61 Windräder für „Don Quijote“ von Hadersdorf. Minister Buchinger kommt zum Gedenken an NS-Opfer

Als wäre er ein zweiter „Don Quijote“ kämpft der Bürgermeister von Hadersdorf am Kamp, Bernd TOMS (VP), gegen die Errichtung eines Mahnmals für die dort durch die SS ermordeten 61 Antifaschisten.
Am 6. April um 12 Uhr wird am Hauptplatz des Ortes trotzdem wieder an sie erinnert: durch 61 Windräder der Künstlergruppe „GoF“. Sozialminister Dr. Erwin BUCHINGER (SP) wird die Hauptrede auf der Gedenkveranstaltung halten.

Installation aus 61 Windrädern
Die Windräder seien, so Christine PAZDERKA, Tochter eines dort im April 1945 ermordeten Widerstandskämpfers, „ein Symbol für unsere Ausdauer und Unbeugsamkeit. Auch in Hadersdorf am Kamp wird man erkennen müssen, dass der Krieg vorbei ist und man auch im öffentlichen Raum 365 Tage im Jahr an die Opfer des NS-Terrors erinnern soll“, so die Obfrau des Vereins „Gedenkstätte – Hadersdorf am Kamp“. Ein Angebot der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich, bei der Errichtung eines Mahnmals in Hadersdorf am Kamp mitzuwirken, hat TOMS vehement ausgeschlagen.

Hauptredner Minister Buchinger
Sozialminister Dr. Erwin BUCHINGER wird die Hauptrede auf der Gedenkveranstaltung halten, über die Bundespräsident Dr. Heinz FISCHER, wie auch im vergangenen Jahr, den Ehrenschutz übernommen hat.
In diesem Jahr wollen die Organisatoren - der Verein "Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp", der Historiker Dr. Robert Streibel und das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) - besonders an den europäischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnern. Unter den Opfern des Massakers befanden sich neben Antifaschisten aus Österreich auch welche aus Griechenland, Jugoslawien und der Tschechoslowakei.

ÖKB-Vizebürgermeister
Die populäre Vizebürgermeisterin der Gemeinde, Liselotte GOLDA (VP), die als TOMS Widersacherin galt, hat mittlerweile alle ihre Funktionen zurückgelegt. Neuer Vizebürgermeister ist Heinrich BECKER (VP), er bekleidet auch das Amt des Obmannstellvertreters der Ortsgruppe des Kameradschaftsbundes (ÖKB).
Bernd TOMS selbst, hat durch die letzten Landtagswahlen sein Landtagsmandat verloren. Auf der Liste der Landes-VP fand er keinen Platz mehr, TOMS war auch in seiner Partei 2006 mit der von ihm angeordneten Demontage eines provisorischen Mahnmals für die Opfer des Massakers, auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen.

Hintergrund
Am 7. April 1945 wurden in der Gemeinde Hadersdorf am Kamp 61 Antifaschisten und Widerstandskämpfer von einer SS-Einheit, unter Beihilfe Hadersdorfer NSDAP-Führer, erschossen. Sie waren Opfer der so genannten Kremser-Hasenjagd, einem blutigen Gemetzel, initiiert von NS-Treuen, nachdem der Leiter der Männerstrafanstalt Stein, Dr. Franz Kodré, unter dem Eindruck des bevorstehenden Kriegsendes, die politisch Inhaftierten entlassen hatte. Der von Angehörigen der Opfer gegründete Verein "Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp" bemüht sich bisher vergeblich um die Errichtung einer Gedenkstätte im Ort. Die virtuelle Gedenkstätte im Internet http://www.gedenkstaette-hadersdorf.at enthält eine umfangreiche Dokumentation der Ereignisse.

Termin
Einladung zum Gedenken
6. April 2008 - 12:00 Uhr
Hadersdorf am Kamp / Hauptplatz
Niederösterreich

In Erinnerung an den europäischen Widerstand und die 61 in Hadersdorf am Kamp durch die SS ermordeten Antifaschisten

Ehrenschutz: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
Es sprechen: Sozialminister Dr. Erwin Buchinger u.a.

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Rückfragehinweis:
Verein „Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp“
eMail: info[at]gedenkstaette-hadersdorf.at
Web: http://www.gedenkstaette-hadersdorf.at
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