4181 Kinder und Jugendliche mussten 2012 aus Heimen und Pflegefamilien in Obhut genommen werden,

aus Einrichtungen, in die sie zuvor „zu ihrem Wohl“ gebracht wurden. Für 1633 war das vom Jugendamt zugestandene „Wohl“ wohl so unerträglich, dass sie die Flucht ergriffen. Über 300 von ihnen wurden an Jugendgefährdenden Orden aufgegriffen.
Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme, um eine Gefahr vom Kind abzuwenden. Die Jugendämter betonen immer, dass die Inobhutnahmen ausschließlich dem Wohle des Kindes dienen. Unverständlich, dass im Bundesdurchschnitt 10,8 % aller in Obhut genommener Kinder aus der Gefahrenzone Heim oder Pflegefamilie gerettet werden müssen. Schließlich wurden sie ja vom Jugendamt selbst dort hin gebracht. Allzu oft wurden sie voreilig oder gar willkürlich aus einer Intakten Familie oder von einer(m) liebenden alleinerziehenden Mutter oder Vater gerissen. Wenn das Jugendamt ein Kind in Obhut nimmt, hat es auch die Fürsorgepflicht. Aber da liegt es wohl im Argen. Die 10,8% sind auch nur der Durchschnitt. Die Stadtstaaten Hamburg und Bremen sind noch schlampiger mit der Kontrolle. Rund ein Sechstel der Inobhutnahmen waren dort aus Heimen und Pflegefamilien. In Hamburg waren 14% der Inobhutnahmen aus meist staatlichen Heimen. Laut Statistik wurden in Hamburg 2012 91,75 der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen an Träger der öffentlichen Jugendhilfe gegeben.
Es geht auch anders! Sachsen-Anhalt liegt mit einem Anteil von 99,9% an Trägern der öffentlichen Jugendhilfe unter dem Bundesdurchschnitt, mit 9,8%. (Siehe Anhang.) Das Saarland liegt mit 4,6% am unteren Ende der Skala. Das Verhältnis von öffentlichen und freien Träger beträgt dort 2 zu 1.
Es sind aber keineswegs nur die öffentlichen Träger die Probleme machen. Brandenburg hat mit 79,9% Anteil an Träger der freien Wohlfahrt 13,9% und belegt damit den vierten Platz.

Quelle Statistisches Bundesamt: Statistik der Kinder und Jugendhilfe, Vorläufige Schutzmaßnahmen Liste LT1
Lfd.Nr. 32,33,36,37,41,42,45,46,48 und 49

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.richardmoritz.de/Der%20Einzelfallmythos.html

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