Lucas Kret - Gesellschaftlicher Wandel ist möglich

Als am 27.04.1994 der neue Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, die berühmten Worte in einer Rede sprach, voll Freude, dass wir heute von allen Dächern rufen können: „Endlich frei!“ und die neue Hymne Südafrikas erklang, war eine Zeit von großen gesellschaftlichen Unruhen, ja fast einem Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Die Weißen, die bisher die Macht hatten, standen mit ihren Waffen bereit, ggf. zu kämpfen. Schwarze kämpften untereinander um die Vorherrschaft. Südafrika beendete einen Weg der Rassentrennung und internationalen Isolation. Heute zwanzig Jahre später gibt es immer noch Schwierigkeiten, das Land befindet sich auf einem guten und stabilen Weg.

Aufhebung der Apartheid

In Zeiten der Apartheid seit den 50 ziger Jahren hatte sich die internationale Wirtschaft aus Südafrika zurückgezogen. Es galt als sozial inakzeptabel, Südafrika mit all seinen touristischen Reichtümern als freier Mensch Westeuropas zu besuchen, eine besondere Nähe zum Kommunismus war auch nicht gegeben. Die Frage war, wie würde die Aufhebung der Apartheid funktionieren? Wie sollte es gehen, dass die jahrelange Trennung zwischen den Schwarzen, den Weißen, also den Afrikaans, den Nachfolgern holländischer Einwanderer und englischer Einwanderern, den Coloured (Nachfahren von Einwanderern aus Java oder Nachfahren aus gemischtrassigen Beziehungen) oder Indian (indischstämmig) funktionieren?

Nach der Aufhebung der Apartheid ging es mit der Wirtschaft trotz vieler Schwierigkeiten stark bergan, die internationale anerkannte Integrationsfigur Nelson Mandela als neuer Präsident lächelte zu den Korruptionsskandalen seiner Partei, sagte in etwa so: „Was soll ich tun, es sind meine Leute.“ Die Programme Black Economic Empowerment und Affirmative Action griffen. Das heißt es wurden massiv die bisher benachteiligten Schwarzen beruflich gefördert. Hintergrund war auch, dass ein Schulungsprogramm für Schwarze und schwarze Jugendliche begann, sodass die Ungleichgewichte in der Bildung ausgeglichen werden sollten. Auch heute, 20 Jahre nach Ende der Apartheid, besteht immer noch eine bessere Chance eines weißen Jugendlichen. Auch die Eigentumsverhältnisse des Landes sind noch nicht so geklärt, dass sich die großen Teile der Grundstücke in der Hand von Weißen befinden. Aber es geht voran.

„Wir haben Schwierigkeiten, aber es geht voran“

Südafrika, reich an Bodenschätzen, lebt von Kohle, von Gold, von Silber und von Diamanten. Es geht dem Land wirtschaftlich gut. Und heute meint man, dass die Freundlichkeit quasi Bürgerpflicht ist. Man hört überall nur „How are you?“. Jedermann ist zu jedem freundlich. Die Rassen leben zwar immer noch getrennt voneinander, aber in einer guten Harmonie. Und es ist kaum ein Südafrikaner zu finden, der nicht sagt: „Wir haben Schwierigkeiten“, aber der auch betont, wie stolz er auf sein Land ist. Diese Entwicklungen zeigen, dass es möglich ist, in Gegenden mit ganz unterschiedlichen Bevölkerungsteilen friedlich zusammenzuleben. Sie geben ein Beispiel dafür, wie es gelingen kann, einen jahrelangen Irrweg Apartheid durch ein ausgleichendes Programm friedlich zu beenden und eine Nation zu einem großartigen Erfolg zu führen.

V.i.S.d.P.:

Lucas Kret
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich


AnhangGröße
Südafrika 20 Jahre nach der Beendigung der Apartheid – Gesellschaftlicher Wandel ist möglich.jpg73.56 KB