Finanz-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise, Zur Krisenbewältigung Teil 3

- Unsere globale Welt -

2. Gesamtübersicht

Die Einschätzung der globalen Welt erfolgt als kritische Bewertung der bisher durch den Menschen geschaffenen Risikopotenziale, um daraus sinnvolle Lösungen abzuleiten.
Bei der Suche nach Lösungen darf die Orientierung nicht nur auf die eigenen Probleme ausgerichtet bleiben. Die Einflüsse der globalen Welt machen sich letztlich im kleinsten Winkel dieser Erde bemerkbar. Somit unterliegen alle Vorhaben und Aktionen mehr oder weniger den globalen Einflüssen. Weder durch Abschotten noch durch ein Negieren, kann man sich diesen Tatsachen entziehen. Mit diesem Erkennen kann das eigene Handeln so ausgerichtet werden, dass mögliche Schädigungen klein gehalten und gleichzeitig ein Beitrag zur Verbesserung der Gesamtheit eingebracht wird. Mag ein solcher Beitrag noch so klein sein, auf keinen Fall darf darauf verzichtet werden. Große Veränderungen basieren immer auf einer Vielzahl kleinster Anteile so im Positiven, wie im Negativen.

Einer der größten Mängel dieser Bewertungen liegt an dem Unvermögen, die Komplexität der Fragen richtig einzuschätzen bzw. alle wesentlichen Einflüsse gleichwertig und gleichzeitig zu berücksichtigen. Es wird zwar immer von der Globalisierung gesprochen, aber selten global beurteilt.

Die Probleme resultieren u.a. daraus, dass die fortschreitende Spezialisierung auf allen Gebieten der Wirtschaft, der Politik oder auch der Technologien den hochqualifizierten Experten erfordern und fördern. Die notwendigen ganzheitlichen Profis und Denker, mit einem integrierenden Sachverstand auf möglichst vielen Gebieten, fehlen immer mehr.
Umso mehr wachsen damit die Gefahren, dass sich eine hochtechnisierte Welt entwickelt, die massiven Abhängigkeiten und Einflüsse der unterschiedlichen Fachbereiche dabei nicht mehr zu erkennen und zu bewerten sind.

Für die möglichst objektive Bewertung dieser globalen Welt, wird folgende Vorgehensweisen gewählt:

a) Eine Gesamtstrukturierung herzustellen, die eine überschaubare Beurteilung ermöglicht. Dazu wird die globale Gesamtheit in
vier Hauptbereiche aufgeteilt. Jeder dieser Hauptbereiche teilt sich wiederum in Unterbereiche. Damit wird die Bewertung von Einzelbelangen ermöglicht, die so wieder in eine Gesamtbeurteilung einfließen, der globale Zusammenhang wird sichtbar.

b) Auf eine letzte Tiefe an Fachwissen in der einzelnen Disziplin wird verzichtet, zugunsten einer Überschaubarkeit auf allen Gebieten.

c) Wann immer es vertretbar erscheint, wird auf die üblichen Zahlen-angaben verzichtet und durch möglichst objektive Annahmen ersetzt. Mit dem Wissen, dass Annahmen sich in der Regel nach der Positionierung der Beurteiler ausrichten. Die Objektivität liegt damit zwischen der jeweiligen pessimistischen und optimistischen Annahme (im Seminar werden dazu einige Beispiele aufgezeigt.)

Die Hauptbereiche sind:

1. Weltwirtschaft, Wachstum ohne Ende
2. Weltbevölkerung oder Überbevölkerung
3. Die globale Umweltbelastung
4. Weltvernetzung bzw. Globalisierung

2.1 Weltwirtschaft, Wachstum ohne Ende

Eine umfassende Bestandsaufnahme der Weltwirtschaft wird an dieser Stelle niemand erwarten. Die Aufnahme begrenzt sich auf die Themen, die in ihrer Ausprägung für die grundlegendesten Risiken verantwor-tlich sind.
Der direkte Weg in die totale Katastrophe liegt in dem scheinbar un-austauschbaren Bekenntnis zum ewigen Wachstum, einem Wachstum ohne Ende. Das Management in Politik und Wirtschaft sieht keinen anderen Lösungsweg. Warum, wurde unter 1.2.3 die Ursachen für Gier und Machtbesessenheit bereits erklärt. Mit dem Konzept-Zukunft wird die Alternative und damit die Lösung aufgezeigt.

2.1.1 Das weltweite Wirtschaftswachstum
Der Typus Mensch, der weltweit im Management für die Ausrichtung der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik verantwortlich zeichnet, ent-spricht in allen Völkern weitestgehend dem beschriebnen „PP“ und hat nur die Ziele der Maximierung von Gewinn, Umsatz, Marktstärke und Machtzuwachs vor Augen. Wer nicht wächst verliert! Eine richtige Aus-sage unter diesen Gleichgesinnten.
Es wird den Menschen vorgegaukelt, dass es ohne materielles Wachs-tum keinen Fortschritt mehr gibt und die Menschheit in ein tiefes Tal der Entbehrungen und des Mangels fällt und dass ohne dieses mate-rielle Wachstum grundsätzlich der Fortbestand der Menschheit gefähr-det ist.
Tatsache allerdings ist doch, dass bereits 2/3 der Menschheit seit Jahren ohne materielles Wachstum auskommen muss und auch auskommt.
Wer braucht dann in Wahrheit dieses gottverdammte materielle Wachstum:
- Die Menschen, die alles schon haben.
- Die Menschen, die auf der oberen Seite der Besitzschere sitzen.
- Die Menschen, die für die Eroberungskriege zuständig sind.
- Die Menschen, die alle möglichst viele umweltschädliche Events
benötigen, um ihre Langeweile in den Griff zu bekommen.
- Die Menschen, die ohne zwei Fernreisen im Jahr nicht “ in“ sind.
- Die Menschen, die vom kleinen Steuerzahler bezahlte Kurpaläste
benötigen, nur um ihre Garderobe auszuführen.
Diese Liste dieser absurden Unsinnigkeiten lässt sich noch erheblich ausweiten. Diese kritischen Anmerkungen werden von den Betroffenen leicht mit dem Hinweis abgewiesen: „Typisch Neidgesellschaft“. Wenn sich die Probleme doch nur so leicht abtun ließen.

Die Auswirkungen des immer wieder geforderten materiellen Wachs-tums werden immer verheerender, das zeigt sich zwar auf vielfältigste Weise, wird aber geflissentlich vertuscht und verschwiegen. Die ab-sehbaren Korrekturen, die dann nicht mehr vom Menschen zu beein-flussen sind, werden schlimmer ausfallen, als sich das die Menschen derzeit vorstellen können und auch nicht wollen..

Insgesamt kann Wachstum sinnvoll sein, wenn es dort entsteht wo es um die eigentlichen Bedürfnissen der Menschen geht. Bei aller Kritik sollte das nicht untergehen.
Wachstum in sozialen und humanitären Bereichen, in Bildung und Kultur, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, in Ausbildung und Jugendarbeit.
Diese positive Wachstumsliste lässt sich noch deutlicher qualifizieren und quantifizieren.

2.1.2 Die Probleme der Energiesicherung
Der Kampf um die Energieressourcen ist bereits in vollem Gange. Die Verteilungskämpfe werden zwar noch häufig mit verdecktem Visier ausgefochten, es wird nicht mehr all zu lange dauern, dann werden sich die Gesichter der Kämpfer deutlicher zeigen. Die Beteiligten an dieser Verteilungsorgie sind mehr, größer und mächtiger geworden. Vor wenigen Jahren waren Länder wie China, Indien, Brasilien und Russland noch kleinere Mitläufer. Heute sind es bereits äußerst ge-wiefte Mitstreiter, die Ihre Reviere konsequent erobern und abstecken.
Weitere Länder werden nicht untätig bleiben. Das weltweite ungezü-gelte Wachstum, in Abhängigkeit der reduzierenden Ressourcen, wird in absehbarer Zeit für die eine oder andere außergewöhnliche und empfindliche Überraschung gut sein.

2.1.3 Der verschärfte Ressourcenverbrauch
Das ungezügelte Wirtschaftwachstum wird auch zu immer mehr Eng-pässen in der Rohstoffversorgung führen, bzw. wird die Kosten enorm steigen lassen. Auf eine positive Bremswirkung auf das Wachstum auf-grund der steigenden Kosten wird man allerdings vergebens warten. Viele Produkte werden einfach zu teuer und können von vielen Men-schen nicht mehr gekauft werden.
Die Hoffnung, dass diese Entwicklung sich insgesamt auf das Kon-sumverhalten und damit den Ressourcenverbrauch auswirkt, wird leider vergebens sein. Durch das ungehemmte und immer stärkere Auseinanderklaffen der Schere von Arm und Reich, gibt es immer eine ausreichende Zahl von Menschen, die ungehindert die wichtigsten Energie- und Rohstoffe in Anspruch nehmen und sinnlos verbrauchen.
Beispiel: Die Amerikaner verzichten trotz steigender Ölpreise nicht auf ihre spritfressenden Autoungeheuer. Deutschland verzichtet genauso wenig auf ein Tempolimit oder auf unsinnige Billigflugreisen. Fernflüge sind “in“, einen Bezug zu Hungersnöten in Afrika herzustellen wird jeder Reiseteilnehmer weit von sich weisen.
Damit der Spritverbrauch langfristig auf gleichem Niveau gehalten werden kann, wird bereits Weizen, Roggen und Mais zu Sprit umge-wandelt. Die Getreidepreise werden dadurch bereits erhöht, die Brot-preise ebenfalls.
Noch ein Kommentar dazu?
Das teure Öl hat in Deutschland wieder zur vermehrten Holzverbren-nung geführt (vorrangig Peletts). Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Pellets-Preis dem Öl- bzw. Gaspreis angepasst.
Es gibt noch weitere Beispiele der politischen Fehlbeurteilung, eher zu beschreiben als fehlende Beurteilungskompetenz. Eine Lösung ist unter diesen Umständen nicht in Sicht!

2.1.4 Die Verschuldungsspirale
Das Güteraufkommen hat sich in den letzten 30 Jahren vervierfacht, das Geldvolumen vervierzigfacht. Eine gigantische Geldblase. Derivate und Hedge-Fonds und andere Risikopapiere waren u.a. die wesentlichsten Auslöser zur Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929. Daher waren diese Zockersysteme über lange Jahre verboten. Dazu muss man wissen, dass der Erfolg dieser Systeme auf keinerlei erbrachten Leistungen basieren. Die möglichen Gewinne erfordern ausschließlich ein ausreichendes Maß an Verlierern. Um diese Gewinne zu erzielen, muss die andere Seite vorsätzlich um ihr Vermögen gebracht werden. Im normalen Geschäftsleben bezeichnet man solche vorsätzlichen Absichten als Betrug. Rücksicht ist in diesem Geschäft gleichzusetzen mit garantiertem Verlust. Moral bedeutet den finanziellen Ruin. Der Staat sanktioniert damit den abgesicherten Betrug. Fehlende Moral war immer der eigentliche Einstieg zum Untergang einer jeden Dynastie und Volkskultur.

Das Auftreten dieser Zockersysteme erfolgt immer im Einklang mit dem Ende von überzogenen Wirtschaftssystemen. Die Schuldenberge der westlichen Länder sind in keiner Weise mehr rückführbar, auch deshalb, weil diese Länder in keiner Weise über ausreichende Rohstoffreserven verfügen.
Trotzdem heißt die ausschließliche politische Botschaft der letzten Jahre: „Mit ausreichendem Wachstum lösen wir die Probleme der Überschuldung“.

Seit vierzig Jahren, den Jahren mit vorwiegendem stetig steigenden Wachstum, sind die Schulden jeweils überproportional angewachsen, bis zum Stand der erreichten schwindelnden Höhen. Selbst in den fettesten Wachstumsjahren war eine hohe Verschuldung notwendig. Welcher normale Mensche glaubt nach den letzten vierzig Jahren Wachstums- und unendlicher Schuldenpolitik, dass plötzlich mit Wachstum diese Schulden zu tilgen sind?? Und das bei der derzeitigen Zinsbelastung.
Jede weitere Analyse in dieser Richtung ist reine Zeitverschwendung und ohne Sinn. Der Scheitelpunkt der maximal vertretbaren Schulden-höhe ist längst überschritten. Die notwendigen und längst überfälligen Korrekturen, werden für einige tiefgreifende Erschütterungen sorgen. Davon geht zwar die Welt nicht unter, aber es ist schade, dass eine Vielzahl der einfacheren und ehrlichen Leute dabei wieder gewaltig unter die Räder kommen werden. Die Zocker und PP’s beginnen nur ein neues Spiel. Man wird es ihnen leider wieder zulassen.

2.1.5 Spekulationsblasen
Die weiter wachsende Geldvermehrung, ohne Leistung, führt zwangs-läufig zu einer Beschleunigung der Spekulationsblasen. Die privaten Schuldenberge des amerikanischen Volkes basieren u.a. auf einer ausgeprägten Immobilienspekulation. Wer einen Kredit wünscht, braucht einen Sicherungsgegenwert, was häufig eine Immobilie ist. In dieser Beziehung haben sich privates Kreditvolumen und Immobilien-bewertungen in den USA über die Jahre hinweg gegenseitig zu einer ausgeprägten Schuldenblase hochgeschaukelt.
Gleiches gilt für die Geldvermehrung durch Firmenkäufe der Hedge-Fonds. Die stehen unter dem Zwang in immer kürzeren Intervallen ausreichend viele Verlierer zu finden, nicht selten sind dies durch die Firmenkäufe und deren Ausschlachtung, das letzte Glied, folglich die Mitarbeiter!

Besonders in den in der Umwandlung befindlichen Länder wie z.B. Russland, Brasilien oder auch in Länder von Schwarzafrika findet eine völlig unmoralische Umverteilung statt. In wenigen Jahren mutieren die einfältigsten Machtmenschen zu Milliardären. Denen wird umgehend die allgemeine Hochachtung angedient. Wer ausreichend Geld hat, bei dem werden „die paar Leichen im Keller“ geflissentlich übersehen. Auch dieser Bereich ist zu den empfindlichen Spekulationsblasen zu zählen. Denn so unsensibel wie bei der Beschaffung dieser Vermögen gehandelt wurde, genauso unsensibel wird deren zukünftiger Einsatz ablaufen.

2.2 Weltbevölkerung oder Überbevölkerung
Ein ausgesprochen verantwortungsvolles Thema, denn hier geht es prinzipiell ebenfalls um große Zahlen. Aber hinter jeder dieser Zahlen steht immer das Schicksal jedes einzelnen Menschen.

2.2.1 Wachstum der Weltbevölkerung
Derzeit leben über 6.5 Milliarden Menschen auf dieser Erde, mit einer jährlichen Zunahme von über 80 Millionen. In nur 13 –14 Jahren beträgt der Zuwachs somit eine weitere Milliarde.
Die Frage, wann der Status der Überbevölkerung erreicht oder aber bereits überschritten ist, kann zurzeit niemand ausreichend beantwor-ten. Alle Aussagen zu diesem Thema sind unzureichende Annahmen.
Es ist Tatsache, dass in vielen Regionen dieser Erde, die Menschen weder mit ausreichenden Nahrungsmittel, noch mit sauberem Trink-wasser versorgt werden und auch die Energiebereitstellung oft nicht für ein menschliches Leben ausreicht. Diese unwiderlegbaren Fakten machen deutlich, dass zumindest in diesen Regionen eine Überbevöl-kerung besteht. Der Zuwanderungsdruck aus diesen Regionen wird weiter zunehmen und führt so zu einer erheblichen Verschärfung in den betroffenen Zielländer.
Die maßgeblich verantwortlichen Industrienationen verweigern grund- sätzlich die Einsicht und sind nicht bereit für den notwendigen Hand-lungsbedarf.
Daher wird das weltweite Elend aufgrund des Bevölkerungswachstums weiterhin rapide zunehmen. Die Industrienationen sehen das alles noch sehr gelassen. Allerdings nur solange bis sie die Probleme auf huma-nitäre Weise nicht mehr regeln lassen, unendliche Gewalt ist das Ergebnis. In einigen Regionen ist diese Situation bereits gegeben.

2.2.2 Die Ernährungssicherung der Weltbevölkerung
Nach unterschiedlichen Rechenmodellen wäre die Lebensmittelproduk-tion nach heutigen Erkenntnissen für ca. 8 Milliarden Menschen und auch mehr sicher zu stellen. Das eigentliche Problem bleibt die gerechte Verteilung und in diesem Punkt ist keine Verbesserung zu erwarten, sondern eher das Gegenteil.
Eine Reihe von Nationen wie z.B. China oder Indien sind dabei, vom Bauernstaat zu einer Industrienation aufzusteigen. Aus der Eigenver-sorgung wird oder wurde bereits ein Nahrungsimportstaat, der nicht nur weniger Nahrung produziert, sondern auch mehr hochwertige Nahrungsprodukte verbraucht.
Zudem werden immer mehr landwirtschaftliche Produktionsergebnisse in Industrieprodukte umgewandelt, weil es dafür mehr Geld gibt. Für alle Industriestaaten steht die eigene Wirtschaftsdynamik wesentlich höher im Kurs, als die Sicherung einer gleichberechtigten weltweiten Ernährungssicherung. Nur wer mehr bezahlen kann, ist in dieser Hin-sicht auf der sicheren Seite. Hunger ist somit ausschließlich eine Frage der bezahlbaren Logistik!
Wo bleibt da die Moral und die Ethik der Menschheit ?

Der eigentliche Kampf um die Ernährungsversorgung beginnt gerade erst, denn bald sind auch die Industrienationen davon betroffen.

2.3 Die globale Umweltbelastung
Die fortschreitende Risikopotenzierung in diesem Bereich und die damit einhergehende Unfähigkeit, die längst überfällige Umkehr einzuleiten, wird dazu führen, dass die Menschheit von den befürchteten Katastro-phen schneller eingeholt wird, als dies in ihren kühnsten Vorstellungen der Fall ist.

2.3.1 Klimawandel
Die Diskussion um den Klimawandel ist aufgrund der vermehrt auftre-tenden Katastrophen jetzt doch in Gang gekommen. In allen Regionen auf dieser Erde, sind die unwiderlegbaren Fakten innerhalb kürzerster Zeit in das Bewusstsein gedrungen. Zumindest dürfte die erste Phase der menschlichen Haltung, die der reinen Verneinung, überwunden sein. Die zweite Phase ist die der Verdrängung, mit der sich die Mehr-heit der Menschen derzeit zufrieden gibt. Dort, wo die Aufnahmefähig-keit einen Schritt weiter ist, stecken wir in der Phase der Erkenntnis, allerdings ohne dem zwingenden Handlungsbedarf gerecht zu werden.
Zusammengefasst: Es gibt inzwischen ein breites öffentliches Gegrum-mel zu diesem Thema, aber keine erfolgreichen Lösungen sind in Sicht. Die notwendigen Maßnahmen können sich die Machtmenschen auf die-ser Erde in keiner Weise vorstellen, geschweige denn deren erforder-liche Durchsetzung.

Nachfolgend zehn wirksame und durchführbare Beispielmaßnahmen, sofern ein wirklicher Erfolg angestrebt wird:

1. Sofortiger Verzicht auf weiteres materielles Wachstum der Industriestaaten. Damit kann man gut bzw. besser leben!
2. Über eine Quotenregelung ein gleichberechtigtes Wirt-schaftsvolumen den einzelnen Länder zuordnen, wobei den Entwicklungsländern ein Zuschlag zu Lasten der hochentwickelten Industriestaaten zugebilligt wird.
3. Eine sofortige Reduzierung des Energieverbrauchs, durch kleinere Motoren, wesentlich weniger Flugverkehr und Reduzierung des Verkehrs insgesamt.
4. Abbau der landwirtschaftlichen Leistungen, die nur der Ener-gieversorgung dienen.
5. Drastische Besteuerung von Luxusgütern.
6. Senkung des Fleischverbrauchs durch Vorgabe des persönlichen Maximalverbrauchs.
7. Höchststrafen für das Abholzen von Regenwaldbeständen mit gleichzeitiger Ausgleichszahlung an die betroffenen Länder.
8. Absoluter Stopp des Landverbrauchs für weitere Baumaßnahmen.
9. Maximale Dämmverpflichtungen für alle Gebäude, indem Energiestrafen gestaffelt nach der jeweiligen Lage des Landes verhängt werden
10. Wirtschaftsgesetze, die bei neuen und bestehenden Produk-tionsanlagen grundsätzlich den ökologischen Nutzen zwingend über den ökonomischen Nutzen stellen.

Toll! Die Kurzfristdenker des herrschenden und manipulierenden Gier-managements werden die vorgenannte Liste als nicht machbar abwei-sen. Der große bequemliche Teil der Menschheit wird auf die eigenen täglichen Sorgen hinweisen und diese Forderungen einfach verdrängen.
Aber keine Bange, die Umwelt wird Schritt für Schritt die Erfüllung solcher Maßnahmen einfordern und das nicht erst in 50 Jahren (allge- meine Annahme und Verdrängung), sondern in den nächsten 5–15 Jahren. Der größte Teil unserer Bevölkerung wird sich somit an dieser Entwicklung noch persönlich beteiligen können. Wir verpassen also nichts!

Es gibt mehrere Studien, in denen berechnet wurde, was der Klima-wandel uns kosten wird. Ohne freiwillige, einschneidende und damit unspektakuläre Maßnahmen, wird letztlich die daraus präsentierte Rechnung um ein Vielfaches teurer.
Auf der Basis dieser naturbedingten Zwangsentscheidung, lässt sich allerdings oft auch noch politisches Kapital schlagen. Politik ist mediengerecht vor Ort der Katastrophe. Mit vernunftgesteuerten vorbeugen-den Entscheidungen, deren Nutzwert zusätzlich aus nicht nachweis-baren Annahmen besteht, lässt sich kaum ein Blumentopf gewinnen, geschweige denn Wählerstimmen. So wird das Verhalten der Menschen entsprechend eingeschätzt, gesteuert, manipuliert und genutzt.
2.3.2 Bodenverfügbarkeit und Nutzung
Die große soziale Forderung: „Eigentum verpflichtet“ bleibt auch weiterhin ein Wunschtraum. So ungerecht wie sich die Eigentumsver-hältnisse des Bodens auf dieser Welt darstellen, genauso unwirtschaftlich und schädlich weist sich die Nutzung aus.
Im Mittelpunkt steht wieder die Wirtschaftlichkeit. Die kurzfristig er-tragssichere Abholzung ganzer Landstriche führt in ebenso kürzester Zeit zu einer Vernichtung der Bodenertragsfähigkeit auf Dauer. In anderen Regionen wird durch die intensivste Nutzung mit den größten Bearbeitungs- und Erntemaschinen ein vergleichbares Negativergebnis erreicht. In den aufsteigenden Industrienationen muss im großem Maße ertragreicher Boden den neuen Büro- und Produktionsgebäuden weichen.
Insgesamt hinkt die nutzbare Bodenfläche bereits deutlich den Erfor-dernissen der notwendigen Ertragsleistung nach. Zum Teil wird dieser Mangel mit dem Einsatz einer intensiven Düngung ausgeglichen, oft ist dabei von einer Überdüngung auszugehen.

Eine ausgeprägte Schlechtwetterperiode in 2 oder 3 größeren landwirt-schaftlichen Anbaugebieten, kann bereits eine weltweite Unterversor-gung in größerem Ausmaße auslösen. Eine Situation mit der ab 2007 bereits zu rechnen ist. In ersten Wetterprognosen für das Jahr 2007 wird befürchtet, dass durch das Auftreten zeitgleicher Wetterereig-nisse, der Sommer 2007 zum heißesten Sommer seit Bestehen der Wetteraufzeichnungen wird.

2.3.3 Wasserhaushalt, ein besonderes Problem
Noch dramatischer, ebenfalls in Abhängigkeit zum Klimawandel, wird sich der Wasserhaushalt auf dieser Erde entwickeln. Betroffen sind natürlich wieder in starkem Maße die wirtschaftlich schwächeren Länder. Die Zahl der Menschen, die unter einer völlig unzureichenden Wasserversorgung bzw. Wasserqualität leiden, hat die Milliardengrenze schon längst überschritten. Noch beruhigt die Industrienationen, dass diese Regionen meist weit entfernt sind. Das kann keine Lösung sein! Unabhängig von der einzufordernden Solidarität kommen diese Pro-bleme, beladen mit all den anderen Mithaftungen, im Eilzug auf uns zu. Und dabei ist abzusehen: Dieser Zug wird genau dann eintreffen, wenn es uns gerade überhaupt nicht passt.

2.3.4 Verhältnis von Ökologie und Ökonomie
Ein Grundproblem: Unsere Einstellungen zur Umwelt und Natur. Bei jeder Entscheidung zu irgendeinem wirtschaftlichen Sachverhalt steht die ökonomische Seite im Vordergrund. Nur keinen wirtschaftlichen Nachteil hinnehmen.
Wenn nur ein kleiner ökonomischer Vorteil auszurechen ist, dann ver-ringern sich die ökologischen Argumente in einem sprunghaften Maße. Ist der wirtschaftliche Nutzen eher groß, dann wird trotz aller ökologischer Bedenken mit allen Mitteln darum gekämpft, das geplante Vorhaben durchzusetzen. Wenn es letztlich doch nicht funktionieren sollte, wird eben in ein Land mit weniger Vorschriften ausgelagert.

Die Hauptprobleme in der Aufrechnung von Ökologie und Ökonomie:

1. Ein breites volksdurchdringendes ökologische Denken ist noch deutlich unterentwickelt. Die Technologische Gesamtentwicklung erfolgte für viele Menschen einfach zu rasant. Für ein ganzheitliches Verständnis von Aufwand und Nutzen, besteht zuwenig Zeit, um diese Einsicht flächendeckend zu entwickeln. Ein Zustand, der von den Machern rücksichtslos ausgenutzt wird.
2. Es gibt zu wenig Experten, die in der Lage sind, eine verläss-liche und verständliche Gegenüberstellung dieser beiden Positionen zu erarbeiten.
3. Der allgemeine Bestandsschutz erscheint vielen Bürgern als absolutes Grundrecht. Was vor zwanzig oder vierzig Jahren richtig war, kann und darf heute in den Augen derer nicht falsch sein, selbst wenn die Umwelt daran zugrunde geht.

2.3.5 Problem des wachsenden Verkehrs
Diesen Teil, innerhalb der gesamten Wirtschaftsvernetzung gesondert auszuweisen, liegt an der überproportionalen Potenz, den dieser Wirt-schaftszweig im Verhältnis zur Umwelt hat und zukünftig haben wird.
Dieser gesamte Wirtschaftszweig, zu welchem neben PKW, Schwer-transport, Bus- und Bahn- auch der Flug- und Schiffsverkehr zählt, scheint dem Menschen völlig aus den Händen zu gleiten. Dies doku-mentiert, dass die Menschheit insgesamt nicht mehr in der Lage ist, sich im Hinblick auf die Gesamtbelastung die notwendigen Grenzen zu setzen.
Wenn nur ein Teil von den Plänen realisiert werden, ist der Schritt zum Klimachaos im Schnellzugtempo zu erreichen. Die Länder China, Indien, Russland und Brasilien wollen mit ihrem Individualverkehr auf dem schnellsten Wege den Status der westlichen Industriestaaten erreichen. Die Kontinente Südamerika, Afrika und die Reste der ehema-ligen Sowjetunion werden sich in diesem Punkt nicht weiter abhängen lassen.
Das Schwertransportaufkommen soll innerhalb weniger Jahre um 40 % zunehmen. Der Flugverkehr soll sich in derselben Zeit weltweit verdoppeln. Es werden gigantische Flugzeuge gebaut, dazu neue Flughäfen, neue Autofabriken, neue Großhäfen, Unmengen von neuen Strassen usw.
Selbst wenn die seit zwanzig Jahren angekündigten 2-3-L-Autos auf breiter Basis Realität werden und verbrauchssparende Flugzeugmoto-ren vermehrt zum Einsatz kommen, werden die wirklichen Probleme (wie nachfolgend aufgezeigt) einfach negiert:

Problem 1 Bestandsschutz
Unter dem aktuellen Bestandsschutz wird die veraltete, energiefressende und umweltbelastende Motorentechnik in allen vorhandenen Transportmitteln, die nächsten 10 – 15 Jahre überwiegend erhalten bleiben.

Problem 2 Zuwachsrate + Zusatzbelastungen
Trotz neuer umweltschonender Technologien wird die Zuwachsrate diese Vorteile um das vielfache übersteigen.

Problem 3 Herstellungs- und Erhaltungsaufwand
Die Experten philosophieren umfassend über die Lenkung des zukünftig wachsenden Verkehrsaufkommen. An keiner Stelle finden sich verlässliche Zahlen über den gigantischen Energie- und Ressourcenverbrauchs, der zur Herstellung dieser Verkehrsmittel und dem Erhaltungsaufwand für Verkehrswege notwendig wird.
Vermutlich, weil diese Zahlen kaum noch zu ermitteln sind. Die Devise lautet folglich: Wir produzieren bis zum Kollaps und kümmern uns dann um die Wiederbelebung der kaputten Umwelt. So scheint zumindest eine durchgängige Beschäftigung garantiert.

Problem 4 Zusatzbelastung durch produzierende Altanlagen
Die neuen zu produzierenden Verkehrsmittel, werden bestimmt mit deutlich verbesserten umweltschonenden Technologien aufwarten. Der globale weltweite Wettbewerb wird für die Produktion selbst weder Zeit noch Investitionen zulassen, um erst umweltschonende Produktionsanlagen zu sichern. Hier wird jede Dreck-schleuder in Gang gesetzt, solange sie noch einen Cent Gewinn erwirtschaftet, um sich so einen möglichst hohen Ertragsanteil an diesem riesigen Kuchen zu sichern.

Problem 5 Gewinn- und Verlustverteilung in diesem Gigantismus
Dem kleinen Steuerzahler werden die staatlichen Organe mit aller Klarheit verdeutlichen:
- dass im Sinne der Arbeitsplatzerhaltung, der riesige Aufwand zum Ausbau und Erhalt der zusätzlichen Verkehrsflächen Aufgaben des Staates sind,
- dass die Investitionen der beteiligten Unternehmen unbedingt mit Steuergeldern abgefedert werden müssen,
- dass die nachfolgenden exorbitanten Gewinne der Großunternehmen nicht angetastet werden dürfen, da diese Unternehmen das eigentliche Risiko tragen.
Na dann, gute Nacht Schuldenabbau! Ach, um es nicht zu vergessen, die Kosten für den Umweltschutz trägt ja auch der kleine Steuerzahler!

2.4 Weltvernetzung bzw. Globalisierung

Das Verständnis für die rasanten technologischen Entwicklungen ist vielen Menschen nicht gelungen und sie wird daher oft nur ohne einen Nutzen darin zu sehen hingenommen. Bei einer großen Zahl neuer Produkte, entsteht der Verdacht, dass diese nur auf den Markt kom-men, um Umsätze und Gewinne zu sichern, jedoch keine Arbeitsplätze.
Zu den Fragen über Sinn und Nutzen der Globalisierung und der immer engeren Vernetzung der Welt entwickelt sich ein ähnliches Verhältnis.

2.4.1 Die Globalisierung
Die stereotype Antwort zur Globalisierung heißt: Sie ist wichtig, sie ist richtig, sie wird gebraucht. Warum? Eine umfassende Antwort darauf bleibt aus, sowohl aus der Politik als auch vom verantwortlichen Management.
Tatsache ist, die Globalisierung dient schon mal als hervorragender Verschiebebahnhof von Problemen und Belastungen:
- Produktionsanlagen, die in bestimmten Länder nicht mehr zuge-
lassen sind, weil ihre Umweltbelastungen nicht mehr den Vorschrif-
ten entsprechen, werden abgebaut und in andere Länder ausgela-
gert.
- Lohndumping und Arbeitsschutz. Wird dem Druck nicht nachgege-
ben wird verlagert.
- Subventionserpressung. Zahlt ein Staat nicht, geht es zum nächs-
ten.
- Steuerzahlungen, fallen im Land mit der geringsten Steuerlast an.
- Haftung, Inhaber wählen einen problemlosen Hauptwohnsitz.
- Korruption, erfolgt möglichst an keinen kritischen Standorten.
- Know-how. Ist es gesichert, lässt sich in einem Billiglohnland damit
eine deutlich höhere Rendite erzielen.
usw.
Mit der richtigen Einstellung, kann die Globalisierung doch überzeugen!

2.4.2 Die Weltvernetzung
Im Zuge der Globalisierung, der rapiden Zunahme des internationalen Warenverkehrs, den zunehmenden Fernreisen, den Wirtschaftsflücht-lingen, den Volksbewegungen aufgrund von Hunger und Not, den politischen Emigranten und auch den kriegerischen Einsätzen, wird diese Welt letztlich „zum großen Dorf“.
Einem Dorf, in dem sich die unterschiedlichen Kulturen auflösen, der typische Charakter unterschiedlicher Völker und deren Eigenständig-keiten verloren gehen und Eigenverantwortung nicht mehr möglich ist. Der ungezügelte weltweite Austausch von Menschen, Tieren, Pflanzen und sonstigen Materialien gehört zum Alltag. Der damit verbunden unkontrollierbare Anstieg von Krankheiten, Epidemien etc. wird über-gangen, als ob es die Erfahrung der vergangenen Jahrhunderten aus solchen ungezügelten Austauschhandlungen nicht gäbe.

Der Eindruck lässt sich nicht verwischen, dass diese ungezügelte Ent-wicklung der Globalisierung und Weltvernetzung, eine tiefgreifende Fehlentwicklung der Menschen darstellt und möglichst schnell korrigiert werden sollte, bevor die Schädigungen ins unermessliche steigen.

Suchen die Menschen nicht überall auf dieser Erde, auf ihrem Weg zur inneren Stabilität und Reife, langfristig die Geborgenheit einer vertrauten Umwelt und vertrauter Mitmenschen, die ausgesprochene Nestwärme, die Identifikation mit der eigenen Kultur, die Verlässlichkeit schützender Grenzen?
Natürlich sind junge Menschen in Ihrer Entwicklung erst einmal neu-gierig und wollen mehr von dieser Welt erfahren. Diesem Verlangen ist auch nichts entgegen zusetzen. Die älteren Generationen mit den Erfahrung sollten dem gegenüber soviel Rückrad aufbringen und nicht zuviel menschliche und materielle Substanz, den Minderheiten der Gier- und Machtbesessenen opfern.


07.12.2008: |

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