Flucht der Anleger und Investoren aus den Rohstoffen

Die privaten Anleger wie auch die professionellen Investoren ziehen sich aus den Rohstoffmärkten zurück. In diesem Jahr sind schon 17 Mrd. $ aus Indexfonds auf Rohstoffe abgezogen worden. Das sind noch einmal 10 Mrd. $ mehr als im gesamten vergangenen Jahr, in dem sich Anleger und Investoren bereits vor allem aus Gold und Goldfonds zurückgezogen hatten. Allein im September und Oktober dieses Jahres haben sich die Fondsvolumina um 7 Mrd. auf aktuell 286 Mrd. $ verringert, berichten Rohstoff-Experten. Ende des Jahres 2012 hatte das akkumulierte Fondsvolumen zum Vergleich noch 418 Mrd. $ betragen, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich als Mail erscheinenden www.Investoren-Brief.de.

Viele Investoren haben sich aus den Rohstoffen als Anlageklasse verabschiedet, so der einhellige Tenor. Viele Rohstofffonds hätten dramatisch verloren. Experten schätzen, dass sich die Investitionen in Rohstoffe seit 2011 mehr als halbiert haben. Dieses Bild bestätigt auch die Deutsche Bank. Danach sei das Interesse an Rohstofffonds in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen. Damit hat sich die Marktstimmung für diese Anlageklasse in diesem Jahr extrem negativ gewandelt und zu anderen Anlageklassen entwickelt.

Aber welche Anlageklassen haben das Interesse der Anleger gefunden und welche Renditen konnten die Anleger dabei erzielen? Gerade in heutiger Zeit der Null- bzw. Strafzinsen eine elementar wichtige Frage.

Zuerst einmal haben die Anleger neben den Rohstoffen auch massiv Aktien bzw. Aktienfonds abgestoßen.

Welche Gründe gibt es für den Ausstieg der Anleger und Investoren aus Rohstoffen?

Die Gründe liegen in zweierlei: Einerseits in den starken Preisrückgängen bei vielen Rohstoffen selbst, aber andererseits hängt es auch zusammen mit dem starken Dollaranstieg. Da Rohstoffe in amerikanischer Währung gehandelt werden, verteuern sie sich für Anleger und Investoren außerhalb der USA. Zudem seien andere Anlageklassen derzeit attraktiver, sodass sie den Investitionsmöglichkeiten in Rohstoffe, Rohstofffonds usw. den Rang abgelaufen haben.

Das Umfeld ist für Rohstoffinvestitionen mehr als schwierig. Die gängigen Rohstoffindizes sind tief im Minus. Der Bloomberg Commodity Index hat seit Jahresbeginn 7% verloren, der energielastige Index S & P GSCI sogar 15%. Allein der Preis für Rohöl ist in den vergangenen vier Monaten um 30% auf aktuell weniger als 80 $ je Barrel (159 l) gefallen. Die schlechte Entwicklung der Rohstoffpreise und der Rohstoffindizes schlägt natürlich direkt auf die Indexfonds durch, die diese abbilden und die deswegen auch hohe Verluste erlitten haben. So hat der Rohstoffindexfonds von DB-X- Trackers, der ein Volumen von 676 Mio. € hat, in diesem Jahr knapp 13% eingebüßt. Aus Sicht von zwei Jahren sind es sogar knapp 24%.

Dieses Bild deckt sich mit der allgemeinen Entwicklung an den Rohstoffmärkten in diesem Jahr, dass sich im Jahresverlauf spektakulär gewandelt hat. Im ersten Halbjahr waren die Rohstoffe noch eine attraktive Anlageklasse.

Doch verschiedene Gründe bei unterschiedlichen Rohstoffen haben dazu geführt, dass es seit einem halben Jahr mit den Preisen deutlich bergab geht. Dazu gehörte der Rückgang der Energiepreise und besonders von Gas und Rohöl durch ein Überangebot an den Märkten : Einerseits geringere Nachfrage durch Konjunkturdämpfung in Europa und Schwellenländern wie China sowie andererseits durch ein höheres Angebot durch das erfolgreiche Fracking in den USA. Auch bei den Agrarrohstoffen ist ein Preisrückgang durch gute Ernte und volle Lager festzustellen. Die lahmende Weltkonjunktur mit gedämpfter Nachfrage tut ihr Übriges. Das hat dazu geführt, dass zum Beispiel JP Morgan und die Credit Suisse, zwei große Player im Rohstoffmarkt, erklärt haben, sich dort zurückzuziehen.