Neue Ausstellung: Vom Wesen der Landschaft

Die zweite Kabinettausstellung im Rahmen des Rembrandtjahrs 2019 stellt die Landschaftsradierungen Rembrandt Harmensz. van Rijns (1606–1669) in einen unmittelbaren Dialog mit Zeichnungen des zeitgenössischen niederländischen Künstlers Jan van der Kooi (*1957), dessen Arbeiten in Form von losen Blättern und zusammenhängenden Skizzenbüchern erstmals in einer Ausstellung präsentiert werden. Damit treten die beiden Niederländer in ein Jahrhunderte übergreifendes „Zwiegespräch“ über die künstlerischen Möglichkeiten, die ganz unterschiedlichen Stimmungen einer landschaftlichen Szene auf Papier zu bringen.
Jan van der Koois Skizzenbücher begleiten den Künstler seit seiner Jugend und sind alle vollständig erhalten. Obwohl er seine Arbeiten, Zeichnungen auf Papier und Gemälde, schon häufig ausgestellt hat, sind die mehr als 150 Skizzenbücher nun erstmals in einer Präsentation zu sehen.

Die Seele der Landschaft
In einer Zeit, dem sogenannten Goldenen Zeitalter, in der sich die Landschaftsmalerei in den Niederlanden zu einem eigenständigen Genre in der Kunstwelt entwickelte, widmete sich Rembrandt den charakteristischen und wasserreichen Landschaften rund um Amsterdam. Häufig fertigte er anschließend von diesen Skizzen Radierungen an. Dabei ging es ihm weniger um realitätsgetreue Genauigkeit, als vielmehr um das Einfangen der jeweiligen Stimmung. Er konzentrierte sich auf Lichteffekte und Fernwirkung der Szenen.
Jan van der Kooi, für den Rembrandt ausdrücklich kein Vorbild, vielmehr ein „Seelenverwandter“ ist, legt ähnlich wie dieser weniger Wert auf die Abbildhaftigkeit in seinen Zeichnungen, sondern beschäftigt sich mit den verschiedenen Lichtverhältnissen und deren Wirkung. Selbst wenn er eine Szene mehrmals zeichne, so der Künstler, könne diese niemals gleich sein.

Techniken des 17. Jahrhunderts
Neben der Auseinandersetzung mit verschiedenen Landschaftseindrücken verbinden die beiden Künstler Technik und Material miteinander. Jan van der Kooi nutzt ganz bewusst historische Zeichenmittel, arbeitet häufig sogar auf Papier des 17. Jahrhunderts. Viele seiner Landschaften sind mit Rötel skizziert und anschließend mit brauner Tusche und schwarzer Kreide ausgearbeitet – so erinnern Van der Koois skizzenhaft ausgearbeiteten Zeichnungen an die seiner Vorgänger des 16. und 17. Jahrhunderts.


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