Wie Autos mit Windenergie fahren lernen!

Das größte Manko regenerativer Energiequellen wie Sonne und Wind ist, dass sie nicht ständig verfügbar sind – d. h. keine Speicherung der Energie möglich ist. Die erzeugte Elektroenergie muss verbraucht werden, sobald sie entsteht.
Die Lösung des Problems steckt in der Umwandlung der Windenergie in Biogas oder –diesel, was am effektivsten durch Mikroalgen erfolgten kann.

Herkömmliche Anlagen zur Aufzucht von Mikroalgen arbeiten mit Tageslicht und produzieren bis zu 20.000 Liter Kraftstoff pro Hektar Fläche. Kunstlichtanlagen ermöglichen eine Steigerung der Produktionsmenge um das 40fache. Diese fanden bislang als Großanlage keinen Einzug in die Praxis aufgrund der enormen Investitionskosten an Leuchtmittel und des Elektroenergiebedarfs.

Berliner Forscher haben nun einen Photobiorekator zum Patent angemeldet, der diese Nachteile behebt und bisher eine nicht da gewesene Produktionskapazität pro Flächeneinheit verspricht.

Das Kernstück der Entwicklung ist die Verschmelzung von Bioreaktor und Beleuchtungskörper zu einer Anlage. Durch eine bestimmte und dennoch sehr einfache Bauform des Reaktors wird die höchst mögliche Packungsdichte der Algensuspensionsträger (Rohrleitungen) erreicht. Zur Beleuchtung der Algen wird das Niederdruck-Kaltkathodenröhrenprinzip verwendet, indem konstruktionsbedingt entstehende Höhlräume zum Leuchtmittel umfunktioniert werden.

Durch die Nutzung der Kunstlichtversorgung und einer Komprimierung des Flächenbedarfs auf ein Sechstel im Vergleich zu Tageslicht-Photobioreaktoren wird eine Steigerung der produzierbaren Menge an Biomasse um das 200fache erreicht, die sich durch mehrstöckigen Aufbau weiter erhöhen lässt. Als Nebeneffekt reduzieren sich die Investitionskosten für Leuchtmittel um mehr als 80% gegenüber einer Ausleuchtung mit klassischen Leuchtstofflampen und der Elektroenergiebedarf wird halbiert. Aufgrund der hohen Menge an erzeugter Biomasse benötigen die Algen auch sehr viel mehr CO2 zum Wachstum. Es eröffnet sich eine echte klimaneutrale Alternative zur CCS-Technologie, die eine unterirdische Einlagerung von CO2 vorsieht.

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01.12.2009: | |

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