Weltweite Entkriminalisierung von Abtreibungen

"Die Vereinten Nationen setzen sich für eine weltweite Entkriminalisierung von Abtreibungen ein ... unsichere Abtreibungen führten Jahr für Jahr zum Tod von etwa 47.000 Frauen" (aerzteblatt.de, 27.09.2018).
Leider vergessen fast immer sowohl die UN als auch so ziemlich alle Medien zu erwähnen: Abtreibungen führten Jahr für Jahr zum Tod von von über 50.000.000 (fünfzig Millionen) Kindern. N.b. wirken nicht nur die "Pille danach", sondern auch viele sog. "Verhütungsmittel" abtreibend. Bzgl. der Opfer, d.h. der Kinder im Mutterleib, s. Prof. Dr. Erich Blechschmidt, Wie beginnt das menschliche Leben, Stein (6)1989: "Die Entwicklung des Menschen als Individuum (Individualentwicklung) beginnt mit der Befruchtung."
Dementsprechend lehrt die Kirche: »Dann muß man auch ein anderes sehr schlimmes Verbrechen erwähnen, durch das ein Anschlag auf das Kind im Mutterschoß geschieht. [...] Ob man das der Mutter antut oder dem Kinde, es ist gegen Gottes Gebot und die Stimme der Natur: "Du sollst nicht töten". Denn beider Leben ist gleich unverletzlich, und es zu töten, kann auch der Staatsgewalt nicht erlaubt sein. [...] Die Staatsoberhäupter schließlich und Gesetzgeber dürfen nicht vergessen, daß es Pflicht der Obrigkeit ist, durch entsprechende Gesetze und Strafen das Leben Unschuldiger zu schützen, um so mehr, je weniger die, deren Leben gefährdet und bedroht ist, sich verteidigen können. Zu diesen gehören in erster Linie die Kindlein im Mutterschoß.« (Papst Pius XI., "Casti Connubii" (über die Ehe), 31.11.1930)."
Wie kann man also die Tötung eines absolut hilflosen unschuldigen Menschen "entkriminalisieren"? Wie kann ein ganz objektiv, also in der Sache selbst liegendes "sehr schlimmes Verbrechen" plötzlich "legal" werden? Ist der Mensch hinsichtlich der "Legalität", hinsichtlich der Gesetzgebung völlig frei? Kann auch bei Recht und Gesetz ganz nach Belieben gelten: "Schön ist scheußlich, scheußlich schön"? In der Tat, der Rechtspositivismus wurzelt in dieser völligen Beliebigkeit. Erlaubt / verboten ist, was der momentan Mächtige momentan für erlaubt / verboten erklärt. Der Schritt zur Anarchie ist dann nicht mehr weit, vielmehr ist ein rechtspositivistisches System quasi geordnete Anarchie: Denn in der Anarchie zählt eben nur das Faustrecht, das Recht des Stärkeren. Begriffe wie "wahr" oder "falsch" werden nach Lust und Laune zum unberechenbaren Spielball der momentan Mächtigen.
Nun könnte man sich darauf berufen, dass die "Vereinten Nationen" ja "die Guten" sind, denn sie setzen sich ja für die "Menschenrechte" ein, hier also für das "Menschenrecht auf Abtreibung".
Das Problem dabei: "Menschenrechte" sind nicht Rechte, die der Beliebigkeit der Menschen ausgeliefert sind. Sondern sie gründen in der Menschenwürde, d.h. Menschenrechte schützen eben diese Würde des Menschen, sonst sind es keine Menschenrechte. Also kann Abtreibung niemals Menschenrecht sein.
Zugegeben: Für den Moment mag es jemandem vielleicht als sehr viel angenehmer erscheinen, das Kind im Mutterleib zu töten, als irgendwelche Verantwortung für das Kind zu übernehmen. Dann könnte man zwar einwenden, dass eine solche Sichtweise doch egoistisch und egozentrisch ist: Man denkt eben nur an sich und nicht an das Leben des Kindes. Und wer möchte denn selbst einmal Opfer von Egoisten und Egozentrikern werden?
Aber wer sich in täglicher unerbittlicher mühevoller Anstrengung dazu erzogen hat, nur an sich selbst zu denken, den wird ein solches Argument wohl kaum erschüttern. Selbst noch so viele Literatur über die Entwicklung des Menschen - als Menschen - im Mutterleib, selbst noch so viele Erklärungen zum Beginn des menschlichen Lebens mit der befruchteten Eizelle werden möglicherweise nichts ausrichten. Letztlich bewahrheitet sich auch hier wieder, wie brüchig und somit unzureichend eine Ideologie ist, die rein auf den Menschen, rein auf das Diesseits fixiert ist. Man kann und darf die Existenz und somit die Verpflichtung von "Gottes Gebot" nicht einfach immer rigoros verschweigen, sondern muss ggf. klar mit der gesamten Kirche (cf. Petrus, Apostelgeschichte 5,29) sagen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

01.10.2018:

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