Anschlag auf syrisch-katholische Kirche in Bagdad

Gemeinsame Pressemitteilung verfasst vom Zentralverband der assyrischen Vereinigungen in der Bundesrepublik
Deutschland und europäische Sektionen e.V. (ZAVD),
Assyrian Universal Alliance Germany Chapter,
Seyfo Center Sektion Deutschland
zum Anschlag auf die syrisch-katholische Kirche in Bagdad am vergangenen Sonntag, den 31.10.2010

Gezielter Anschlag auf Christen während des Gottesdienstes
Mehr als 55 Tote und mehr als 70 schwerverletzte Assyrer nach Bombenanschlag

Am 31.10.2010 drangen mehrere islamische Terroristen in die syrisch-katholische Sayidat al-Najat-Kirche in Bagdad ein. Sie brachten mehr als 120 christliche Geiseln in ihre Gewalt. Bei dem Versuch die Geiseln zu befreien, zündeten die Terroristen Sprengstoffgürtel, wobei über 55 Menschen zu Tode kamen und über 70 schwer verletzt wurden. Unter den Toten befanden sich drei Priester, die die Messe abgehalten hatten. Ersten Informationen zu Folge, sollten inhaftierte Al Kaida-Terroristen durch diese Geiselnahme frei erpresst werden.

Wir sind schockiert über das Ausmaß der gezielten Angriffe auf unsere christlichen Brüder und Schwestern und verurteilen den feigen Angriff aufs Schärfste. Den Hinterbliebenen und ihren Familien drücken wir unser Beileid aus.

Gleichzeitig sind wir erschüttert darüber, mit welcher Passivität und Gleichgültigkeit die Weltgemeinschaft, insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, die USA sowie seine Verbündeten,dem gezielten Völkermord zuschauen.

Seit dem Kriegsausbruch im Jahre 2003 wurden Anschläge auf über 60 christliche Kirchen verübt. Von den 1,5 Millionen Assyrern (auch Chaldäer und Syrer genannt) musste über die Hälfte ihre irakische Heimat verlassen. Unzählige Assyrer wurden bereits ermordet, enteignet und heimatlos gemacht.

Wir fragen uns, was noch passieren muss, damit die demokratische Weltgemeinschaft ihren Versprechungen Taten folgen lässt. Es genügt nicht, an die irakische Regierung lediglich zu appellieren, den Christen mehr Schutz zu gewähren. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die irakischen Sicherheitskräfte nicht gewillt sind oder nicht imstande sind, den geforderten Schutz zu gewähren.

Unserer Ansicht nach ist es keine Lösung die christlichen Assyrer aus ihrer Heimat zu entwurzeln, um ihnen über das Asylrecht vorübergehend eine Bleibe in den europäischen Staaten und den USA zu
gewähren.

Für die Christen muss entsprechend den UN-Statuten und der irakischen Verfassung, sowie der Verfassung der irakisch-kurdischen Region eine Autonomie bzw. eine Selbstverwaltungszone gebildet
werden, die unter UN-Schutz gestellt wird. Ohne die Schaffung einer Schutzzone für die Christen, ist das Ende des Christentums im Irak absehbar.

Daher appellieren wir an alle demokratischen Staaten, insbesondere an die Bundesregierung und an die Europäische Union, sich aktiv und nachhaltig für die Bildung einer Sicherheitszone für die
Christen und anderer Minderheiten, wie die Yeziden, Shabak und Mandäer, in der Ninive-Ebene einzusetzen.

Zentralverband der assyrischen Vereinigungen in der Bundesrepublik
Deutschland und europäische Sektionen e.V. (ZAVD)
Assyrian Universal Alliance Germany Chapter
Seyfo Center Sektion Deutschland


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04.11.2010: | |

Über marianne brückl

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Freie Journalistin, Schriftstellerin