Einsicht in die Jugendamtsakten

Gegen die Teilnahme eines bevollmächtigten Beistandes bei der Akteneinsicht bestehen keine rechtlichen Einwände. Zu dieser Erkenntnis gelangte ein bayrisches Jugendamt nach einer acht monatigen Prüfung.
Über 40.000 Inobhutnahmen durch deutsche Jugendämter und genauso viele Gerichtsverfahren gibt es mittlerweilen in Deutschland. Da spielen die Akten naturgemäß eine gewichtige Rolle. Aber es ist zuweilen schwer eine Akteneinsicht in die Jugendamtsakte zu bekommen. So auch in diesem Fall. Einer Mutter, der wie sich später herausstelle, aufgrund einer falschen Beschuldigung ihr Kind entzogen wurde, verweigerte das zuständige Jugendamt die Einsichtnahme in die Akten.
Als die Mutter einen erneuten Antrag stellte und die Anwesenheit eines Beistands vom Verein „Kinder sind Menschen e.V.“ ankündigte, verweigerte ein Mitarbeiter des Jugendamts diesen Beistand mit den Worten „Der kommt mir nicht ins Haus“. Gegen dieses unbegründete „Hausverbot“ legte der Verein eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.
Nach Ansicht des Vereins Kinder sind Menschen e.V. ist eine Akteneinsicht beim Jugendamt dringend geboten, da die Erfahrung gezeigt hat, dass allzu oft fallrelevante Dokumente, die gegen eine Fremdunterbringung sprechen, nicht den Weg in die Gerichtsakten finden. Die Entscheidung des Jugendamts wurde nach einer rechtlichen Überprüfung des Datenschutzbeauftragten gefällt. Das geht aus dem Schriftwechsel hervor.
Ein kleiner Lichtblick für betroffene Eltern, Zumindest in Bayern.