Butter fürs Gehirn

(fet) – Die Gedächtnisleistung von Personen im mittleren Alter, kann laut einer englisch-französischen Studie durch hohe HDL-Cholesterinwerte profitieren.

Jahrzehntelang wurde Cholesterin als krankmachend verdammt. Doch nun fanden britische und französische Wissenschaftler um Archana Singh-Manoux im Rahmen der britischen Whitehall II Study heraus, dass Menschen mit einem erhöhten HDL-Cholesterin seltener an Gedächtnisstörungen leiden. Dabei konnten die Forscher aufdecken, dass Personen mit niedrigen HDL-Cholesterin-Werten (60 mg/dl) aufzeigten. In einem zweiten Experiment lag das Risiko im Vergleich sogar um 53 Prozent höher.
Bei dieser Untersuchung wurden die Werte von 3.673 Probanden im Alter zwischen 55 und 61 Jahren herangezogen. Als an Gedächtnisstörungen Leidende bezeichneten die Forscher diejenigen, die sich an weniger als fünf Wörter aus einer Liste mit 20 Begriffen erinnern konnten. Um die Ergebnisse aussagekräftig zu gestalten, flossen neben Berufsstand und Bildung, auch Blutdruck, Raucherstatus, Alkoholkonsum, Erkrankungen und Medikation in die Studie mit ein (1).
Bereits im Jahr 2005 konnten amerikanische Wissenschaftler basierend auf den Daten der Framingham Heart Study einen positiven Zusammenhang zwischen einem natürlich hohen Gesamtcholesterinspiegel im Serum und einer verbesserten Leistungsfähigkeit feststellen (2).
Doch warum ist Cholesterin so unentbehrlich für das Gedächtnis? Das Gehirn besitzt eine Sonderstellung: Es synthetisiert sein gesamtes Cholesterin eigenständig und ist somit vollkommen unabhängig vom Cholesterinstoffwechsel des übrigen Körpers, also auch von der alimentären Zufuhr. HDL und das Cholesterin aus dem Blut können nicht genutzt werden, da diese zu groß sind um die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Dennoch ist das Gehirn das cholesterinreichste Organ des menschlichen Körpers. Dort ist Cholesterin vor allem in den lipidreichen Myelinscheiden der Axone angereichert. Diese Biomembran umhüllt als dicht gepackter Stapel Nervenfasern und bedingt so deren elektrische Isolation. Auf diese Art und Weise werden eine effiziente Kontrolle der Motorik sowie höhere Denkleistung gewährleistet.
Obwohl das ohnehin als positiv einzustufende HDL-Cholesterin augenscheinlich gut für das Gedächtnis ist, gelten weiterhin zu hohe Konzentrationen des LDL-Cholesterins als Risikofaktor für Schlaganfall und Herzkrankheiten. Dennoch konnten die Studien zeigen, dass Cholesterin nicht nur schädlich ist, sondern durchaus positive Effekte aufweist.
Redaktion: Anja Baustian

Literatur:
(1) Archana Singh-Manoux et al.: Low HDL Cholesterol Is a Risk Factor for Deficit and Decline in Memory in Midlife. The Whitehall II Study. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2008; 28:1556-1562
(2) Elias PK et al.: Serum Cholesterol and Cognitive Performance in the Framingham Heart Study. Psychosomatic Medicine. 2005; 67:24-30

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