Nürnberger Familienbetrieb Juwelier Paul: Gut gerüstet für die Zukunft

Geschäftsführerin Carola Paul von Reinhard Paul GmbH sieht gute Perspektiven nach dem Umbau in Höhe von 350.000 Euro

Nürnberg. Seit 1898 steht das Juweliergeschäft Reinhard Paul GmbH für Qualität und Sachverstand in allen Fragen rund um exquisiten Schmuck. In den letzten Jahren ergaben sich für das renommierte Unternehmen zwei bedeutende Veränderungen: 2014 übernahm Carola Paul, Tochter von Reinhard Paul, die Geschäftsführung des Familienbetriebs in der fünften Generation. Im Herbst 2016 wurden die Geschäftsräume in der Kaiserstraße in Nürnberg grundlegend renoviert.

Zum 1. Januar 2014 übertrugen Reinhard und Gisela Paul ihre Gesellschaftsanteile komplett an ihre Tochter. Doch ist Reinhard Paul, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, auch heute noch in der Geschäftsführung und tageweise auch beratend tätig.

Der Generationswechsel vollzog sich bewusst schleichend, wie Carola Paul betont, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich an die neuen Strukturen zu gewöhnen. "Es ist auch für die Mitarbeiter ein Lernen gewesen, nun zur "Chefin“ zu gehen. Mittlerweile haben wir uns aber eingespielt, ich habe meine Rolle gefunden und erfülle sie im Großen und Ganzen gut,“ sagt die 36-Jährige nach dem Einstieg in das Unternehmen der Eltern. Um die Tradition einerseits fortzuführen und die Moderne anderseits erlebbar zu machen, entschied sie sich 2016 zum kompletten Umbau der Räumlichkeiten in der Nürnberger Kaiserstraße.

„Gemütlich wie im Wohnzimmer, und trotzdem schlicht“

Rund 350.000 Euro hat die Geschäftsfrau in den Neubau investiert, die Änderungen waren umfassend: Die Fassade wurde erneuert und aus dem kleinen, vorhängenden Guck-Kasten ein großes, ebenerdiges Schaufenster gemacht. Die Treppe wurde verkürzt und der Eingang versetzt, wodurch eine größere Ladenfläche entstand. "Durch die neue Gestaltung der Möbel fragen uns nahezu alle Kunden, ob wir den Nachbarladen integriert haben, da sie den Raum nun deutlich größer empfinden," schildert Carola Paul die Eindrücke ihrer Kunden.

Ein wesentlicher Grund für den Umbau resultierte aus ihrem Wunsch, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. "Wohnzimmerartig gemütlich sollte es werden, aber trotzdem schlicht, damit der Kunde und der Schmuck im Mittelpunkt stehen können." Zudem gibt es nun zusätzliche Sitzgelegenheiten für die Beratung, ohne den Zugang nach außen eng wirken zu lassen. „Genügend Luftigkeit im Raum haben wir“, nennt es Carola Paul.

Erzielt wird dieser Effekt durch ein neues Glasvitrinenband, das über dem Kopf frei ist und den Raum in seiner vollen Breite belässt. „So wirkt das Geschäft aufgeräumter und ruhiger, die Kunden können sich besser orientieren und der Schmuck kann wertiger gezeigt werden.“ Die Ersteröffnung nach dem Umbau erfolgte am 28. September 2016, „wobei zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Arbeiten beendet waren“, sagt Carola Paul.

Viele Generationen – eine Philosophie

Neu ist fast alles beim Traditionsbetrieb - mit Ausnahme des Teams und der Firmenphilosophie, die sich in 119 Jahren Geschäftsbetrieb längst im Unternehmen manifestiert hat. Die persönliche, individuelle Beratung des Kunden durch ein fachlich kompetentes Team sowie der Verkauf qualitativ hochwertiger Produkte – auf diese Faktoren legt die junge Unternehmerin viel Wert.

Jetzt, im Juni 2017, neun Monate nach der Modernisierung, zieht Carola Paul ein erstes Zwischenfazit: "Die Kunden haben die Räume gut angenommen und durch die neue Präsentation kommt auch unsere Stärke der eigenen Anfertigungen besser zur Geltung“, meint die Nürnbergerin, die aus ihrer Unternehmensphilosophie kein Geheimnis macht: „Wir wollen die Kunden begeistern, indem sie den Schmuck anfassen und spüren können, Edelsteine mit der Lupe betrachten und das Eigenleben entdecken.“

So klar und einfach diese Strategie scheint, so überzeugt ist sie von der Wirksamkeit: „Dieser Ansatz wird uns auch in den kommenden Jahren vorwärts bringen." Ihren Humor zeigt Carola Paul gerne – sowohl im Geschäft als auch im privaten Umfeld: „Wenn ich mich manchmal in privaten Kreisen beschreibe, dann sage ich zunächst, dass ich mit Kohlenstoff und Schwermetall arbeite - beides in homöopathischen Dosen“.