Duisburg Loveparade: Never Forget Aktionstag gegen das Vergessen

Passanten im Duisburger Karl Lehr Tunnel am 24.03.2011 vormittags. Zwei ältere Herren betreten die Rampe. Dies ist die Unglücksstätte, 243 Tage nach der Tragödie, bei der 21 Menschen starben und über 500 verletzt wurden. Einige Opfer werden bis zum heutigen Tag noch behandelt. Sind sie von Never Forget, frage ich? Nein, wir möchten uns mal informieren, bekomme ich zur Antwort. Ein Gespräch mit ihnen macht mir deutlich, sie haben selbst mit der Loveparade in Duisburg nicht direkt etwas zu tun. Aber informiert über die Medien schrecken diese Besucher davor zurück, in einem ThyssenKrupp Stahlmikado als Gedenkstätte diejenigen Menschen wiederzuerkennen und denen würdevoll zu gedenken, die hier den Tod fanden.

Es war kein Naturereignis, keine höhere Gewalt, die zu diesem Unglück führten. Nein sagt einer, der Stahl und seine Form sind kalt und kantig. Kein Material, Menschen wiederzugeben. Als Objekte wurden die Besucher im Zahlen- und Planungswerk von Veranstalter und Genehmigungsbehörde gesehen. Auch jetzt hat sich offensichtlich der Blickwinkel nicht geändert. Ganz anders dagegen der Eindruck an der provisorischen Gedenkstätte. Frische Blumen, liebevoll handgefertigte Herzen und Kreuze, Kerzen, die nie verlöschen. Während des Aktionstags des gemeinnützigen Vereins „Never Forget den Opfern der Loveparade e. V.“ kommen immer wieder Menschen zu der Gedenkstätte. Sie suchen das Gespräch mit den Beteiligten und hinterlassen dabei ein Zeichen gegen das Vergessen am Unglücksort. Einige erzählten, wie sie den 24.07.2010 erlebt haben, andere stellten Fragen. Ihre Ansprechpartner, Mitglieder des gemeinnützigen Vereins aus Oberhausen, setzen sich für eine würdige Gedenkstätte der Opfer der Duisburger Loveparade ein.

Bereits seit dem 5. September 2010 kümmern sie sich aus eigenem Antrieb um eine kleine provisorische Gedenkstätte an diesem Ort. Zuerst haben die Aktivisten nur mehrere Kerzen dort aufgestellt, wo Menschen ihr Leben verloren. Bald folgten Blumen und ein Rahmen mit den Fotos der Opfer. Dies sah alles noch ein wenig trostlos aus. Deshalb wurde ein kleiner weißer Zaun um Kerzen, Blumen und Rahmen gelegt. Später wurde eine Fläche noch mit weißem Kiesel bedeckt. So ist nach und nach diese kleine Gedenkstätte entstanden, die die Vereinsvorsitzende Konni Hendrix und ihre Mitstreiter bei Wind und Wetter pflegen. Täglich ist man vor Ort und erneuert die Kerzen in den Laternen, die unentwegt brennen.

Und so traf sich der gemeinnützige Verein am 24.03.2011 um 13 Uhr auf der Karl -Lehr-Str und besprach den Ablauf des Tages. Dort wurden die Gruppen aufgeteilt. Den Untergrund an der provisorischen Gedenkstätte der Loveparade Katastrophe war zuvor gereinigt und mit neuem Boden aufgefüllt worden. Dadurch wurde die Fläche auf eine gleichbleibende Höhe gebracht und sämtliche Stolperfallen beseitigt. Auch der dort noch vorhandene Unrat wie Glasscherben, Dosen und Plastik wurde entfernt. In die neu aufgeschüttete Erde wurden Grassamen gestreut, um ein einheitliches sauberes Bild zu erzeugen. Aber das Gras, das dort wächst an dem Ort, wo so viele Menschen den Tod fanden, steht auch als Symbol für das Leben, des Trostes und der Hoffnung, erläutert die Vorsitzende des Vereins Hendrix. Die Stadtwerke Duisburg stellten jetzt dem Verein einen Wassertank, der regelmäßig ausgewechselt wird, zur Verfügung, um den Rasen bewässern zu können.

Für die Mitglieder um Konni Hendrix gab es viel zu tun. Das große Strake-Schild mit den 21 Kreuzen wurde durch andere Kreuze wieder sichtbarer gemacht, wobei die Originalkreuze erhalten blieben. Das Schild wurde mit zwei Drahtseilen aufgehangen, so das Never Forget e .V den Mutterboden auch dort auffüllen konnte. Neue Blumen, die die Firma Raiffeisenmarkt aus Kempen sponserte, wurden in Form einer 21 eingepflanzt. Vom Verein befestigte Herzen auf Schiefertafeln mit Trauersprüchen an der Wand und das Kopfsteinpflaster auf der Rampe wurden weiter beschriftet. Ein junger Mann, Tobias aus Trier, kam vorbei und war sofort bereit, dem Verein zu helfen. Tobias war nicht auf der Loveparade und wollte sich eigentlich bei seinem Besuch in Duisburg den Unglücksort nur anschauen. Über so viel Engagement waren alle vor Ort begeistert. Bis zur Dämmerung besuchten immer wieder Menschen den Unglücksort.

Der Verein

Never Forget den Opfern der Loveparade e.V. ist als gemeinnütziger Verein ( bestätigt durch das Finanzamt Oberhausen) eingetragen im Vereinsregister Duisburg unter der VR Nummer. 4856 Der Verein präsentiert sich im Internet unter neverforgetdenopfernderloveparade.de.tl/Home.htm. Der Zweck des Vereins ist in der Hilfe zu sehen für die Opfer und deren Angehörigen der Loveparade 2010. Des Weiteren setzt sich der Verein für eine würdige Gedenkstätte am Unglücksort ein. Die Zwecke des Vereins werden verwirklicht einerseits durch die Unterstützung der Opfer und deren Angehörigen mittels Vermittlung an seelsorgerische, psychosoziale und soziale Einrichtungen. Andererseits erfolgt eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit zum Thema und ein öffentliches Eintreten für die Belange der Opfer sowie deren Angehörigen. Ein weiterer Teil der Aktivitäten wird bestimmt durch die Pflege der provisorischen Gedenkstätte am Unglücksort der Loveparade verbunden mit regelmäßigen Gedenkveranstaltungen zur Loveparade Katastrophe. Never Forget den Opfern der Loveparade e.V. verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung.

Eine Mitgliedschaft ist beitragsfrei für natürliche Personen, Aktivitäten erfolgen rein ehrenamtlich, insbesondere erhalten Mitglieder keine Zuwendungen aus den Vereinsmitteln. Spenden an die gemeinnützige Organisation Never Forget den Opfern der Loveparade e.V. sind in Deutschland steuerlich abzugsfähig. Die Spende kann von Privatpersonen bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe innerhalb bestimmter Grenzen steuermindernd geltend gemacht werden; Unternehmen können die Spende bis zu einer festgesetzten Höchstgrenze vom Gewinn absetzen. Vgl. dazu § 10b EStG. Anbei das Spendenkonto: Volksbank Rhein Ruhr EG NeverForgetdenOpfernderLoveparade e. V. Ktnr. 4325300000 BLZ. 35060386. Aus dem Ausland bitte mit angeben IBAN 56350603864325300000 BIC Gen0DED1VRR

Am 24 Juli 2010 kam es in Duisburg zu einer der größten Katastrophen in Deutschland. Auf der Loveparade kamen 21 Menschen ums Leben, über 500 wurden verletzt und weit mehr sind bis heute von den Ereignissen traumatisiert. Bis heute schieben die Verantwortlichen ihre moralische und politische Verantwortung vor sich her, eine juristische Klärung kann sich unter Umständen über mehrere Jahre hinziehen. Schon in den ersten Tagen stellten sich viele die Frage, kommt an der Unglücksstelle ein Mahnmal oder eine Gedenkstätte hin. Zu diesem Zeitpunkt ergriff Frau Kornelia Hendrix die Initiative und gründete die Gruppe „Never Forget den Opfern der Loveparade“ und setzte sich mit der Stadt Duisburg in Verbindung zwecks einer Gedenkstätte. Die Stadt fragte nach, welche Kosten auf sie zukommen würde. Hendrix suchte im Internet ein Beispiel, wie eine solche Gedenkstätte aussehen könnte, welche Kosten damit verbunden sind und begann damit; Unterschriften für eine Gedenkstätte zu sammeln. Aus dieser provisorischen Aktion sind im Laufe der Zeit immer größere und intensivere Aktionen geworden. Immer wieder am 24. eines jeden Monats erinnert Never Forget daran, dass die Gedenkstätte an den Unglücksort gehört. Mit verschiedenen Aktionen erinnert Never Forget die Verantwortlichen daran, das nicht vergessen werden darf , das nicht vergessen wird, bis für die Opfern eine würdige Gedenkstätte am Unglücksort errichtet worden ist. Um diesem Wunsch von Opfern und Angehörigen weiter Nachdruck verleihen zu können, wurde aus der losen Gemeinschaft ein gemeinnütziger Verein.

Never Forget den Opfern der Loveparade e.V.
VR Nummer 4856 Duisburg
Nohlstr.140 - 46045 Oberhausen
k.hendrix@online.de
0179-882448

Pressekontakt – Kornelia Hendrix
Nohlstr.140 - 46045 Oberhausen
k.hendrix@online.de
0179-882448

AnhangGröße
Never Forget Aktionstag gegen das Vergessen257.93 KB

Über KorneliaHendrix