Regionalliga Nord: Ist der SV Wilhelmshaven noch zu retten?

Bei Juniorenländerspielen ist das Jadestadion sogar schon ausverkauft gewesen, bei Spielen des SV Wilhelmshaven in der Regionalliga Nord kommt man sich manchmal verloren vor, obwohl die Mannschaft gut in die neue Saison gestartet ist. Mit Platz 5 und zwölf Punkten nach sieben Spielen könnte man eigentlich zufrieden sein - doch es kriselt wieder einmal. Die Gründe werden Thema einer Podiumsdiskussion sein, die am 22. Oktober um 18 Uhr im VIP-Raum des Jadestadions beginnt und an der Medien- und Vereinsvertreter teilnehmen. Radio Jade plant eine Liveübertragung.

Die Suppe, die von den SVW-Verantwortlichen ausgelöffelt werden muss, haben sie sich wieder einmal selbst eingebrockt. Mit Trainer Uzelac schaffte die Elf vorzeitig die Qualifikation für die Regionalliga Nord, doch der ist seit September 2008 nicht mehr im Amt. Die wahren Gründe für die Trennung wird man wohl nie erfahren und wie lange die Spieler nach einer finanziellen Durststrecke regelmäßig ihr Gehalt bekommen, kann wohl auch niemand mit letzter Sicherheit sagen.

Die Zuschauereinnahmen werden nicht reichen. Der Besucherschnitt liegt zurzeit bei 659, Spitzenreiter beim Faninteresse ist der 1. FC Magdeburg mit 9102, Schlusslicht Energie Cottbus II mit 238. Andererseits werden die Reisen immer länger, die Kosten steigen. Da fragt sich sicherlich so mancher, was sich Funktionäre dabei denken, wenn die Ligen immer wieder neu sortiert werden. Nachbarschaftsduelle, die Fans in Scharen anlocken, gibt es im weiteren Sinne nur noch im Dreieck Magdeburg-Halle-Leipzig.

Ohne steigende Sponsoreneinnahmen wird auch beim SV Wilhelmshaven das Regionalliga-Licht bald wieder ausgehen. Außerdem hat man mit einem gewissen Feinkosthändler auch noch einen Sponsor, der sich in der Vergangenheit so massiv nicht nur in die Vereinspolitik, sondern sogar in die Arbeit des Trainers eingemischt hat, dass Ruhe nicht einkehren konnte.

Wenn aber ein Verein immer wieder durch die negativen Schlagzeilen gejagt wird, ist der sportliche Misserfolg irgendwann zwangsläufig. Doch: In Wilhelmshaven gibt es kaum Unternehmen, die in die finanzielle Bresche springen könnten.

Es ist also nicht gut bestellt um den SV Wilhelmshaven, zumal die U 23 inzwischen im Nachwuchsbecken fast schon ertrunken ist. Aus Rehden wollten sie endlich etwas holen, zurück gekehrt sind sie mit einer 5 : 0-Packung…

Ein Beitrag für www.2sechs3acht4.de


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