Dankbarkeit

„Ich will mich nur zerstören.“ – „Depression, Borderline, Angststörung, Selbsthass“ von Larissa S. - Buchvorstellung

Jung, gutaussehend, gebildet und depressiv: Die Autorin Larissa S. ist erst 29 Jahre alt und promovierte Chemikerin. Würde man ihr auf der Straße begegnen, würde man kaum glauben, dass sie Probleme hat. Aber gerade das Problem an der Depression: Sie ist in ihr drin. Und sie kann sie nicht abschalten. Intime und tiefgreifende Einblicke in Larissas Psyche: 31 Tage lang beschreibt die Autorin, live, ungekürzt und ungeschönt, ihren Alltag und wie sie tagtäglich mit ihren Krankheiten kämpfen muss. Dieses Buch enthält die wahren Gefühle und Gedanken vieler Betroffener, die sich nicht trauen, sie auszusprechen. Eine Erfahrung, die noch aufschlussreicher und intensiver sein kann als so manche Therapie. Neue Erfahrungen, neues Leben? Larissa beschreibt nicht nur, wie sie unter Depression, Borderline & co. leidet, sondern auch, was sie dagegen unternimmt. Sie sammelt immer wieder neue Erfahrungen, um ihren Horizont zu erweitern und die...

MindHeroes: Selbstausbeutung

Es gibt verschiedene Wege, die man einschlagen kann, um sich selbst auszubeuten und im Konkurrenzgerangel um Anerkennung gut zu funktionieren. Z.B. Leistung erzielen durch rigide Disziplin, die einem dazu verhilft, sich steif zu machen, um durchzuhalten und schließlich Bandscheibenschäden zu haben. Oder Anerkennung durch histrionisches Drama erreichen, indem man schöpferisch, unterhaltsam, kreativ ist und dabei eventuell durch Überzeichnung nicht mehr so richtig weiß, was man wirklich will, weil man vor lauter Drama sich selbst nicht mehr spürt. Oder Anerkennung durch masochistisches Ertragen jedweder Belastung zu erhoffen; zu wünschen, dass einem Gerechtigkeit widerfährt, indem man geduldig auf sich nimmt, was gefordert wird und immer noch mehr, damit man akzeptiert wird. Man kann auch Anerkennung durch Dominanz ertrotzen, in der Rolle des Frontmannes, der Frontfrau, der oder die alles kann, alles organisiert, alles im Griff hat....

MindHeroes: Was sterbende bereuen

Interessant für die Selbstfürsorge sind die Beobachtungen, die Bronie Ware (2012) als Sterbebegleiterin gemacht hat. Sie hat 280 Menschen im Hospiz betreut und sie auf dem Sterbebett gefragt, was sie gern im Leben anders gemacht hätten. Fünf Dinge wurden in der Rückschau von den Sterbenden relativ einheitlich und mehrheitlich genannt. Sie sagten: 1) Eigenes Leben zu leben: „Ich hätte mehr Mut haben sollen, mein eigenes Leben zu leben und mich nicht so sehr von den Erwartungen anderer leiten zu lassen“. Das ist, was der Soziologe David Riesman vor fast 50 Jahren Außen-Leitung genannt hat. Seit für Menschen westlicher Zivilisationen die Traditionsleitung verschwunden ist, mag niemand mehr so recht an die Geborgenheit in der gesellschaftlichen Ordnung glauben. Begriffe wie Heimat, Beruf und Familie können leicht abhanden kommen und in der Unsicherheit der äußeren Umstände schauen die Menschen gebannt auf die Anderen und die auf die...

MindHeroes: Verbitterung

Der Zeitgeist der Postmoderne in der Leistungsgesellschaft, wo Geborgenheit in der Religiosität, im Beruf, in der Familie unsicher geworden ist, ist von narzisstische Züge von Erfolg und Selbstoptimierung geprägt. Wenn aber diese Ansprüche frustriert werden, wenn das idealisierte Selbstbild scheitert, erscheinen Depression und Verbitterung, weil die lebensüblichen Belastungen, die durchaus nicht angenehm sind, aber vorkommen wie Kündigung, Verlassen werden, Mangel an Gerechtigkeit, Sicherheit, Vertrauen, Wohlstand etc…nicht heroisch ertragen, sondern als vernichtend erlebt werden. Die Welt muss doch gerecht sein, kann man sich...

MindHeroes: Dankbarkeit

Wie lässt sich Selbstfürsorge trotz der Belastungen ermöglichen, die aus der Vergangenheit in die Gegenwart hineinragen? Es sind zwei Dinge: Dankbarkeit und Vergebung. Dankbarkeit ist nach McCullough & Emmons, die sich mit dem Konzept empirisch befasst haben, ein subjektiver Gradmesser für die Wohltaten, die ich erlebe. Ich bin umso dankbarer je wichtiger und angenehmer und wohltuender das ist, was mir widerfährt. Darüber hinaus ist es ein Motiv dafür, dass ich selber prosozial handle, altruistisch werde, dass ich etwas zurückgebe, dass ich schenke. Und drittens verstärkt Dankbarkeit aber auch das prosoziale Verhalten des...

Vergebung

Dieser Post ist Teil einer Reihe, die Sie hier starten können. Der zweite Aspekt, um mit der Vergangenheit in einer guten Weise abzuschließen, ist das Verzeihen können. Everitt Worthington hat eine grausame Erfahrung machen müssen. Er und sein Bruder fanden ihre alte Mutter vergewaltigt, zu Tode geprügelt, in deren Wohnung. Der Bruder hat sich später das Leben genommen. Worthington dagegen hat einen Weg gefunden, wie man sich nachträglich vor Traumatisierungen durch solche Erfahrungen schützen kann. Indem man verzeiht. Das klingt absurd; Rache erscheint doch angemessen. Es gab vor etlichen Jahren einen Fall in Norddeutschland,...

Was ist Selbstfürsorge?

Man kann sich fragen, ob bei den drängenden Problemen, die die Welt beschäftigen, wie Flüchtlinge, Terror, wachsende Ungleichheit von Arm und Reich, der Anspruch auf Selbstfürsorge berechtigt ist. Doch für Angehörige einer helfenden Zunft gilt, dass sie dafür sorgen sollten, dass es ihnen selbst gut geht, damit sie anderen helfen können. Denn wer will schon einen Therapeuten haben, der sich durch die Sitzung quält. Was ist Selbstfürsorge? Ist Selbstfürsorge Selbstverwöhnung? So wie Wellness? Selbstbelohnung? Mal shoppen als Selbsttröstung oder als Ablenkung auf eine Party gehen? Womöglich - aber vielleicht nicht...

Nachdenken über Umgangsformen

In der aktuellen Winterausgabe des Lichtwolf („Zeitschrift trotz Philosophie“) geht es auf 100 werbefreien Seiten um Höflichkeit und Dankbarkeit, Schenken und Schulden, Benehmen und Vergeben. Mit von der Partie sind Nietzsche, Cioran, Lord Chesterfield, Gorgias, Novalis, Scheler und Derrida sowie natürlich Immanuel Kant, der dieses Heft eindeutig dominiert. Behandelt wird unter anderem die Frage, was Benimmregeln zugrunde liegt. Wie sich die junge Bourgeoisie ihre Umgangsformen beim Adel abguckte, aber von dessen Menschenbild angewidert war, beschreibt Georg Frost an der Debatte um Lord Chesterfields Briefe. Ganz anders die...

Ergreifender Nachruf: Ehemaliger Obdachloser ehrt seine Hauswirtin

Max Bryan schreibt ergreifenden Nachruf für verstorbene Heinke von Löw (93†) Seit 3 Jahren begeistert der aus Hamburg stammende ehemalige Obdachlose Max Bryan seine Lesergemeinde mit einem Tagebuch im Internet. Darin zu lesen ist nun auch ein bewegender Nachruf, der zu Herzen geht. Darin gedenkt Max Bryan seiner im Dezember verstorbenen Hauswirtin Heinke von Löw (93†). "Sehr bewegend (...) mir kamen die Tränen" und "mir fehlen die Worte! Dein Nachruf ist ganz wunderbar!", schreiben die Leser seines Blogs. Mehr als 700 Fotos hat Max Bryan begleitend zu seiner Gedenkschrift veröffentlicht. Kondolenzen von Graz bis Jerusalem...

Motivationsmanagement im Beruf – neues Buch erforscht die Schlüssel zu Motivation und Zufriedenheit

In vielen Unternehmen herrscht eine Wertschätzungsdürre. Carsten Bach untersucht in „Mehr Wertschätzung und Anerkennung im Job“ die Gründe und zeigt, wie man Unternehmenskultur nachhaltig verbessert. Mitarbeiter beklagen, dass ihre Leistungen nicht angemessen anerkannt werden. Niedrige emotionale Bindung zum Arbeitgeber sowie Demotivation und Unzufriedenheit der Mitarbeiter sind die Folge. Doch das muss nicht sein. Wertschätzung und Anerkennung im Job sind der Schlüssel zu Motivation und Zufriedenheit und daher wichtige persönliche sowie unternehmerische Erfolgsfaktoren. Es sind oft schon die kleinen und einfachen Dinge...

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