BHKW für Biomasseheizanlage

Eigenstrombedarf wird künftig in der Anlage selbst gedeckt

Nahezu CO2-freie und damit klimaschonende Biowärme strömt seit zwei Jahren aus der Biomasseheizanlage Lichtenfels in der Kronacher Straße. Jetzt wurde dort ein kleines erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) eingebaut, das über 12,5 Kilowatt thermische und 5,5 Kilowatt elektrische Leistung verfügt. „Damit können wir den Eigenstrombedarf der Anlage auf hocheffiziente Weise decken“, freut sich Dietmar Weiß, Werkleiter der Stadtwerke Lichtenfels. Der regionale Energieversorger und die E.ON Bayern Wärme GmbH sind die Muttergesellschaften der BHL Biomasseheizanlage Lichtenfels GmbH, die die Biomasseheizanlage gebaut hat und jetzt betreibt.

Den Anstoß zur Erzeugung von Wärme aus Biomasse „hatte der Wunsch des Landkreises Lichtenfels gegeben, die Wärmeversorgung verschiedener Liegenschaften auf regenerative Beine zu stellen“, erinnert sich Burkhard Butz, neben Dietmar Weiß einer der beiden Geschäftsführer der BHL. Dabei geht es um das Landratsamt, die Berufsschule für Flechtgestaltung, das Gebäude der Polizei in Lichtenfels, das Meraniergymnasium und das Wohnheim des Heilpädagogischen Zentrums. Sie alle erhalten seit Anfang Oktober 2010 Wärme für die Raumheizung und zur Erhitzung des Brauchwassers – und das zuverlässig rund um die Uhr, denn „die Biomasseheizanlage läuft weitgehend störungsfrei“, so Butz.

Selbstverständlich sei der reibungslose Betrieb nicht, ergänzt Butz und erwähnt zahlreiche Herausforderungen wie die wechselnde Güte der Holzhackschnitzel, mit denen die Anlage beschickt wird. Man habe jedoch die Schwierigkeiten gemeistert – dank umfassendem Know how der E.ON Bayern Wärme in punkto regenerative Wärmeerzeugung und –lieferung sowie kompetentem Personal von den Stadtwerken Lichtenfels vor Ort. „Die Kooperation der beiden Unternehmen war absolut die richtige Entscheidung“, sagt Stadtwerke-Werkleiter Weiß.

Der Biomassekessel hat eine Nennwärmeleistung von 550 Kilowatt, die in der Regel ausreicht, um den Bedarf der angeschlossenen Gebäude zu decken. In der Regel heißt: Erst bei Null Grad ist der Kessel voll ausgelastet. Wird es noch kälter, schaltet sich automatisch ein 700-Kilowatt-Gaskessel zu. Beide zusammen erzeugen genug Wärme für das ganze Jahr. Den Härtetest mit minus 28 ° C haben die beiden Kessel im Februar 2012 mit Bravour bestanden. Die Kombination sei wirtschaftlicher, als wenn man den Biomasseheizkessel größer dimensioniert oder einen zweiten als Reserve installiert hätte, sagt Butz. „Mit Biomasse stellen wir rund 85 Prozent der benötigten Wärme bereit, die restlichen 15 Prozent trägt der Gaskessel bei. Überwiegend wird also aus erneuerbaren Quellen geheizt.“

Die Holzhackschnitzel stammen aus den Landkreisen Lichtenfels und Kronach, also aus der Region. In den Bunker passen rund 100 Kubikmeter, was im Frühling und Herbst je nach Witterung für ein bis zwei Wochen ausreicht. Holz nimmt beim Wachsen genau so viel CO2 auf, wie bei der Verbrennung freigesetzt wird. Mit der Produktion von Wärme in der Biomasseheizanlage werden daher dem Klima gegenüber einer Erdgasheizung rund 275 Tonnen CO2 pro Jahr erspart.
Die Beteiligung an der Biomasseheizanlage ist für die Stadtwerke Lichtenfels nur ein Baustein ihres Einsatzes für mehr Nachhaltigkeit in der Energieversorgung. Außerdem ist der Versorger Mitglied im Initiativkreis Stadtwerke Nordbayern. Dieser Zusammenschluss von rund 20 Stadtwerken widmet sich unter anderem ebenfalls der Energiewende vor Ort. Er bündelt Kompetenzen und Erfahrungen, führt gemeinsame Aktionen durch und informiert Kunden ausführlich unter www.initiativkreis-stadtwerke.de.

Dem Initiativkreis Stadtwerke Nordbayern gehören rund 20 lokale und regionale Energieversorger an. Der Zusammenschluss dient der Bündelung von Kompetenzen und Erfahrungen sowie der Koordination gemeinsamer Aktivitäten im Interesse der Kunden. Internet: www.initiativkreis-stadtwerke.de.

Presseinformation des Initiativkreises Stadtwerke Nordbayern,
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