Auswärtiges Amt: Kein akademischer Abschuss notwendig um Botschafter zu werden

Das Auswärtige Amt bestätigte auf Anfrage von politicsgermany, dass ein Hochschulabschluss nicht notwendig ist, um Deutschland als Botschafter zu repräsentieren.

Zur Vorgeschichte:
Im Februar dieses Jahres wurde bekannt, dass die Absicht besteht die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zur Botschafterin im Vatikan zu ernennen. Schavan musste im Zuge von Plagiatsvorwürfen ihren Doktortitel abgeben. Da dies ihr einziger akademischer Abschluss ist, besitzt sie keinen Hochschulabschluss.

Eben jener Hochschulabschluss ist jedoch Voraussetzung um höhere Tätigkeiten, wie das Amt des Botschafters, im auswärtigen Dienst erlangen zu können. Da die geplante Ernennung Schavans im Widerspruch zu den Voraussetzungen steht, hat der Politikbog politicsgermany.com beim Auswärtigen Amt nachgefragt (http://www.politicsgermany.com/2014/02/durchgefallen/). Dieses revidierte die bisherigen Voraussetzungen, wie sie – für jeden nachlesbar – auch auf der Website stehen. „Für die Ernennung zur Botschafterin sind ein akademischer Abschluss oder eine Promotion keine zwingende Voraussetzung.“ Vielmehr sei die persönliche Eignung wesentlich. Folglich sei die geplante Ernennung Schavans regelkonform (http://www.politicsgermany.com/2014/04/klarheit-im-fall-schavan/).
Die Sprengkraft dieser Aussage ist groß. Kenntnisse wissenschaftlich-analytischer Methoden werden bei dem anspruchsvollen Beruf nicht vorausgesetzt. Für die bisherigen BewerberInnen und BotschafterInnen könnte dies ein Affront sein. Zudem ist für die Zukunft ein Qualitätsverlust auf diesem Posten zu befürchten.
In Jedem Fall hat die Personalie Schavan erneut für Kontroversen gesorgt.

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