Kloster Mor Gabriel in der Türkei (gegr. 397 n. Chr.) bedroht

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Bayerisches ZENTRUM ruft die Staatsregierung und die Parlamentarier Bayerns in Land, Bund und EU auf, sich für das syrisch-aramäische Kloster „Mor Gabriel“ einzusetzen

Das 1611 Jahre alte Kloster „Mor Gabriel“ (Kloster von Qartmin)1, auch Sitz des syrisch-aramäischen Bischofs in der Südosttürkei, ist aktuell durch einen Prozess bedroht, der das Gemeindeleben der christlichen Ureinwohner in Südostanatolien beenden soll. Wie Abtbischof Timotheos Samuel Aktas berichtet, wird das Kloster durch die moslemischen Bürgermeister der umliegenden Gemeinden vor dem zuständigen Verwaltungsgericht angeklagt. Die Anklage wirft dem 397 gegründeten Kloster vor, sich widerrechtlich auf dem Land der Gemeinden angesiedelt zu haben. Die betroffenen Gemeinden wurden durch moslemische Einwanderer mehr als ein Jahrtausend später als das Kloster gegründet und befinden sich selbst heute auf Grund, der damals noch zum Kloster gehörte.

Das türkische Gericht hat nun die Verhandlungstage auf das Hochfest der Geburt Christi – Weihnachten – gelegt, wodurch anscheinend die Teilnahme des Bischofs am Verfahren erschwert werden soll. Bereits 1980 wurde das Priesterseminar des Klosters gerichtlich geschlossen2 – bis heute dürfen in der Türkei keine christlichen Priester durch die christliche Urbevölkerung ausgebildet werden. Das jetzige Verfahren bedroht die Existenz des Klosters, das auch eine Schule für moslemische und christliche Kinder beherbergt und eine Krankenstation für alle Menschen der Umgebung betreibt. Nach der Mordnacht in Mor Gabriel von 1915, in der moslemische Kurden den Bischof, sowie Mönche und Nonnen des Klosters auf Veranlassung der osmanischen Regierung ermordeten und der Entführung des Abtes Daniel Savci in 20073, könnten die aktuellen juristischen Angriffe das endgültige Ende von mehr als 1800 Jahren christlichen Gemeindelebens in Südostanatolien bedeuten.

Der Landesverband Bayern ruft die bayerische Staatsregierung sowie die Parlamentarier Bayerns dazu auf, ihren Einfluss geltend zu machen und sich für die die christlichen Ureinwohner und das Kloster Mor-Gabriel in der Türkei einzusetzen. Wir sind in schwerer Sorge um die türkischen Christen, die unter wachsendem und anscheinend durch den Staat geförderten Terror leiden. Erst vor wenigen Tagen hat der türkische Verteidigungsminister den Völkermord an den Armeniern 1915-1917 sowie die Ermordung und Vertreibung der seit Jahrtausenden ansässigen Griechen und Juden in der Türkei öffentlich gelobt (siehe Spiegel vom 11. November 20084). Er bezog sich implizit auch auf die Vorkommnisse im Jahr 1955: damals hatten sich die durch die türkische Regierung und radikale Moslems geförderten Aggressionen in Istanbul im sog. „????????????“ – in der Literatur „Pogrom von Istanbul“5 genannt – (türk. „Eylül Olaylar?“) entladen, dem ca. hunderttausend Christen und fast alle Juden in Istanbul zu Opfer fielen.
Auch mit Blick auf einen potentiellen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union fordern wir klare Zeichen von der türkischen Regierung, dass auch die Türkei in ihrem Land die freie Entfaltung und ein friedliches Zusammenleben aller Religionen und Volksgruppen zulässt und die Rechte aller ihrer Bürger, gleich welchen Glaubens, schützt.

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