Motivation zu bürgerlichem Engagement - IHK Potsdam lädt Gewerbevereine aus Oberhavel zum Austausch ein, mit Bernd Blase

Motivation zu bürgerlichem Engagement
29.05.2018

21 Mitglieder von Gewerbevereinen sind am Donnerstag im Ratssaal in Birkenwerder zusammen gekommen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Wege zu diskutieren, neue Mitglieder zum selbständigen Engagement in den Gewerbevereinen zu motivieren.

„Der Einzelhandel in unserer Gemeinde stirbt langsam aus. Bei uns kann man sich noch die Fingernägel machen lassen oder seine Kinder zur Nachhilfe schicken, aber das war es dann auch schon langsam“, konstatierte Bürgermeister Stephan Zimniok (Bürger im Fokus) bei der Begrüßung der Vertreter der Gewerbevereine. Deshalb: „Ist es auch ihre Aufgabe dafür zu sorgen, die Verhältnisse zu verbessern, damit die Bürger unserer Städte und Gemeinden den Blick wieder mehr nach Brandenburg und nicht zunehmend nach Berlin wenden“, so Zimniok.

Mehr Innovation und gezielte Maßnahmen gefordert

Beim Treffen der Oberhaveler Gewerbevereine, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, vertreten durch den Leiter des Regionalcenter Oberhavel, Philipp Gall, geladen hatte, waren neben Mitgliedern des Handel- und Gewerbetreffs (HGT) Birkenwerder, auch Mitglieder der Gewerbevereine aus Hohen Neuendorf, Oranienburg, Zehdenick und Gransee anwesend. Tenor der Veranstaltung war es, dass die regionale Wirtschaft durch Innovation und gezielte Maßnahmen weiter vorangebracht werden müsse.

In einer ersten Begrüßungsrunde stellten die Vertreter der Gewerbevereine Maßnahmen der letzten Jahre vor, die sie getroffen hatten, um dieses Ziel zu erreichen und gaben gleichzeitig an, ob sie diese für effektiv und geglückt halten oder eher nicht. Anschließend trat Bernd Blase aus Potsdam, Managementberater und an mehreren Hochschulen als Qualitätsmanager und Kommunikationstrainer tätig, vor die Vertreter der Gewerbevereine. Sein Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde trug den Titel: „Motivation – Mitglieder und Interessierte für den eigenen Verein aktivieren“.

Grundlagen der Kommunikation

Kommunikation funktioniere zu überwiegenden Teil über Körpersprache und die Stimme. Der Inhalt mache lediglich den geringeren Teil aus, so Blase. „Gerade diesem Teil messen wir aber bereits in der Schulzeit, der Zeit unserer Sozialisierung eine enorme Bedeutung bei und verkennen den Anteil des Auftretens und der direkten Ansprache“, erklärte der Rhetoriktrainer aus Potsdam. So sei es zwar sinnvoll Internetseiten einzurichten und seine Inhalte auf den neuen digitalen Kanälen zu verbreiten, aber dabei dürfe man keineswegs die Wirkung des direkten Kontaktes mit potenziellen Mitgliedern verkennen.

Bernd Blase wies darauf hin, dass der persönliche Nutzen für den Einzelnen sowie die Ziele des Vereins und die Identifikation mit seinen Werten und Zielen klar erkennbar sein müssen. „Was die meisten Vereine in ihren Satzungen verankert haben. Etwa „Förderung der Kooperation der Händler vor Ort“, sind keine Ziele sondern Grundsätze die leer im Raum hängen. Ziele müssen formuliert werden, um sie zu erreichen und anschließend neue Ziele anzustreben. Dafür sind vor allem feste Termine nötig, zu denen die gesteckten Ziele erreicht werden sollen“, stellte Blase fest. Um sich von der Masse abzuheben und den Bürgern im Gedächtnis zu bleiben, seien vor allem Mut und der Anspruch etwas Neues auszuprobieren von zentraler Wichtigkeit.

In der anschließenden Diskussionsrunde vermittelten viele Vertreter der Gewerbevereine den Eindruck, dass sie der Vortrag und die Vorschläge durchaus zum Umdenken bewegt und für eine konkreter kommunizierte und verbesserte Vereinsarbeit in der Zukunft angeregt haben.