Systemvarianten und -versionen effizient managen – Seminar »Variantenmanagement« am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Soft

Der effiziente Umgang mit Systemvarianten und -versionen stellt für viele Unternehmen eine große Herausforderung und Schlüsselkompetenz dar. Denn nur wer variantenreiche, software-intensive Systeme erfolgreich managt, bleibt langfristig produktiv. Dessen sind sich viele Firmen nicht bewusst – sie setzen neue Varianten eines Produkts um, indem sie bereits bestehende Hardware-/Software- Systeme kopieren und abändern. Dieser Lösungsansatz ist jedoch nur anfänglich praktikabel: Denn je mehr Varianten und Versionen eines Produkts auf den Markt kommen, desto schwieriger wird es, den Überblick über die verschiedenen Abhängigkeiten zu behalten und die einzelnen Produkte zu entwickeln und zu warten. Daher empfiehlt es sich auf ein systematisches Variantenmanagement zurückzugreifen, das die Wiederverwendbarkeit und Einsetzbarkeit von Lösungen in variantenreichen Umgebungen erhöht. Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE reagiert auf diesen Bedarf und bietet unter dem Dach der Fraunhofer Academy das Seminar »Variantenmanagement« an. Das nächste Grundlagenseminar wird vom 05. bis 07. Mai 2014 am Fraunhofer IESE in Kaiserslautern stattfinden. Am 08. und 09. Mai 2014 kann die Fortbildung mit einem Vertiefungsseminar fortgesetzt werden.

Weitere Informationen und Anmeldung auf: www.academy.fraunhofer.de/de/
information_kommunikation/variation_management.html

Die Nachfrage nach maßgeschneiderten und nachhaltigen Systemlösungen wächst in nahezu allen Marktbereichen. Grund für diesen Trend sind die Globalisierung der Unternehmen, die immer schnellere technologische Entwicklung und die zunehmende Marktmacht der Kunden. Gerade bei software-intensiven Systemen sehen sich Firmen mit einer rasant wachsenden Anzahl von Varianten und Versionen konfrontiert. Wenn Produkte in separaten und unabhängigen Projekten entwickelt und gewartet werden, wird der Aufwand für das Managen der Produktvarianten im Laufe der Zeit zu einem Faktor, der Innovationen erstickt. Damit riskiert man, dass Produkte zu spät, mit unzureichender Qualität und/oder zu hohen Kosten auf den Markt kommen.

»Viele Firmen merken, dass sie weniger produktiv sind als früher und machen dafür die falschen Tools oder komplexere Produkte verantwortlich. Ihnen ist nicht bewusst, dass ein systematisches und strategisches Variantenmanagement die Produktivität deutlich verbessert« erklärt Dr. Martin Becker vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE. Der in der Praxis häufig verwendete Lösungsansatz bestehende Hardware- und Software-Systeme immer wieder zu kopieren und abzuändern, funktioniert nur anfänglich. Je mehr Varianten und Versionen eines Produkts auf den Markt kommen, desto schwieriger wird es für die Firmen, den Überblick über die verschiedenen Abhängigkeiten der Systeme zu behalten. Das kann untere anderem bei der Wartung zu Problemen führen. »Wenn Fehler in verschiedenen Systemen auftreten, die immer wieder abgeändert wurden, lassen sich diese nur sehr schwer finden und beheben. Unternehmen, die wiederverwendbare Module nutzen, haben erheblich kürzere Wartungszeiten, weil sie lediglich die fehlerhaften Module korrigieren und austauschen müssen« führt Dr. Martin Becker aus. Daher empfiehlt es sich, auf ein systematisches Variantenmanagement zurückzugreifen, das die strategische Wiederverwendung von System- und Softwarelösungen erhöht.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE reagiert auf diesen Bedarf und bietet das Seminar »Variantenmanagement – Strategische Wiederverwendung mit
(Software-)Produktlinien« an. Es richtet sich an Entscheidungsträger, Produktmanager, Produktlinien- und Plattformmanager, Projektleiter sowie an System- und Software-Ingenieure bzw. -architekten und Konfigurationsmanager und zeigt auf, wie sich Systemvarianten und-versionen leichter planen, umsetzen und managen lassen. Im dreitägigen Grundlagenseminar werden die Planung und Einführung praktischer Software-Wiederverwendungsansätze sowie deren Auswirkungen auf die Organisation und Technik vorgestellt und diskutiert. Zur Vertiefung der Kenntnisse über Modellierung, Analyse, Implementierung und Optimierung von Produktlinien und Wiederverwendungsplattformen kann die Schulung um zwei zusätzliche Tage erweitert werden. Die im Seminar vermittelte Methodik zeigt einen ganzheitlichen Ansatz, der den gesamten Lebenszyklus einer Produktlinie von der Einführung über die Weiterentwicklung bis zum Reengineering betrachtet sowie die organisatorischen und technischen Aspekte verbindet. Neben der Methodik können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die neu gewonnenen Erkenntnisse in praktischen Übungen mit Werkzeugen anwenden. Zudem werden anhand einer Reihe von Projektbeispielen aus der Praxis typische Vorgehensweisen, Best Practices und konsolidierte Erfahrungen vorgestellt. Dabei geht es insbesondere darum, wie man durch Anwendung einzelner Verbesserungsschritte nach und nach in die strategische Software- Wiederverwendung einsteigt.

Fraunhofer Academy
Die Fraunhofer Academy bündelt die Weiterbildungsangebote der Fraunhofer-Gesellschaft unter einem Dach. Neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung fließen unmittelbar in die Lehrinhalte ein. Dies garantiert einen einzigartigen Wissenstransfer aus der Fraunhofer-Forschung in die Unternehmen. Die berufsbegleitenden Studiengänge, Zertifikatskurse und Seminare der Fraunhofer Academy richten sich an Fach- und Führungskräfte. Sie basieren auf den Forschungstätigkeiten der Fraunhofer-Institute in Kooperation mit ausgewählten und renommierten Partneruniversitäten und Partnerhochschulen. Weiter Informationen auf www.academy.fraunhofer.de