Wie bei Henning Venskes "Dreckiger Sumpf": Die "Wilhelmshavener Zeitung" blickt an JadeWeserPort-Seiten vorbei

Sie beißen sich auf die Lippen und veröffentlichen auch eine Pressemitteilung nicht: Die Redakteure der "Wilhelmshavener Zeitung" (WZ) haben eine Schere im Kopf für Meldungen, die der Verlagsleitung nicht in den Kram passen. Das hat sogar Henning Venske erfahren, als er einen Bestseller über die Stadt an der Jade schrieb.

Als sich nach der Veröffentlichung von "Dreckiger Sumpf" lange Schlangen vor der Bahnhofsbuchhandlung bildeten, weil viele andere Wilhelmshavener Buchhandlungen den Verkauf verweigerten, blickte die nur wenige Meter entfernte WZ-Redaktion tagelang in die andere Richtung. Als sich die Veröffentlichung nicht mehr verschweigen ließ, behauptete ein Journalist wider besseres Wissen: "Alles nicht neu. Hat bei uns schon alles drin gestanden."

Drin im Internet sind seit dem 9. März 2009 Fotoseiten über den JadeWeserPort. Rolf Hecht, dessen Foto-Werke ab 28. März in der Bistro-Galerie Gökerstraße 112 gezeigt werden, machte Schnappschüsse, die ihresgleichen suchen, immer wieder mit der Kamera unterwegs sind auch Elke Lünemann, Oliver und Heinz-Peter Tjaden.

Sie lassen sich einfach nicht verdrießen. Und erfolgreich sind sie mit den Seiten www.szenewilhelmshaven.de auch noch. Gestartet sind die Seiten am ersten Tag mit 44 Besucherinnen und Besuchern, jetzt liegt die tägliche Besucherzahl zwischen 66 und 110.

Neu auf diesen Seiten sind seit heute: alte Stadtansichten. Bei denen schwelgen Ältere in Erinnerungen, Jüngere wundern sich vielleicht darüber, dass es in Wilhelmshaven anno dazumal eine Straßenbahn gegeben hat oder wie vor 50 Jahren das Schaufenster eines Feinkostgeschäftes aussah. Irgendwie: Zum Schreien komisch...


Über Heinz-Peter Tjaden