McDonalds Burger scheitert an der Herstellung glutenfreier Brötchen

Koblenz, 29.01.2012 - McDonalds scheitert an der Herstellung von Brötchen für einen glutenfreien Burger. Der Customer-Service des Unternehmens räumt auf Nachfrage ein, dass die Einführung glutenfreier Backwaren nicht geplant sei und es zudem an den technischen Voraussetzungen zur Herstellung fehle.

Angela E. nutzte die McDonalds-Aktion "Mein Burger", um ein glutenfreies Gericht ins Rennen zu schicken. Das tat sie mit dem Burger McGlutenfree. Rund 4.000 Leute stimmten online für den Burger ab. Jeder in der Hoffnung, dass aus dem Vorhaben Realität wird. Doch weit gefehlt. Das Voting war völlig umsonst.

Auf Nachfrage von Djane B. teilte Claudia S. vom McDonalds Customer-Service unmissverständlich mit, dass es die Brötchen, die für den Verkauf eines glutenfreien Burgers benötigt werden, nicht geben wird. Dabei klangen die ersten Zeilen des Antwortschreibens recht vielversprechend:

„McDonald's setzt alles daran, seine Gäste zufrieden zu stellen. Natürlich versuchen wir dabei auch die unterschiedlichsten Ernährungsformen zu berücksichtigen. Wir prüfen daher kontinuierlich Möglichkeiten, auf unsere Gästewünsche einzugehen“, heißt es im Antwortschreiben von McDonalds.

Die Ernüchterung kam jedoch schon mit dem zweiten Absatz. Unumwunden räumte das Unternehmen ein:

„Leider muss ich Ihnen aber mitteilen, dass bei McDonald's Deutschland - nach heutiger Erkenntnis - die Einführung eines glutenfreien Brötchens nicht geplant ist. Die Einführung eines glutenfreien Brotes ist nur dann sinnvoll, wenn in der Produktion eine Kreuzkontamination ausgeschlossen werden kann. Dies ist nach dem derzeitigen Stand der Technik und der Prozessabläufe jedoch nicht möglich. Bitte haben Sie dafür Verständnis.“ 

Öffentlich kommuniziert wurde das Antwortschreiben von Djane B. über die Facebook-Gruppe „Für glutenfreie Burger bei McDonalds Deutschland“. Bei den Mitgliedern handelt es sich vorwiegend um Menschen, die von einer Glutenunverträglichkeit betroffen oder an Zöliakie bzw. Sprue erkrankt sind.

Die Anhänger der Gruppe zeigten sich verwundert über die Auskunft, da der Fast Food-Konzern bereits in Ländern wie Schweden und Norwegen glutenfreie Waren im Sortiment führt. Zudem wurde kritisiert, dass es sich um eine standardisierte Antwort handelt, die darauf angelegt ist, Kunden kurzfristig zu vertrösten. Darüber hinaus waren die Teilnehmer darüber aufgebracht, dass die Abstimmung von Anbeginn an zum Scheitern verurteilt war.

Auf Nachfrage erhielt die Redaktion von GLUTENFREIvital eine bis auf das letzte Wort identische Antwort wie Djane B. Auf den Vorhalt, bereits in anderen Ländern glutenfreie Produkte anzubieten, wurde nicht eingegangen.

Ärgerlich! Vor allem für die Betroffenen. Kindern, die an Zöliakie erkrankt sind, bleibt die Geburtstagsfeier oder ein kurzer Halt bei dem beliebten Fast Food-Anbieter somit verwehrt. Die Verantwortlichen bei McDonalds scheinen sich ihrer Verantwortung als Anbieter von Lebensmitteln nicht ausreichend bewusst zu sein. Schließlich ist ein gemeinsames Essen ein wichtiges soziales Ereignis, bei dem kranke Menschen nicht ausgeschlossen werden dürfen.

Bleibt die Frage, warum ein Unternehmen, das alleine in Deutschland weit über 60.000 Mitarbeiter beschäftigt, nicht in der Lage ist, die Produktion glutenfreier Brötchen zu schultern.

Was ist eine Glutenunverträglichkeit?
Wie das Wort schon vermuten lässt, reagiert der Körper empfindlich auf glutenhaltige Nahrungsmittel. Erwachsene können aufgrund dieser Unverträglichkeit chronisch an Sprue, Kinder an Zöliakie erkranken.
Das Klebereiweiß greift die Schleimhaut des Dünndarms an und schränkt diese in ihrer Funktion ein. Die Aufnahme wichtiger Nährstoffe - wie Kohlenhydrate, Vitamine, Fette usw. - wird dadurch erheblich vermindert.
Die Folgen sind Durchfall, Bauchkrämpfe, Blähungen, Verstopfung, Übelkeit, Völlegefühl, Depressionen, was eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringt.

GLUTENFREIvital
Das Online-Magazin GLUTENFREIvital berichtet über ernährungsbedingte Unverträglichkeiten, die durch Gluten, Milch, Fructose, Laktose Ei oder andere Dinge hervorgerufen werden.

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