Pal Dragos: Zukünftige Strukturen von Europa - Intellektualismusfalle - Amerikanisierung von Europa?

Weder Politiker noch Wirtschaftswissenschaftler haben bisher ein klares Bild über die zukünftigen Strukturen von Europa. Die deutschen Philosophen von E. Kant bis J. Habermas haben sich um intellektuelle, machtbezogene, jedoch nicht um kräftemäßige Zusammenhänge bemüht. Ohne kräftemäßige und damit strukturelle Betrachtungen kann jedoch die Zukunft Europa nicht durchdacht werden.

Europa ist in struktureller Hinsicht nicht mit Amerika vergleichbar. Eine Staatengemeinschaft, die durch eine gemeinsame Wirtschaftsregierung zusammengehalten wird, funktioniert nicht für Europa. Die Unterschiede der einzelnen Kulturen können und sollten, auch unter dem Vorwand der Euro-Stabilität, nicht vernichtet werden.

Die grundsätzliche Gemeinsamkeit zwischen den europäischen Staaten kann nur im Sinne einer Wertegemeinschaft funktionieren. Nur eine solche Wertegemeinschaft kann das zusammenhaltende Band für Europa darstellen. Während in Amerika der Zusammenhalt der Vielfalt der Einwanderer durch die gemeinsame Währung des Dollars und die gemeinsamen Ziele in der Wirtschaft hergestellt wird, muss Europa in der Zukunft einen strukturell anderen Weg gehen.

Die Vielfalt der Wirtschaftsweisen und die Vielfalt der durch die Tradition hervorgebrachten Kulturen vertreten das Prinzip der Differenz gegenüber der Einheit der Wertegemeinschaft.

Einer solchen strukturellen Botschaft müssen auch die zukünftigen Problemlösungen für die Währung Euro Rechnung tragen. Die politische Vorstellung, Europa mit einer Währung zusammenzuhalten (Intellektualismusfalle), wäre auch sozial nicht vertretbar, da die Menschen in stabilen Bündnissen mehr als nur ein materielles Band brauchen. Nicht auf den Kopf gestellt sondern auf dem Boden einer Wertegemeinschaft hat Europa seine Zukunft.

Lesen Sie zu diesem Thema vom selben Autor auch über die soziale Dimension der Euro-Krise: „Kapital in der Staatsfalle - Deflation und Inflation“, Norderstedt, 2009
Zu den Strukturfragen der kapitalistischen Gesellschaft: „Die Struktur des globalen Kapitalismus“, Bd.1 und 2, Norderstedt, 2006
Kostenfreie Leseproben unter: www.pal-dragos.de
Weitere Infos: www.wachstumstrend.de

11.10.2011:

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