Hotel Bregaglia - Ein Findling im Bergell

Unübersehbar und an prominenter Stelle steht eines der markantesten Gebäude des Bergells: das Hotel Bregaglia. Von einem Plateau aus das Tal Richtung Italien überschauend, hat der imposante Bau mit den zwei abgewinkelten Seitenflügeln die Zeit nahezu unverändert überlebt.
Wie ein Findling aus einer fernen Zeit scheint er dem stetigen Wandel standzuhalten. Dass der Betrieb aufgrund der schwierigen Transitlage und der Beschränkung auf die Sommersaison nie so schwungvoll lief, wie sich dies seine Betreiber erhofft hatten, erweist sich heute als Glücksfall. Vieles aus den Anfängen ist noch sichtbar, weil nie grosszügig investiert werden konnte.
Wenig war bislang über die Geschichte des Hotels bekannt. Erste veröffentlichte Nachforschungen erfolgten im Rahmen der Publikation «Construir – Bauen – Costruire» (1986), in der Architekt Giovanni Sottovia als Erbauer des Hotels vermutet wurde; das vorliegende Buch bestätigt diese These erstmals auf der Grundlage verlässlicher Quellen.
Darüber hinaus hebt es den Schleier über vielen weiteren Geheimnissen: Wer initiierte vor über 130 Jahren in diesem peripheren Bergtal den Bau eines Hotels in bisher unüblicher Grösse und Gestalt? An welchen Vorbildern und Vorstellungen orientierten sich Architekt und Ausstatter? Wie verlief die Entwicklung des Unternehmens? Wie wandelte sich das Profil der Gäste? Welche Bedeutung kommt dem Hotel in der Bündner Tourismusgeschichte zu?
Eine Fundgrube erster Güte bei den Erkundungen bildeten Dokumente, die im Dachstock des Hotels entdeckt wurden: Zahlungsbelege, Korrespondenzen, Aktionärsberichte und vieles mehr. Aus diesen und zahlreichen weiteren Quellen, die von den Autorinnen und Autoren in privaten und öffentlichen Archiven, in Bibliotheken und anderswo erschlossen wurden, aus Gesprächen mit Beteiligten im Tal und durch genaues Hinschauen ist ein Buch entstanden, das einen neuen Blick auf ein altbekanntes Bild ermöglicht – es ist, als schaue man durch ein Kaleidoskop.
Zwar ist es immer ein bisschen schade, wenn ein Geheimnis gelüftet und damit das eigene Phantasieren verdrängt wird. Doch was hier mit Fachwissen zusammengetragen wurde, meint nicht lückenlos zu wissen, wie es damals war. Wir haben eine Spur gelegt und sind überzeugt, dass sie weiterführen und sich verdichten wird. Das Vorliegende ist nicht das Ende der Geschichte, es ist gewissermassen eine Zwischenstation.

Hotel Bregaglia
Ein Findling im Bergell
Isabelle Rucki
Verlag: hier + jetzt

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