Pavel Vitalis: Irrtümer über die Homo-Ehe – geschlechtsunabhängige Partnerschaften

Statistisch gesehen ist die Homo-Ehe die Angelegenheit einer Minderheit. Die Diskussion darüber erschüttert jedoch die ganze Gesellschaft, wie zuletzt in Frankreich. Dieses Phänomen zeigt die Schwäche des klassischen bürgerlichen Subjekts. Die altbürgerliche Welt muss zur Kenntnis nehmen, dass ein „tradiertes gesellschaftliches Konstrukt“, nämlich die „Hetero-Normfamilie“ (S. Lehnartz in DIE WELT, 23.4.13) mit der Zeit dahin schmilzt.

Jedoch, bevor man sich gegenseitig die Köpfe einschlägt, muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass derzeit völlig unbemerkt in der Gesellschaft ein Missbrauch des Begriffs „Ehe“ stattfindet.

Der Begriffsinhalt der „Ehe“ wurde über viele Jahrhunderte religiös definiert und dominiert. Erst in der Moderne begann die gesellschaftliche Befreiung von religiösen und kirchlichen Zwängen. Der bürgerliche Staat beanspruchte für sich auch das Recht der Eheschließung. Mit der stillschweigenden Übernahme des Begriffsinhalts setzte man ein Fundament für das Unheil, das heute in der Postmoderne immer deutlicher zum Ausdruck kommt. Die religiösen Vorstellungen besetzen immer noch den Ehebegriff und bringen seine geschlechtsspezifische Orientierung und Diskriminierung zum Ausdruck.

Die Lösung ist jedoch einfach! Der Staat sollte im Rahmen seiner gesetzlichen Möglichkeiten nur noch „Partnerschaften“ jedoch keine Ehe schließen. Eheschließungen wären dann weiterhin in den Kirchen möglich.

Partnerschaften von Personen sind geschlechtsun-abhängig (die Liebe bedarf keines bestimmten Geschlechts) und sollten für alle Beteiligten dieselben Rechte ermöglichen (das Prinzip der Gleichstellung).

Der Autor, Pavel Vitalis ist Mitarbeiter des Wachstumstrend Forschungsinstituts.

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30.04.2013:

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