Länderstreit um eines der ältesten christlichen Klöster der Welt in der Südost-Türkei

Groß-Demonstration assyrischer Christen am Sonntag in Berlin

Gütersloh/Berlin Im September 2008 begann er, der Streit um die Eigentumsverhältnisse des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel im Tur Abdin (Berg der Knechte Gottes). Drei kurdische Dörfer beanspruchen nun die umliegenden Ländereien und haben Strafanzeige gegen das Kloster erstattet. Gegen diese Enteignung demonstrieren jetzt die assyrischen Christen als eine starke Volkseinheit in einer Großkundgebung in Berlin. Allein aus dem Kreis Gütersloh reisen 24 Busse an, bundesweit werden noch ca. 63 weitere Busse erwartet.

Bereits im Jahr 397 wurde das Kloster gegründet und gilt als eines der ältesten christlichen Klöster der Welt. Seit jeher befindet es sich im Besitz der syrisch-orthodoxen Christen und stellt ein geistiges Zentrum weit über die Türkei hinaus dar. Selbst die Türkische Republik stellte bislang keine Ansprüche an den Boden. Bis vor kurzer Zeit gab es weder Grundbücher noch Katasterämter in der Region. An den Besitzurkunden, die den Mönchen von den Osmanen ausgestellt worden waren bestand kein Zweifel. Auch existieren Dokumente von kurdischen Großgrundbesitzern nach dem 2. Weltkrieg, die bestätigen, dass die umstrittenen Ländereien Teil des Klosters sind. Das hat sich jedoch schlagartig geändert, nachdem die Vorstände dreier kurdischer Dörfer Strafanzeige wegen angeblicher widerrechtlicher Inbesitznahme von Wald und Weiden gestellt haben.

"Das Kloster habe die Grenzen ihrer Dörfer verletzt und sich hundert Hektaren Eichenwald sowie Weideland angeeignet, auf dem die Dorfbewohner ihre 3500 Schafe und 1000 Kühe weiden ließen", so steht es in der Anzeige. "Das Kloster verfüge zudem über mehr Land, als die Gläubigen zum Beten benötigten", heißt es dort weiter.

Der Fall wird vor dem Katastergericht in der Kreisstadt Midyat verhandelt, das erst jüngst ein Grundbuch in der Region erstellt hat.

"Dabei seien die Grundstücksgrenzen aber "eindeutig zum Nachteil des Klosters" gezogen worden", beklagt Kuryakos Ergün, der Vorsitzende der Klosterstiftung von Mor Gabriel." (Quelle: Süddeutsche Zeitung v. Montag, 08. September 2008).

Eine neue Gerichtsverhandlung ist nun für den 11. Februar 2009 anberaumt.

Um ihre Rechte zu verteidigen und die Öffentlichkeit zu alarmieren ruft die Syrisch-Orthodoxe Kirche nun alle Christen und Freunde auf, ihnen solidarisch zur Seite zu stehen und ein wertvolles Kulturerbe zu bewahren, indem sie sich am 25.01.2009 an der Demonstration gegen die Enteignung des Klosters und die damit fortschreitende Entchristianisierung im Tur Abdin beteiligen. Diese Demo erfolgt in Absprache mit den Berliner Behörden.

Ort und Route:
"Beginn: 13 Uhr
Route: Start beim Berliner Dom (Am Lustgarten) ====> “Unter den Linden” vorbei ====> bis zum Brandenburger Tor (Pariser Platz)
Auf dem Pariser Platz findet die Abschlusskundgebung statt. Es werden Reden von Politikern, Ehrengästen gehalten. Außerdem wird das “Berliner Memorandum” der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt.
Im Anschluss an die Demonstration wird es um 17 Uhr für Medienvertreter eine Pressekonferenz geben." (Quelle: www.AktionMorGabriel.de)

20.01.2009:

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SURYOYE

Vielen Dank Frau Brückl für den detailierten Bericht über die derzeitige Lage des Klosters.

Jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass es sich hierbei nicht um assyrische Christen handelt, sondern um das syrische Volk (Suryoye=Aramäer) welches der syrisch-orthodoxen Kirche angehört!!

Diese Information wurde Ihnen möglicherweise falsch übermittelt.

Gruß

ein SURYOYO

Assyrer schweigen nicht mehr

Danke Marianne,
Sehr guter Artikel

Gruß

Raif Toma

Über marianne brückl

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Brückl

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Freie Journalistin, Schriftstellerin