Studentenbundes und Reichsjugendführer der NSDAP wird und am 17. Juni 1933 das Amt des Jugendführers des Deutschen Reiches übernimmt. Nach dieser Musikstunde wird der Lehrer von der niedersächsischen Landesschulbehörde entlassen. Dagegen klagt er und beantragt vorläufigen Rechtsschutz. Diesem Antrag...

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