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Sina Deutschländer Zimmertheater Tübingen

Das Zimmertheater hat sich an eine Erstaufführung gewagt und gewonnen.
Das Dreipersonenstück beginnt als Boulevard:
Ein Bewerbungsgespräch für einen Hochschulabsolventen,
dirigiert von 2 lesbischen Frauen. Europäische Produkte sollen in
Russland vermarktet werden.
Es geht um einen Job, gleichzeitig um einen Existenzkampf,
den die 3 Personen mit wechselnden Koalitionen austragen.
Das findet vor laufenden Kameras statt, d.h. überwacht von der Zentrale der
Organisation. Hinter dieser Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die den Horror
einer Gesellschaft offenbart, die von der Globalisierung überrollt wird:
Trostlose Armut, Klärschlamm, der Lebensgrundlagen vernichtet, Gewalt,
Alkoholismus und Prostitution.
Die Genialität des Stücks besteht darin, komplexe Sachverhalte
in hochdramatische Handlung umzusetzen, ohne diese zu banalisieren.
Das Zimmertheater hat daraus einen spannenden Abend gemacht:
Johannes Karl als anrührender Frank, der weltfremde Hochschulabsolvent,
mischt die beiden Lesben Dr. Pitt (überragend Nicole Schneider)
und Dr. Gray (Viola Neumann) auf und entwickelt sich vom
tumben tor zum Beherrscher der Szene, indem er genau das zerstört,
woran er sein Herz gehängt hat.
Die Inszenierung verbindet einen hohen Unterhaltungswert
mit einem tiefen Blick in den Abgrund.