Doppelte Haushaltsführung: Fallen Kosten für Einrichtung und Hausrat unter die 1.000-Euro-Grenze?

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen einen doppelten Haushalt im Inland unterhalten, können die Unterkunftskosten für ihre Beschäftigungswohnung seit 2014 nur noch begrenzt mit 1.000 Euro pro Monat als Werbungskosten abziehen. Zu den Unterkunftskosten zählen unter anderem die Kaltmiete (bei Mietern), die Gebäudeabschreibung und Schuldzinsen (bei Eigentümern), die Nebenkosten, Reparatur- und Reinigungskosten, Rundfunkbeiträge, Mieten für Kfz-Stellplätze und die Zweitwohnungsteuer.

Das Finanzgericht Düsseldorf (FG) hat kürzlich entschieden, dass angemessene Kosten für Einrichtungsgegenstände und Hausrat in der Beschäftigungswohnung nicht unter diesen Höchstbetrag fallen (Urteil vom 14.3.2017, 13 K 1216/16 E). Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der in seiner Einkommensteuererklärung 2014 neben der Miete für seine Beschäftigungswohnung auch die Kosten für die angeschafften Einrichtungsgegenstände (Möbel, Haushaltsartikel) als Werbungskosten abgerechnet hatte. Sein Finanzamt hatte sämtliche Kosten in den Abzugshöchstbetrag von 1.000 Euro einbezogen, sodass ein Teil der Kosten steuerlich wirkungslos blieb.

Das FG erkannte die Kosten für Einrichtung und Hausrat jedoch in voller Höhe als Werbungskosten an und verwies auf die höchstrichterliche Rechtsprechung, nach der Anschaffungskosten für die angemessene und erforderliche Einrichtung einer Beschäftigungswohnung (Möbel, Lampen, Gardinen etc.) zu den unbeschränkt abziehbaren „sonstigen Kosten“ einer doppelten Haushaltsführung zählen. Nach Ansicht des FG unterfallen die Kosten nicht dem Abzugshöchstbetrag, weil sie begrifflich gerade keine Unterkunftskosten sind.

Hinweis: Der Bundesfinanzhof (BFH) muss nun abschließend über die Streitfrage entscheiden; das Revisionsverfahren ist unter dem Aktenzeichen VI R 18/17 anhängig. Wer von einer Kostenkappung für Einrichtungsgegenstände und Hausrat betroffen ist, kann Einspruch gegen seinen Steuerbescheid einlegen und auf das anhängige Revisionsverfahren verweisen. So kann er ein Ruhen des Verfahrens erreichen - der eigene Steuerfall bleibt bis zur abschließenden Klärung offen. Sollte der BFH der steuerzahlerfreundlichen Rechtsprechung des FG später folgen, kann davon im eigenen Fall profitiert werden.


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