Manifest des Netzwerks Energiewende-Klimaschutz Regio Freiburg. waswirtun.de - Klimawandel, Umwelt und Gesellschaft

Konkrete Vision für eine Modellregion zur Energie-Autonomie, Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien.

Die Bürgerinnen und Bürger in der Region am südlichen Oberrhein und im Südschwarzwald wollen eine Energie-Zukunft aus nachhaltigen Energiequellen. Heute ist die Region noch abhängig von Erdöl, anderen fossilen Energien sowie Atomkraft. Diese Energien haben keine Zukunft, sie belasten Natur und Mensch, bedrohen das Weltklima, den Frieden und bedeuten zu große Risiken auch für unsere Region. Viele Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Institutionen, Unternehmen und Kommunen sind bereits aktiv für eine Energiewende in der Region. Deren breite und schnelle Verwirklichung insgesamt steht aber noch aus. Deshalb haben wir, unabhängige Vereine, Gruppen und Stiftungen der Bürgerschaft sowie produktunabhängige Dienstleister für nachhaltige Entwicklung ein offenes Netzwerk gebildet für eine .
Wir schlagen vor:

1. Die Region orientiert sich am Leitbild der nachhaltigen Energiewirtschaft: umweltschonend, sozialverträglich und gesamtwirtschaftlich tragfähig gemäß den Grundsätzen der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Die Region stellt um auf eine ressourcenschonende, klimaschützende, mit erneuerbaren Energien versorgte Wirtschaft und Gesellschaft. Für eine solche „Energie-Revolution“ mit dezentralen bürgernahen Energien werden jetzt die Weichen gestellt und die Anstrengungen intensiviert.

2. Energie-Autonomie: Die Region wird bis spätestens 2050
* ihren Energieverbrauch um mindestens 50% senken, ohne die Energiedienstleistungen wie behagliche Raumtemperaturen, Mobilität, Licht, und Kommunikation zu mindern,
* den verbleibenden Bedarf zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien vorrangig aus der Region decken
* sowie den Treibhausgas-Ausstoß um über 80% senken.
* Dazu gehört die umgehende Stilllegung der Atomkraftwerke nicht nur in Fessenheim/Elsaß, der Hauptbedrohung dieser Region.
*Die Region muß sich von fossilen Energieträgern, zuerst von Erdöl sowie Kohle, unabhängig machen.
* Auch der Konsum und die Materialwirtschaft werden sich an Klimaschutz und Ressourcenschonung orientieren.
Ein Monitoring im Zweijahres-Turnus dient als Erfolgskontrolle.

3. Die Region wird Vorbild für intelligente Energienutzung, hocheffizienten Energieeinsatz und die „Energiequelle“ Energie-Einsparung: Altbauten auf strenge Standards umrüsten, die effizientesten Geräte nutzen, Heizanlagen vielfach auf energiesparende und klimaschonende sowie stromerzeugende- Blockheizkraftwerke bzw. Kraftwärme-Kältekopplung umrüsten, Abwärme nutzen, die Bauvorschriften neu fassen. Gebäude werden aktiv und passiv Solarenergie ernten, Neubauten .nur noch solare Plus-Energie-Gebäude und Stadtteile sowie Dörfer als Solarkraftwerke und auf jährlichen Überschuss an erneuerbaren Energien ausgerichtet sein.

4. Die Region wird Vorbild für die Nutzung von Solarenergie, regionale Biomasse-Energien, die ohne einen Import von Biomasse aus Übersee auskommen, Wind- und Wasserkraft sowie geothermische Energie bei Schonung von Natur, Umwelt und Ressourcen. Die Region ist reich an diesen Energien. Eine Energiespeicherwirtschaft gleicht Bedarf und Erzeugung saisonal aus.

5. Die Region wird Modell für eine Verkehrs-Wende. Dazu wird ein vorbildliches Konzept erarbeitet und umgesetzt, das den Umweltverbund aus Fahrrad, Bus sowie Bahn ausbaut, vom weiteren Straßenausbau übergeht zum Rückbau vieler Straßen, zur Entwicklung vieler "autofreier" Viertel und Belastung des Autoverkehrs mit realistischen Kosten z.B. beim Parken. Der motorisierte Verkehr wird hocheffizient erneuerbare Energien nutzen.

6. Eine Energie-Autonomie-Modellregion ist möglich, dies im Rahmen einer gesamtwirtschaftlich langfristig kostengünstigen, risikoarmen, ökologischen Wirtschaftsweise, die Zehntausende zukunftssichere Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft in der Region stärkt. Einige Gemeinden arbeiten bereits intensiv auf das Ziel hin. Bei ersten Gebäuden, bei der Solar-Siedlung Freiburg, bei ersten Gewerbebetrieben und Dörfern haben Bürgerinnen und Bürger, Planer und Unternehmer der Region Energie-Autonomie schon erreicht. Ein solcher Umbau muss Schule machen. Energie-Autonomie lohnt sich auch für unsere Region!

7. Energie-Autonomie-Modellregion heißt auch: Vielfältige Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern, von Kommunen und anderen Entscheidungsträgern finden vernetzt und dezentral statt, weil die ökologischen Energiequellen Energieeinsparung und erneuerbare Energien dezentral sind und sich im regionalen Verbund ergänzen. Begrenzter Energieaustausch mit anderen Regionen kann sinnvoll sein. Alle Akteure der Region sind aufgefordert, aktiv weit reichende Schritte zu ergreifen. Die Vorbilder weisen den Weg.

8. Dazu wollen wir auch Rahmenbedingungen sowohl auf kommunaler, regionaler, Landes-, Bundes und EU-Ebenen, die mit Gesetzen und intelligenten Förderprogrammen bzw. Regelungen diese Ziele, die Eigenverantwortlichkeit, das Engagement und die Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, von Städten und Gemeinden, Wirtschaft, der Region sowie bei der Aus- und Fortbildung fördern.

Wir, das Netzwerk Energiewende-Klimaschutz Regio Freiburg, appellieren an alle MitbürgerInnen:
- Ergreifen Sie die Chancen für eine gemeinsame zukunftsfähige Energie-Modellregion mit Ziel Energie-Autonomie!
- Führen Sie bei sich die ersten und weitere Schritte hierzu durch!
- Verlangen Sie von Politik und Unternehmen in Städten, Gemeinden und Region ebenfalls vorbildliche Schritte!
- Verlangen Sie zukunftsfähige Energie- und Klimaschutzkonzepte, den Ausstieg aus der Atomenergie, 100 Prozent erneuerbare Energien und die unverzügliche Umsetzung dieser Ziele!
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Wir Netzwerkpartner bieten Ihnen dazu unabhängigen Rat sowie Information an und die Möglichkeit zu Mitarbeit und Unterstützung unserer Tätigkeit. Das Netzwerk wurde gegründet von Unterstützern des Welt-Films „Die 4. Revolution. EnergyAutonomy“, dessen Freiburger Premiere am 20.3.2010 stattfand.

Kontaktieren Sie die Partner des Netzwerks, besuchen Sie diese im Internet. Werden Sie Mitglied, fördern Sie deren Arbeit und das Netzwerk!

Verantwortlich für diese PM:
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