Niemanden zurücklassen: Taiwans Beitrag zur WHO

Gefährliche Bakterien und Viren machen vor Grenzen nicht halt. Für eine wirksame Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist es daher wichtig, dass alle Länder in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingebunden werden – auch Staaten, die nicht von allen Mitgliedern anerkannt werden. Taiwan geht seit Jahren mit positivem Beispiel voran, doch nun ist seine erneute Teilnahme gefährdet.

Frankfurt, 5.5.2017. Vom 22. bis 31. Mai 2017 lädt die Weltgesundheitsorganisation WHO zur Jahresversammlung in Genf, der 70. World Health Assembly (WHA). Vertreter von 200 Staaten und Organisationen nehmen daran teil, um die Gesundheitsversorgung weltweit zu verbessern und die Anstrengungen im Kampf gegen ansteckende Krankheiten zu koordinieren.

2009 wurde Taiwan mit großer internationaler Unterstützung als Beobachter zur 62. World Health Assembly (WHA) eingeladen. Seither hat die Delegation des taiwanischen Gesundheitsministeriums durch ihre aktive Teilnahme an der WHA und den WHO-Fachtagungen die Gesundheitsversorgung und die Seuchenbekämpfung verbessert – nicht nur in Taiwan selbst, sondern weltweit. Zum Beispiel durch Entwicklungs- und Trainingsprojekte in Partnerländern, die mit größeren Herausforderungen im Gesundheitsbereich zu kämpfen haben als das hochentwickelte Industrieland Taiwan.

Die Einladung zur Teilnahme an der WHA wird jedes Jahr neu ausgesprochen und bedarf der Zustimmung der Mitgliedsländer, zu denen auch China zählt. Taiwans Außenminister David Lee appellierte im April an die Weltgemeinschaft, Taiwans Beteiligung an der Jahresversammlung 2017 zu unterstützen, um die Vision der WHO zu erfüllen. Dazu gehört die Sicherung eines gesunden Lebens für alle Altersgruppen, eines der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDG), welche die Vereinten Nationen bis 2030 erreichen wollen.

Als Verkehrsknotenpunkt mit mehr als 60 Millionen Passagieren im Jahr ist der Flughafen von Taipei ein potenzielles Einfallstor für Infektionskrankheiten wie MERS, Ebola oder Zika. Epidemien wie SARS in Südostasien 2002/03 haben gezeigt, wie gefährlich es ist, einzelne Länder vom Informationsnetzwerk der WHO auszuschließen, in dem sich die Staaten gegenseitig über die Verbreitung von Krankheiten und über Präventionsmaßnahmen unterrichten. Durch die Aufnahme Taiwans als Beobachter bei der WHA konnte seither eine schwerwiegende Lücke im weltweiten Gesundheitssystem geschlossen werden.

Diese Lücke kann aber jederzeit wieder aufreißen, sollte das Land in diesem Jahr nicht wieder eingeladen werden. Taiwan sprach sich daher erneut dafür aus, seine professionelle und pragmatische Mitarbeit an den Mechanismen, Tagungen und Aktivitäten der WHO fortzusetzen. Es gelte, Risiken für die Weltgesundheit – etwa durch die Ausbreitung von Seuchen oder unterschiedliche Standards bei der Lebensmittelsicherheit – zu vermeiden und ein robustes globales Gesundheitssystem aufzubauen. Davon profitiere letztlich die internationale Gemeinschaft als Ganzes.

Die Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro Frankfurt am Main, ist eine staatliche Vertretung der Republik China (Taiwan). Sie ist zuständig für die Belange in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und im Saarland.

Pressekontakt: Frau Direktorin Ally Roan
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