CD Rezension - Paul Potts "One Chance"

Der Moment, als der Anti-Star Paul Potts beim Finale des britischen DSDS-Pendants Publikum und Jury mit seiner Interpretation von "Nessun Dorma"zu Tränen rührte, dürfte wohl keiner, der es miterlebt hat, so schnell vergessen. ExtremNews wirft nun einen Blick bzw. Ohr auf seine CD

Er schafft es, die Grenzen zwischen E- und U- Musik etwas durchlässiger werden zu lassen, denn ganz offensichtlich konnten sich auch Hardcore-Popfans sich Potts leidenschaflicher Darbietung kaum entziehen.

Da er fast ohne Stütze singt, erscheint sein Gesang frischer und nicht so gestelzt wie bei den Großen seines Fachs.

Einerseits ein Plus, denn dadurch wird seine Musik dadurch für Nicht-Klassikenthusiasten wesentlich zugänglicher, andererseits läuft er dadurch Gefahr, bei den "Experten" genau deshalb auf Ablehnung zu stossen. Sich weiter über sein Können auszulassen, dürfte wohl nicht vonnöten sein, denn dass er singen kann, hat er nun wirklich unüberhörbar bewiesen.

Aber kommen wir nun zur CD:

Ganz offenbar wurde die Auswahl der Stücke mal eben zwischen zwei Tassen Earl Grey mit Milch hingerotzt, denn hier kommt man nicht umhin zu denken, dass hier nur eine lästige Pflicht erfüllt worden ist. Hier türmen sich Klischees in unanständigem Ausmass.

Gut, OK, "Nessun Dorma", der Siegertitel, musste natürlich drauf. Sehr schön auch die Klassikadaption von "Everybody Hurts" (hier: Ognuno Soffre) von R.E.M sowie "You raise me up". Hier erschöpfen leider schon die Pluspunkte des Albums.

Entweder wollte man das weniger klassikbeschlagene Publikum nicht überfordern oder hatte einen Ideennotstand: "Time to say Goodbye/Con te partiro) hätte es nicht unbedingt gebraucht. Die Boxkampfhymne ist nun wirklich schon so ausgenudelt, dass selbst ein Sänger wie Paul Potts sie, bei allen Bemühungen, nicht reanimieren kann.

Der größte Bock wurde, meiner Meinung nach, mit "My Way/A Mi Manera" geschossen. Dieses Stück mit auf die CD zu nehmen, muss das Resultat der Einnahme von illegalen Substanzen gewesen sein. Es gibt wohl kaum eine Supermarkteröffnung, bei der nicht ein drittklassiger Sänger versucht, sich mithilfe dieses Titels zu profilieren, wobei Potts Darbietung doch noch etwas aus dem doch sehr stark überbeanspruchten Stück herauszuholen vermag. Trotzdem: Für einen Künstler wie Paul Potts absolut unwürdig...

...weiter geht die Rezension unter: http://www.extremnews.com/testberichte/309511ff89797b2/93081227fbcd740

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14.08.2008: | | | |

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