Claro wehrt sich gegen Testbericht

Als einen herben Schlag unter die Gürtellinie empfindet die Geschäftsleitung der kleinen Firma Claro aus Österreich den Bericht der Zeitschrift Stiftung Warentest zu Geschirrspülreinigern in der letzten Woche. Unter der Überschrift "Nichts ist Claro" hatten die Warentester ausgerechnet die produktinnovativen Geschirreinigertabletten von 7in1 der Marke Claro mit Mangelhaft bewertet. „Etwas derart Schlechtes haben wir lange nicht mehr gesehen“ urteilen die Prüfer und disqualifizieren damit als einziges das Produkt der Österreicher. Die aber stehen bei den Grossen der Branche schon lange auf der Abschussliste, da sie ausgerechnet Somat (Henkel) und Calgonit (Benckiser) Marktanteile bei Geschirrspülmitteln abnehmen. Ein Schelm, wer daran denkt, dass die Chemieriesen die Kampagne gegen Claro selbst initiiert hätten. Zwar sitzen beide Firmen in dem Beirat der Stiftung Warentest und Claro wurde nicht einmal eingeladen aber nach Aussage der Stiftung Warentest hätten die beiden Mitbewerber keinen Einfluss auf die Testergebnisse gehabt. Nicht äußern wollte man sich allerdings zu der Frage mitteilen, ob denn der Test eventuell mit finanziellen Mitteln von Henkel und/oder Benkizer gefördert worden wäre, zumal die Testfirma Tensioconsult ein permanenter Kunde von Henkel ist und häufig in deren Auftrag arbeitet. Merkwürdig ist nämlich, dass das Institut Fresenius, das ebenfalls alle drei Hersteller getestet hatte, zu ganz anderen Ergebnissen kam und das Produkt von Claro als durchaus vergleichbar, wenn nicht sogar besser als Calgonit und Somat beurteilte. Ein vernichtendes Urteil über die durchaus wichtige Verbraucherzeitschrift „Stiftung Warentest“ käme allein den alles beherrschenden Marktgiganten wie Henkel und Benckiser zu gute, da die Verbraucher zumindest vor dem negativen Testbericht die Produkte von Claro sowohl in Deutschland als auch in Österreich durchaus gut fanden und den Absatz sogar mit einer Steigerung von 12% im letzten Jahr belohnten. „Wären die Verbraucher zu dem gleichen Ergebnis gekommen, wie die Stiftung Warentest, hätten sie unser Produkt sicher nicht wieder und auch noch verstärkt gekauft“, verteidigt sich Josef Dygruber, der Eigentümer und Geschäftsführer von Claro. Wie und unter welchen Bedingungen also der Test tatsächlich zustande gekommen ist, bleibt fragwürdig und bislang ungeklärt. „Wir fühlen uns jedenfalls durch diesen Bericht extrem bedrängt, wenn nicht sogar in der Existenz gefährdet und werden dafür abgestraft, dass wir mit unserer wasserlöslichen Folie bei den Tabs und jetzt auch mit den vollständig biologisch abbaubaren Geschirrspültabletten etwas herstellen, was die anderen offenbar weder können noch wollen. Das gefällt unseren Konkurrenten scheinbar gar nicht“, stellt Dygruber dazu fest. Doch aufgeben will er deswegen noch lange nicht! „Für uns ist das zwar ein schwerer Schlag unter die Gürtellinie aber wir stehen trotzdem wieder auf, wenn uns die Verbraucher auch weiterhin die Stange halten.“ Bleibt zu hoffen, dass der Handel nicht vorschnell auf solche Veröffentlichungen reagiert und mit eiligen Auslistungen dem einzig Objektiven die Chance nimmt, zu beurteilen, was hier tatsächlich Qualität und was Mangelware ist: Dem Verbraucher sollte es überlassen bleiben sein Urteil dazu zu fällen.

AnhangGröße
Josef Dygruber mit seinem umstrittenen 7in1 Tabs708.06 KB