Neue Studie: Was verdienen Frauen und Männer im Job?

In der Bundesrepublik herrschen noch immer Unterschiede zwischen den Geschlechtern, was den Lohn betrifft. Wie die „Tagesschau“ auf ihrer Homepage vermeldet, sind die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland größer als in den meisten anderen europäischen Staaten. Im Jahr 2006 verdienten Arbeitnehmerinnen mit einem Vollzeit-Job in den alten Bundesländern im Durchschnitt 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz. Demnach ist das Gefälle sogar noch größer geworden. Im Gegensatz zu der Bundesrepublik konnten alle anderen EU-Staaten, die 1995 schon große Unterschiede zwischen den Verdiensten von Männern und Frauen verzeichneten, die Lohn-Diskrepanz zumindest zum Teil beseitigen. In Deutschland habe das Gefälle zwischen 1996 und 2006 von 21 auf 22 Prozent zugenommen, so IAB-Forscher Hermann Gartner, während im EU-Durchschnitt der Unterschied bei den Stundenlöhnen von Männern und Frauen von 17 auf 15 Prozent gesunken sei. Allein Zypern liege mit 24 Prozent noch hinter der Bundesrepublik.

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Schuld an diesem schlechten Ergebnis ist laut den Forschern vor allem der wachsende Niedriglohnsektor. So arbeiteten Frauen überdurchschnittlich oft zu Niedriglöhnen; dies schlage sich deutlich auf die Statistik nieder. Hinzu kämen die größere Zahl von Überstunden bei Männern und ihr häufigerer Aufstieg in Führungspositionen. Von entscheidender Bedeutung seien jedoch die Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit durch die Kindeserziehung sowie die Phasen der Teilzeitbeschäftigung. Sogar innerhalb desselben Jobs errechnete das IAB einen Lohnunterschied von 21 Prozent. Selbst bei nahezu identischen Bedingungen wie gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichem Alter verdienten Frauen im Durchschnitt zwölf Prozent weniger als die männlichen Kollegen im selben Unternehmen.

Als Reaktion auf die Studie kündigte Bundesfrauenministerin Ursula von der Leyen an, mit einem Computerprogramm gegen das Einkommensgefälle vorgehen zu wollen. Das Programm, „Logib“ genannt, solle die häufig unbemerkten Lohnunterschiede in Firmen offensichtlich machen. Es gebe Fälle, in denen eine Krankenschwester 100 Euro weniger als ein Krankenpfleger bekomme, erklärte von der Leyen. Dies könne nicht hingenommen werden. Unternehmen sollten mit Hilfe des Programms ihre Löhne überprüfen und eine verlässliche Datenbasis für die Bezahlung von Mitarbeitern bekommen. „Gleichbehandlung ist ein Wettbewerbsfaktor“, betonte die Ministerin.



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