1517. Ein Vermächtnis; Draiflessen Collection, Mettingen

Die Kabinettausstellung (13. April bis 5. November 2017) folgt den Spuren Martin Luthers. Sie zeigt Druckerzeugnisse des damals neuen Zeitgeistes – von der noch in lateinischer Sprache verfassten ersten gedruckten Bibel („Gutenberg-Bibel“), über den ersten deutschen Bibeldruck vor Luthers Neuübersetzung, der „Mentelin-Bibel“, bis hin zur letzten Fassung aus Luthers Hand, der „Luther-Bibel“, sowie Texte, Grafiken und weitere zeitgenössische Bücher zum Themenbereich Reformation. Die Präsentation wirft Schlaglichter auf die historischen Ereignisse und eine ihrer Hauptfiguren. Sie regt gleichzeitig dazu an, über die Folgen der Reformation für unser Leben bis heute nachzudenken.

Das Vermächtnis der Reformation
Die Ausstellung schöpft aus dem reichen Fundus der museumseigenen Sammlung religiöser Druckwerke und folgt den Spuren Martin Luthers: Durch die Porträts der Cranach-Werkstatt und Luthers in hoher Auflage gedruckte Schriften erreicht der Reformator Martin Luther eine vorher nicht gekannte Öffentlichkeit und Wirkung. Beim Adel sucht und findet er Unterstützer, die ihn – nicht ganz uneigennützig – bei seiner riskanten Auseinandersetzung mit der römischen Kurie schützen. Die Präsentation vermittelt, wie theologische Differenzen und Unverständnis zu einer Art „Flugblatt-Streitkultur“ führten, die eine epochale Zeitenwende nach sich zog. Sie lässt außerdem erkennen, dass das Bild des neuen Glaubens nicht nur rosig ist: So fördert die neue Denkweise Luthers Antisemitismus zutage. Auch der Bildersturm in Folge der Reformation muss aus heutiger Sicht als ein kultureller Super-GAU bezeichnet werden. Nicht zuletzt sind die Auswirkungen der Reformation nicht alle religiöser Art: Aus Luthers Übersetzung der Bibel ins Deutsche resultiert die Orthografie unserer heutigen hochdeutschen Sprache.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint eine dreisprachige Publikation. Sie enthält ein Interview mit den Pastoren der katholischen und evangelischen Gemeinde in Mettingen. Anhand der Ausstellungsobjekte kommen die beiden ins Gespräch über die Licht- und Schattenseiten der Reformation und die Annäherung der beiden Konfessionen in der ökumenischen Bewegung.

Begleitprogramm
Ein pädagogisches Programm mit individuellen Führungen für Schulklassen ergänzt die Kabinettausstellung zu diesem historisch und kulturgeschichtlich bedeutenden Jahresereignis. Insgesamt fünf Exkursionen „Auf den Spuren der Reformation“ führen an drei Schauplätze der Reformation im Tecklenburger Land: zur früheren Obergrafschaft Lingen, zur alten Grafschaft Tecklenburg und ins Osnabrücker Land.

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Kontakt
Tanja Kemmer M. A.
Referentin für Kommunikation

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