Malediven gehen gegen Steuerverweigerer und Schuldner im Tourismussektor vor

Die staatliche Finanzbehörde der Malediven Maldives Inland Revenue Authority (MIRA) hat Maßnahmen gegen verschiedene Unternehmen im Tourismussektor ergriffen, die ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Maledivischen Staat nicht nachgekommen sind. Es handelt sich um ausstehende Gebühren-, Miet- und Steuerzahlungen. Dies hat das Tourismusministerium der Malediven bekannt gegeben. In diesem Zusammenhang hat die MIRA Kontosperrungen veranlasst und Zivilklage gegen die betreffenden Unternehmen eingereicht.
Zu den Firmen, die Schulden gegenüber dem Staat angehäuft haben, zählen unter anderem die Villa Shipping and Trading Company, Gazeera, Maanenfushi, Villa Hotels and Resorts sowie Villa Holidays. Insgesamt beläuft sich der Schuldenbetrag auf eine Summe von etwa 200 Millionen US-Dollar. Der größte Zahlungsrückstand betrifft ein Unternehmen, das mit dem ehemaligen Oppositionspolitiker Qasim Ibrahim in Verbindung gebracht wird. Im August 2017 wurde Ibrahim bereits zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Maledivische Gerichtshof hatte ihn für schuldig befunden, Abgeordnete des Parlaments im Zusammenhang mit seinen bestehenden Schulden bestochen zu haben.
Als Qasim Ibrahim nach der Urteilsverkündung eine Haftunterbrechung beantragte, um sich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen, wurde dies durch die zuständige staatliche Stelle genehmigt. Ibrahim reiste unter speziellen Auflagen nach Singapur aus und wurde dort medizinisch versorgt. Er kehrte daraufhin nicht in die Malediven zurück, um seine Haftstrafe anzutreten. Berichten zufolge soll er Singapur verlassen haben und sich aktuell in Deutschland aufhalten.


01.12.2017:

Über Karola Ruth Winter