"Wessen Moral?" von Cécile Koch erscheint im Mai 2010 im acabus Verlag

„Wessen Moral?“ ist ein autobiografischer Roman. Seine zentrale Figur ist eine junge
Frau, die retrospektiv das Verhältnis zu ihrer Mutter beleuchtet und zu verstehen
versucht.
Zunächst noch mit den Augen eines Kindes beobachtet die Autorin, wie ihre Mutter
Stück für Stück an Stärke und Lebenswillen verliert. Ihre einst attraktive, charmante
und geistreiche Mutter verliert mit der Zeit die Kontrolle über ihr eigenes Leben und
das ihrer Familie. Mit ausschlaggebend dafür ist die Hochzeit mit einem manischdepressiven,
medikamentenabhängigen Alkoholiker. Mehr und mehr lässt sich die
Mutter von ihren eigenen Süchten leiten, bis sie schließlich an ihnen zerbricht.
Cécile Koch versuchte lange, sich ihre verstörende Welt mit kindlicher Fantasie
zurechtzurücken. Als Außenseiterin in der Nachbarschaft und Schule erfindet sie
Freunde und erschafft sich eine eigene Realität. Mit zunehmendem Alter reift in ihr
jedoch die Einsicht, dass sie der Welt, wie sie ist, nicht durch Träumereien entfliehen
kann. Ihre Bereitschaft wächst, von zu Hause auszureißen. Mehrmals läuft sie weg.
Mit dreizehn Jahren reist sie sechs Wochen mit einem kleinen Wanderzirkus mit und
bezahlt dafür mit dem einzigen, was sie hat – mit sich selbst. Sie trifft dabei eine
Abwägung, die sie in ihrem Wohnwagen nachts wach liegen lässt. Letztlich
entscheidet sie sich, dass alles besser ist, als zuhause bleiben.
Nach ihrer unfreiwilligen Rückkehr bricht ihr der Boden unter den Füßen weg. Mit
Gewalt versucht sie ihrem Leben Sinn einzuflößen, klammert sich an sinnlose
Beziehungen, fängt selbst an zu trinken und zu kiffen und versucht mehrmals, sich
das Leben zu nehmen. Parallel dazu setzt bei ihrer Mutter eine Leberzirrhose ein. Im
Alter von fünfundvierzig Jahren stirbt die Mutter. Für die zu diesem Zeitpunkt
neunzehn Jahre alte Autorin bedeutet der Tod der Mutter einen Wendepunkt. Sie
fühlt, wie sehr sie leben möchte und macht sich auf, gesund zu werden.
Mit einfachen, nüchternen Worten betrachtet die Autorin rückblickend ihr Leben ohne
geborgene Kindheit und ihren Versuch, aus eigener Kraft erwachsen zu werden.
Nicht die nachträgliche Betroffenheit steht im Vordergrund ihrer Schilderungen.
Vielmehr geht es um den Mut und auch die Probleme, das eigene Leben
anzunehmen und selbstbestimmt zu führen.
Der Titel „Wessen Moral?“ steht stellvertretend für alle Fragen nach den Gründen und der Gerechtigkeit der Welt, welche die Autorin beschäftigen.

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