Droht ein Ende des Bargelds?

Bargeld sieht sich heute einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt. War Es noch bis vor einigen Jahrzehnten Zahlungsmittel Nummer eins, wird in den USA schon heute nur noch jeder zweite Einkauf bar bezahlt. Zeitgleich sind Kryptowährungen, digitale Währungen wie Bitcoins auf Erfolgskurs und zahlreiche innovative Bezahlmethoden von PayPal bis hin zu kontaktlosem Zahlen per Funkchip machen der klassischen Geldbörse Konkurrenz.

Hat Bargeld noch eine Zukunft? Zahlreiche Experten sehen bereits den Anfang vom Ende des Bargelds am Horizont aufziehen. In den letzten Jahren haben sich zudem zahlreiche Ökonomen ganz offiziell für die Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. Die Überlegung dahinter: In einer globalen Wirtschaftskrise mit ernst zu nehmender Deflationsgefahr könnten Zentralbanken über negative Zinsen versuchen den Konsum anzukurbeln. Tatsächlich wird dies bereits gemacht und Sparern wird es zunehmend schwerer gemacht, ihr Erspartes auch bei sich zu behalten. Dennoch macht es keinen Sinn langfristig auf Bargeld zu verzichten, um eine aktuelle Krise zu überwinden.

Auch andere Argumente gegen das Bargeld laufen meist ins leere und halten einer genauen Überprüfung kaum stand. Das sinkende Diebstahlrisiko dürfte angesichts von steigender Cyberkriminalität ein zu vernachlässigender Faktor sein, wenn es darum geht, Argumente gegen das Bargeld zu bekräftigen. Schon jetzt ist Kreditkartenbetrug ein etablierter Geschäftszweig innerhalb der organisierten Kriminalität. Auch der Kampf gegen Schattenwirtschaft ließe sich mit einer Abschaffung des Bargelds kaum wirkungsvoller gestalten lassen als mit und etwaige Hygieneargumente schaffen es letztlich auch nicht zu überzeugen.

Technische Voraussetzungen sind geschaffen

Rein theoretisch wäre es zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich möglich das Bargeld abzuschaffen, die technischen Voraussetzungen sind immerhin gegeben. Innovative Start-ups wie etwa das Unternehmen bezahlexperten.de bieten Händlern einfache flexible Modelle zur bargeldlosen Kartenzahlung und ermöglichen es Händlern, Gewerbetreibenden und Co. somit ihren Kunden die Kartenzahlung anbieten zu können. Aus Verbrauchersicht werden ohnehin mehr flexible Bezahlmöglichkeiten gefordert. Insbesondere die junge Generation, welche bereits mit der Möglichkeit der Kartenzahlung aufgewachsen ist, verzichtet zunehmend auf Bargeldnutzung.

Letzten Endes geht es bei der Frage um die Zukunft des Bezahlens nicht um die Entscheidung für oder gegen Bargeld, sondern vielmehr darum, wie sich ein Umgang mit Bargeld und anderen Bezahlmöglichkeiten am einfachsten und sichersten für den Konsumenten gestalten lassen kann. Auch wenn die politischen Vorschläge, wie etwa die Idee Wolfgang Schäubles Barkäufe ab 5000 Euro zu verbieten, nicht als umsetzbare Maßnahmen angesehen werden können, gilt es eine staatliche Einschränkung des Bargelds zu verhindern. Das Aus für den 500er-Schein ist bereits besiegelt.

Verbraucher-Verhalten entscheidet

Befürworter des Bargelds führen immer wieder an, es würde sich um ein Stück Freiheit handeln, bei diesem Thema wird es schnell emotional. Zum einen ließe sich der Frage nachgehen, wie Geld überhaupt im Verhältnis zu dem Begriff Freiheit zu sehen ist, zum anderen werden Gefahren oft überbewertet. Auch mit Bargeld wird heute nahezu jeder Ein- und Verkauf in elektronischen Kassensystemen gespeichert. Bargeld wird es noch so lange geben, wie Verbraucher es benutzen. Genau so wird es sich mit neuen, zukünftigen technischen Möglichkeiten des Zahlens verhalten. In absehbarer Zeit zumindest ist noch kein Ende des Bargelds zu erwarten.


12.01.2018: | | |